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INKOTA-Dossier 5 - September 2009

Der Kolonialismus und seine Folgen - 125 Jahre nach der Berliner Afrika-Konferenz

Erinnern, aufarbeiten, wiedergutmachen

Armin Massing

Eine Kampagne anlässlich des 125. Jahrestags der Berliner Afrika-Konferenz

Seit Februar dieses Jahres entsteht in Berlin ein breites Bündnis zivilgesellschaftlicher Organisationen, das den 125. Jahrestag der Berliner Afrika-Konferenz nutzen will, um die Kolonialvergangenheit kritisch zu erinnern. „Weder hier noch in den ehemals kolonisierten Staaten ist das koloniale Erbe überwunden“, heißt es im Kampagnenaufruf, der unter dem Motto „erinnern, aufarbeiten, wiedergutmachen“ steht. Die UnterzeichnerInnen des Aufrufs fordern einen grundlegenden Wandel im Umgang mit Deutschlands kolonialer Vergangenheit.

Konkret heißt das: Straßen sollen umbenannt werden, die Kolonialisten ehren oder rassistische Begriffe enthalten; Schulen, Universitäten sowie andere öffentliche und kirchliche Einrichtungen sollen sich kritisch mit Kolonialismus und Rassismus beschäftigen; zur Beseitigung struktureller Ausschlüsse von Schwarzen Menschen und People of Color aus allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens müssen konkrete Schritte unternommen werden; die ehemaligen deutschen und europäischen Kolonien sollen ideell und materiell entschädigt werden (wobei ausdrücklich betont wird, dass Gelder der Entwicklungszusammenarbeit keine Reparationen sind).

Die Kampagne beginnt mit einer Demonstration in Berlin am 15. November 2009, dem historischen Beginn der Berliner Afrika-Konferenz vor 125 Jahren. Sie endet mit einem Gedenkmarsch am 27. Februar 2010, der vom ehemaligen Konferenzort in der Wilhelmstraße zum Brandenburger Tor führt. In der Zeit dazwischen wird es eine Vielzahl von Veranstaltungen geben, die sich mit der Afrika-Konferenz und ihren Folgen beschäftigen. Geplant sind etwa eine Konferenz, Musicals mit Kindern und Jugendlichen, Museumsführungen sowie Informationsveranstaltungen. Die Kampagne ist offen für weitere Angebote und UnterstützerInnen.

Alle Aktivitäten und Termine finden sich ab Anfang Oktober unter: www.berliner-afrika-konferenz.de.