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Kritik am H&M-Entschädigungsmodell
Der Fabrikbrand bei Garib&Garib
Unzureichende Kontrollen in Bangladesch
Fehlendes Engagement anderer internationaler Garib&Garib-Einkäufer

Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen in Bangladesch fordern H&M auf, angemessene Entschädigungen für die Familien der Opfer zu zahlen, die bei dem Feuer in der Fabrik Garib&Garib im Februar diesen Jahres ums Leben kamen. Als Haupteinkäufer der abgebrannten Fabrik hat H&M zwar schnell reagiert und einen Entschädigungsplan für minderjährige und arbeitsunfähige Angehörige vorgelegt. Bisher sind jedoch keine nachhaltigen Entschädigungszahlen für die restlichen Angehörigen vorgesehen, die deren Einkommensverlust ausgleichen. Ebenso wartet die Familie eines Arbeiters, der in einem Feuer dergleichen Fabrik im August 2009 starb, noch auf eine angemessene Entschädigung. Andere internationale Käufer haben noch keinerlei Entschädigungen gezahlt.
Am 25. Februar 2010 hatte die Fabrik Garib&Garib zum zweiten Mal innerhalb von sechs Monaten gebrannt. 15 Arbeiterinnen und 6 Arbeiter erstickten. 50 weitere wurden verletzt, wovon sechs ArbeiterInnen längere Zeit mit Rauchvergiftung im Krankenhaus behandelt werden mussten. Das schwedische Modeunternehmen H&M hatte als Strickware in der Fabrik in Gazipur produzieren lassen.
Als Antwort auf das Feuer hatte H&M den dänisch-schwedische Zweig der Nichtregierungsorganisation Save the Children damit beauftragt, den Bedarf der verletzten ArbeiterInnen sowie den der nahestehenden Verwandten der verstorbenen ArbeiterInnen zu ermitteln. H&M entschied sich, Entschädigungen an die Kinder und arbeitsunfähigen Eltern zu zahlen. H&M berichtete weiter, dass alle Lieferanten aus Bangladesch beauftragt worden sind, ihre Sicherheitsmaßnahmen zu überprüfen. Laut H&M-Berichten wurden circa 105 Tausend Euro für Feuerpräventionsmaßnahmen bei Seite gelegt, welche insbesondere für zusätzliches Personal im Bereich Elektrizitätssicherheit, Feuerwehrübungen und Trainingsmaßnahmen für ArbeiterInnen vorgesehen sind.
Seit H&M bekannt gegeben hatte, den Bedarf der Opfer zu ermitteln, drängt die Kampagne für Saubere Kleidung H&M darauf, Gewerkschaften und ArbeitnehmervertreterInnen bei der Ausarbeitung eines Entschädigungsmodells einzubeziehen. Auch wenn lokale H&M-VertreterInnen einige Gewerkschaften und Arbeitsrechtsorganisationen aufgesucht und sie über die Beauftragung von Save the Children informiert hatten, fanden keine durchgängigen und ganzheitlichen Verhandlungen mit Gewerkschaften und ArbeitsvertreterInnen statt. Zu kritisieren ist weiterhin, dass die von H&M vorgesehenen Maßnahmen die Angehörigen der Opfer nicht über den zukünftigen Einkommensverlust entschädigen, der durch den Tod des Beschäftigten entstanden ist.