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Montag 12.07.10

Zweifelhafte Geschäftsgebaren in der Outdoor-Branche

Die Hersteller von Outdoor-Funktionskleidung können sich freuen: Kaum eine andere Branche hat in den vergangenen Jahren trotz Wirtschaftskrise derart starke Zuwachsraten erzielt. Markenunternehmen wie The North Face, Schöffel oder Tatonka stehen für das Erleben der Natur, für die Sehnsucht nach fremden Ländern, für Freiheit und Abenteuer. Das Image der Outdoor-Unternehmen ist entsprechend positiv besetzt.

Zu Unrecht, wie jetzt die Kampagne für Saubere Kleidung_Clean Clothes Campaign (CCC) feststellt. Die Kampagne hat in den vergangenen Monaten Selbstbild und tatsächliches Geschäftsgebaren von 15 international tätigen Unternehmen der Outdoor-Bekleidungs-branche eingehend untersucht. Mit ernüchternden Resultaten.

So trifft etwa der in Deutschland ansässige Hersteller Schöffel, wie auch andere VertreterInnen der Branche, keinerlei Vorkehrungen für eine Mitbestimmung von ArbeiterInnen in Produktionsländern, in denen Gewerkschaftsfreiheit nicht existiert. Wieder andere Unternehmen verzichten gänzlich darauf, sich für die Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten bei der Herstellung ihrer Produkte zu engagieren. Löhne, die für ein Leben in Würde nicht ausreichen, verzeichnet die Kampagne für Saubere Kleidung ebenso wie im Fall des schwedischen Herstellers Fjällräven fehlende Obergrenzen für Überstunden, wodurch exzessiver Mehrarbeit in den Fertigungsstätten Tür und Tor geöffnet ist. Internationale Standards der ILO werden sogar in den Selbsterklärungen einzelner Unternehmen mißachtet.

Die aktuelle Studie wird vor dem Hintergrund der vom 15. bis zum 18. Juli in Friedrichshafen stattfindenden „OutDoor“ veröffentlicht, der größten Outdoor-Messe Europas. Das internationale CCC-Bündnis "Discover Fairness - aktiv für Menschenrechte" fordert die Branche zum proaktiven Handeln auf. Berlin / Münster, 12. Juli 2010.

Studie zum Download

(PDF, 955 KB)

Pressemeldung zur Studie

(PDF, 92 KB)

Stellungnahme zur Tatonka-Kritik an der Studie

 

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