Häufig gestellte Fragen
Wenn Sie im Rahmen der PlayFair2008-Kampagne aktiv werden möchten, finden Sie hier Fragen und Antworten, die sich speziell mit Olympia, China und den Sportartikelherstellern beschäftigen. Eine ausführliche Auflistung dieser Fragen und Antworten finden Sie unter www.playfair2008.org >> (Engl.).
1. Was sollte das Olympische Komitee (IOK) unternehmen, damit Arbeitsrechte in der globalen Sportartikelindustrie eingehalten werden?
Play Fair 2008 fordert vom IOK:
- Verlangen Sie für künftige Olympische Spiele von den Gastgeberländern, dass bei der Herstellung für Olympia lizenzierten Produkten die Vereinbarungen der ILO (Internationale Arbeits- Organisation) eingehalten (ratifiziert und implementiert) werden!
- Führen Sie die Einhaltung internationaler Arbeitstandards als vertragliche Kondition bei der Vergabe von Lizenzen, Sponsor- und Werbeverträgen ein!
- Befürworten Sie ausdrücklich grundlegende Arbeitsnormen, insbesondere in der Lieferkette der Sportartikelindustrie und berücksichtigen Sie diese in der Olympischen Charta sowie im Ethikkodex!
- Fördern Sie aktiv die Arbeitsrechte in jeglichem Zusammenhang mit den Olympischen Spielen!
2. Was können Marken und Sportartikelhersteller unternehmen, um Arbeitsrechte in der globalen Spotartikelindustrie zu gewährleisten?
Play Fair 2008 fordert von den Sportartiklern, Markenfirmen und den vielen anderen Unternehmen, die finanzielle Vorteile durch die Olympischen Spiele erzielen:
- Nehmen Sie Beschaffungspraktiken an, die Lieferanten und Subunternehmen die Einhaltung internationaler Arbeitsstandards ermöglichen!
- Verändern Sie die Einkaufspolitik damit die negativen Auswirkungen ihrer Einkaufspraktiken auf Arbeitsbedingungen und Arbeitsrechte in ihrer Lieferkette ein Ende haben!
- Unternehmen Sie sofortige und proaktive Schritte, damit ArbeiterInnen von ihrem Recht Gebrauch machen können, Gewerkschaften zu gründen, diesen beizutreten und Tarifverhandlungen zu führen!
- Behalten Sie Ihre Produktion in gewerkschaftlich organisierten Fabriken bei und geben Sie bei der Ausweitung der Produktion gewerkschaftlich organisierten Fabriken den Vorzug!
- Sorgen sie dafür, dass ArbeiterInnen pünktlich bezahlt werden, einen existenzsichernden Lohn bekommen und von ihnen keine Kautionen einbehalten werden!
- Informieren Sie die Öffentlichkeit über die Arbeitsbedingungen in Ihren Zulieferfabriken und seien Sie vollkommen transparent bezüglich ihrer Geschäftpraktiken, u.a. betreffs des Stückpreises und der Lieferfristen, durch die die Arbeitbedingungen extrem beeinflusst werden!
- Veröffentlichen Sie die Identität, das Land und den Ort ihrer Zulieferbetriebe und Subunternehmen!
3. Spielen die nationalen Regierungen eine Rolle bei der Sicherstellung von ArbeitnehmerInnenrechten?
Ja, absolut! Play Fair 2008 fordert von den Regierungen:
- dass sie das Recht der ArbeitnehmerInnen, eine unabhängige Gewerkschaft zu gründen und dieser beizutreten, unterstützen und die Richtlinien der Internationalen Arbeitsorganisation (IAO) ratifizieren (sofern noch nicht geschehen) und diese unverzüglich durchsetzen.
- dass sie eine Politik durchsetzen, die sozial verantwortliches Verhalten in internationalen Geschäftsbeziehungen fördert und Internationale Richtlinien berücksichtigt wie: Die Grundsatzerklärung der IAO über Multinationale Unternehmen oder die OECD-Leitsätze für Multinationale Unternehmen.
- dass sie die Beachtung von Arbeitsrechten in internationalen und binationalen Verträgen und Handelsvereinbarungen fördern, und dadurch die IAO als auch anderer international relevante UNO-Organisationen stärken.
- dass sie die Rolle der IAO stärken und damit die IAO-Kodizes effektiver werden.
- dass sie in ihrer eigenen Beschaffungspolitik, die sozialen Arbeitsstandards beachten.
4. China ist 2008 der Gastgeber für die Olympischen Spiele – Gibt es spezifische Aktivitäten, die die Chinesische Regierung unternehmen sollte, damit die Bedingungen der Arbeiter sich verbessern?
Ja. China steht vor einer besonderen Herausforderung bezüglich der Rechte der ArbeiterInnen. Darum stellt PlayFair2008 folgende Forderungen speziell an China (zusätzlich zu den unter Frage drei gestellten Forderungen):
- Halten Sie das Versprechen die Menschenrechte in Ihrem Land zu verbessern!
- Geben Sie die Gewinne der Olympischen Spiele an das Chinesische Volk weiter!
- Ratifizieren und Implementieren Sie die IAO-Konvention 87 und 98*!
- Beenden Sie die Missachtung der Arbeitsrechte. Gehen Sie gegen die Diskriminierung, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz, die Kündigungen oder die Inhaftierung von ArbeitrechtsaktivistInnen aktiv vor!
- Führen Sie Arbeitsrechte und Bestimmungen ein und kontrollieren Sie diese wie auch bereits bestehende, auch bei Staatsbetrieben!
- Sorgen Sie für derartige Verträge, Löhne und einen Basisarbeitsschutz, wodurch die „Kultur der Straflosigkeit“ seitens Unternehmen und offizieller Stellen, die darin verwickelt sind, beendet wird!
- Verpflichten Sie sich zu ernsthaften und nachhaltigen Verbesserungen für die Gesundheit und Sicherheit bei der Arbeit!
- Beenden Sie die systematische Diskriminierung von WanderarbeiterInnen!
- Abschaffung des Systems der "Umerziehung durch Arbeit" (RTL = Re-education through Labour)!
- Entlassen Sie alle inhaftierten ArbeitsrechtsaktivistInnen!
*die IAO-Konvention 87 und 98 stehen für den Schutz des Vereinigungsrechts
5. Angesichts der Probleme, die es mit den Arbeitsrechten in der Sportartikelindustrie gibt, was können Investoren unternehmen?
PLAY FAIR 2008 ist der Meinung, Investoren sollten allen Sportartikelherstellern kommunizieren: Eines der Schlüsselkriterien bei der Vergabe von Investitionen wird das Ausmaß ihrer Aktivitäten zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen sein.
6. Wie kann meine Organisation PlayFair2008 unterstützen?
Organisationen sind eingeladen, den Forderungen und Zielen der Play Fair Kampagne 2008 öffentlich zuzustimmen. Um die Unterstützungserklärung zu lesen und die wachsende Liste der Unterstützer zu unterschreiben, senden sie eine Mail an: partner@inkota.de
7. Ist es das erste Mal, das Arbeitsrechtsverletzungen in Bezug auf Olympia und der Sportartikelindustrie angesprochen werden?
Nein, in den letzten Jahren gab es bereits Aktivitäten, um Aufmerksamkeit zu erzielen. Mit Nachdruck wurde die Notwendigkeit einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen betont, gerade für Produkte, die im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen stehen. Besonders 2003 und 2004 in Vorbereitung auf Olympia in Athen hat die PLAY FAIR Allianz die „Play Fair bei Olympia“ Kampagne gestartet; bislang eine der größten Anti-Sweatshop-Kampagne.
Mehr Informationen: www.fairolympics.org >>
Ein breites Bündnis trägt die Aktivitäten: die Organisatoren von PlayFair 2008, die Kampagne für ,Saubere’ Kleidung und die Global Unions.
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