So kann Ihre Spende verwendet werden:

50 Euro: Fortbildung zum Thema Produktion von eigenem Saatgut

100 Euro: Anlage eines Demonstrationsfeldes für Getreide oder Gemüse

750 Euro: Miete eines Traktors für sechs Dörfer

Ansprechpartnerin

Christine Wiid

Mehr als nur Hoffnung säen

Kulima stärkt Kleinbauern in Ancuabe

Der Norden Mosambiks ist die ärmste Region des Landes, bedingt durch die große Entfernung zur Hauptstadt Maputo (mehr als 2.500 Kilometer) und die schlechte Verkehrsanbindung. Zwar ist die Region reich an Rohstoffen und Erdgas, aber von den Folgen des „Booms“ kommt bei den Kleinbauern und -bäuerinnen nichts an. So lebt die Landbevölkerung im Distrikt Ancuabe, in dem das Projekt umgesetzt wird, fast ausschließlich von der Subsistenzlandwirtschaft und dem, was sie auf ihren eigenen Feldern anbaut.

Die INKOTA-Partnerorganisation KULIMA unterstützt Kleinbauern und bäuerinnen aus 6 Dörfern auf ihrem Weg zur Ernährungssouveränität. KULIMA ist eine der erfahrensten NGOs in Mosambik und schon seit vielen Jahren in der Provinz Cabo Delgado aktiv, in der auch der Distrikt Ancuabe liegt. In den vergangenen zwei Jahren hat KULIMA erfolgreich mit 4 Dörfern aus Ancuabe zusammengearbeitet. Diese Erfolge sollen nun auch in weitere Dörfer in dem Distrikt getragen werden.

Die Menschen in Nordmosambik leben zum größten Teil von der Landwirtschaft. Ihre Hauptanbaukulturen sind Mais, Bohnen und Maniok, und wo genügend Wasser vorhanden ist, auch Gemüse. Das Risiko von Ernteausfällen ist jedoch hoch, weil die Menschen stark vom Wetter abhängig sind: Es gibt kaum Bewässerungssysteme oder Wasserspeicher, so dass jede Dürreperiode die Ernte gefährdet. Wenn doch einmal Überschüsse produziert werden, sind diese bisher kaum verwertbar, weil nur wenige oder schlechte Lagerungsmöglichkeiten für die Ernte vorhanden sind: Viele Menschen lagern ihre Ernte auf Bäumen, im Haus oder in undichten Tontöpfen. In den vergangenen zwei Jahren hat KULIMA jedoch erste gute Erfolge erzielt: In einigen Dörfern wurden gemeinschaftlich genutzte Speicher gebaut, und mithilfe von Wasserpumpen sind die Bauern und Bäuerinnen in der Lage, ihre Gemüsefelder regelmäßig zu bewässern.

Promotorenausbildung

Eine wichtige Projektkomponente ist die Ausbildung von landwirtschaftlichen Promotoren, die den Bauern und Bäuerinnen bei der täglichen Arbeit zur Seite stehen. Ebenso sind zahlreiche praktische Fortbildungsmaßnahmen zu angepassten Anbautechniken, Wassermanagement und organischer Düngung geplant, mit dem Ziel, den Menschen eine zweite Ernte im Jahr zu ermöglichen.

Bau von Getreidespeichern

Um die Lagermöglichkeiten der Ernte zu verbessern, plant KULIMA zusammen mit der Zielgruppe in den Dörfern den Bau von weiteren, gemeinsam genutzten Getreidesilos und -speichern. Außerdem unterstützt KULIMA die Bauern und Bäuerinnen bei der lokalen Vermarktung von Überschüssen. Zusätzlich erhalten sie Mais- oder Sesamsaatgut in Form eines Saatgutkredits.

Erosionsschutz und Wiederaufforstung

Auch bei der Anpassung an den Klimawandel, von dem Mosambik immer stärker betroffen ist, werden die Bauern und Bäuerinnen von KULIMA unterstützt. Wiederaufforstung gerodeter Flächen und Bodenschutzmaßnahmen durch den Bau von Dämmen und Antierosionsgräben tragen aktiv zum Klima- und Umweltschutz bei.
Selbstorganisation der KleinbäuerInnen

Die Bauern und Bäuerinnen werden an allen Projektschritten beteiligt und kontinuierlich weitergebildet. Wichtig sind aber auch die Selbstorganisation in Produktionsgemeinschaften und der Erfahrungsaustausch der Projektdörfer untereinander, KULIMA unterstützt sie dabei. In Kombination mit den anderen Maßnahmen trägt dies dazu bei, dass die Menschen in Ancuabe ihre eigene Entwicklung aktiv in die Hand nehmen können.

Ernährung und mehr Vielfalt

KULIMA unterstützt die Kleinbauern und -bäuerinnen auch dabei, neue Gemüsesorten auf ihren Feldern anzubauen: Neben Paprika, Tomaten und Kohl wachsen nun auch Auberginen und Rote Bete auf den Feldern der Dorfbewohner. Dies beugt der verbreiteten Mangelernährung vor, gleichzeitig können die Menschen durch den Verkauf ihrer Produkte ein kleines Einkommen erwirtschaften.

Projektinfo

Projekt: Kleinbauern stärken und den Hunger besiegen
OrtAncuabe, Nordmosambik
PartnerKULIMA
LaufzeitOktober 2013 bis September 2015
Kosten131.855 Euro
Spendenbedarf23.224 Euro