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Seit über 20 Jahren unterstützt INKOTA in Mosambik Organisationen, die sich für eine Verbesserung der Lebenssituation von Kleinbauern und -bäuerinnen und für Ernährungssicherheit einsetzen. Im vergangenen Jahr schlugen unsere Partnerorganisationen Alarm: Millionen Hektar Ackerland sind in das Visier von Investoren aus aller Welt geraten. Diese wollen Energiepflanzen und Nahrungsmittel für den Export anbauen. Verlierer ist die ländliche Bevölkerung. Denn die Großprojekte führen dazu, dass immer mehr Kleinbauern von ihrem Land vertrieben werden.
Diamantino Nhampossa von der Kleinbauernbewegung UNAC erklärte INKOTA: „Land Grabbing ist ein neues Phänomen. Die rasante Entwicklung macht uns Angst. Es geht um wirklich große Gebiete, und es sieht nicht so aus, als würden die Interessen von Kleinbauern geschützt.“ Die Berichte über großflächige Landnahmen auch in vielen anderen Entwicklungsländern werden zu einer immer größeren Bedrohung für die Ernährungssicherheit von vielen Menschen.
Noch immer wissen nur wenige Menschen in Deutschland über das Ausmaß der Landnahmen Bescheid. Deshalb startet INKOTA eine Informationsoffensive und macht mit einer Vielzahl von Veranstaltungen und Aktionen darauf aufmerksam, dass es höchste Zeit ist, zu handeln: Der Ausverkauf von Land muss dringend gestoppt werden.
„Deutschland kann eine wichtige Rolle spielen, um Land Grabbing in Zukunft zu verhindern. Mehr als 50 Prozent des mosambikanischen Staatshaushalts werden von ausländischen Gebern finanziert. Deutschland ist dabei einer der wichtigsten Geldgeber“, bestätigte auch Nhampossa. Er hofft, dass die Zivilgesellschaft in Deutschland Druck auf die Bundesregierung ausübt, damit sie Land Grabbing in der Entwicklungszusammenarbeit thematisiert und mehr Geld zur Unterstützung der bäuerlichen Landwirtschaft verwendet wird.
INKOTA greift diesen Appell auf und fordert mit einer Protestpostkartenaktion die Bundesregierung auf, endlich aktiv zu werden. Als wichtiges Mitglied in vielen Institutionen wie der Weltbank oder der Welternährungsorganisation FAO kann sie ihren Einfluss geltend machen, um abgestimmte Maßnahmen der internationalen Staatengemeinschaft gegen Land Grabbing zu ergreifen. Bislang reagiert die Bundesregierung nur zögerlich. Eine klare Verurteilung der Landkäufe hat es bisher nicht gegeben. Nur mit Druck der Öffentlichkeit kann der Ausverkauf von Land in Afrika und anderswo gestoppt werden.
INKOTA wird auch private Investoren aus Deutschland unter die Lupe nehmen und unter www.inkota.de/landgrabbing veröffentlichen. Die Investmentfonds der Deutschen Bank Gruppe, Flora Eco Power, KTG Agrar und andere gehören zu den deutschen Landkäufern. Auf der INKOTA-Webseite finden Sie weitere Informationen dazu, wer wo Land aufkauft, welche Motive dahinterstecken und welche Folgen dies für die ländliche Bevölkerung hat.
Die Aktionen bei INKOTA koordiniert Evelyn Bahn. Hier, per E-Mail (bahn@inkota.de) oder per Telefon (030/42 08 202-0) können Sie Protestpostkarten bestellen. Die Online-Protestaktion finden Sie hier.
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