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Herbst 2009

Südlink

Das Nord-Süd-Magazin von INKOTA

Als entwicklungspolitisches Fachmagazin bietet der Südlink Platz für kontroverse Positionen und kritische Berichterstattung zu globalen Fragen. Jede Ausgabe widmet sich schwerpunktmäßig einem Nord-Süd-Thema, bei dem eine breite Autorenschaft aus Wissenschaft und Praxis sowie Nord und Süd zu Wort kommt. Die Ressorts "Standpunkte" und "Magazin" beinhalten darüber hinaus aktuelle Kommentare, Kolumnen, Pro- und Contras, Essays, Analysen und Berichte. Das Ressort "Kultur & Alltag" umfasst neben Buchrezensionen auch Hinweise aus Kino, Theater, Tanz und Musik.

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Die Welt hat so manchen Irrsinn zu bieten, dieser ist kaum zu überbieten: Rund eine Milliarde Menschen weltweit hungern und etwa genauso viele leiden an Übergewicht.Das eine ist ein immenser Skandal, der durch eine andere Politik deutlich entschärft werden könnte; das andere nicht nur ein Problem des globalen Nordens.

Mit unserer Ernährung liegt so einiges im Argen. Es geht aber nicht allein um individuelle Verhaltensänderungen. Wir brauchen auch eine andere Agrarpolitik und strengere Regeln für die internationalen Agrar- und Lebensmittelkonzerne. Klar ist: Es geht nicht um Verzicht, im Gegenteil: Wir müssen unserem Essen wieder einen höheren Stellenwert beimessen.

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Die einstürzenden Zwillingstürme gehören zu jenen Bildern, die sich für immer in unser Gedächtnis eingeschrieben haben. Die andere Seite jedoch verblasst zunehmend: Präsident Bushs geballte Faust, als er den "Krieg gegen den Terror" erklärt, die Folterungen in Abu Ghraib und Guantánamo, Bagdad unter Bomben.

Kriminelle Attentate gab es auch davor und danach, doch die Reaktion auf den "11. September" war ohne Beispiel: Die USA und ihre Verbündeten militarisierten ihre Außenpolitik wie nie zuvor; der "Krieg gegen den Terror" setzte Menschenrechte und Völkerrecht außer Kraft und führte zu zehntausenden Toten.

Vor allem aber vertiefte sich die Kluft zwischen westlicher Welt und den islamischen Ländern. Wo Islam und Islamismus systematisch verwechselt werden, sind MuslimInnen unerträglichem Misstrauen ausgesetzt, in den USA genauso wie in Deutschland.

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Arbeits- und Menschenrechte haben einen schweren Stand, wenn es um unsere schönsten Wochen des Jahres geht: um unseren Urlaub. Träger am Machu Picchu setzen ihre Gesundheit aufs Spiel und erhalten keinen angemessenen Lohn, Fischergemeinden werden für den Bau privater Urlaubs-Resorts vertrieben, indigene Gemeinden dürfen nicht mehr an ihr Wasser, weil damit der Swimming-Pool einer Safari-Lodge gefüllt wird, und – das schlimmste Verbrechen – unzählige Kinder werden sexuell ausgebeutet und versklavt.

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