Krank oder obdachlos?

Das nimmt Amisha Singh nicht hin!

Von einem Leben in Würde noch immer weit entfernt: eine Frau in einer der Wohnsiedlungen für ArbeiterInnen der indischen Schuh- und Lederindustrie. Foto: NaZemi/Change Your Shoes

Amisha Singh niest Blut, seit Tagen fühlt sie sich krank. Sie muss dringend zum Arzt, doch ihre Arbeit in einer indischen Schuhfabrik erlaubt das nicht: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall? Fehlanzeige! Besucht sie einen Arzt, verdient sie kein Geld – und das kann sie sich bei ihrem ohnehin mickrigen Lohn nicht leisten. Doch Amisha gibt nicht auf: Seit kurzem weiß sie, dass sie Rechte hat – und dass ihr Arbeitgeber diese Rechte verletzt. Das will sie nicht länger hinnehmen. Unterstützen Sie Amisha Singh beim Kampf um ihre Rechte.

Was soll Amisha machen?

Wann die Magenschmerzen angefangen haben, kann Amisha Singh nicht mehr sagen. Am Anfang dachte sie, es wäre Hunger. Doch die Schmerzen blieben, auch wenn sie etwas gegessen hatte. Sie sprach mit einer Kollegin darüber. „Hatte ich auch schon“, meinte die. „Liegt am Kleber.“

Amisha arbeitet in einer indischen Schuhfabrik im Bundesstaat Tamil Nadu. Sie näht, schneidet und klebt zusammen, was Sie später an Ihren Füßen tragen. Sechs Tage die Woche, im Schichtdienst.

Seit vergangener Woche niest Amisha Blut. Sie macht sich Sorgen, dass es ihr bald noch schlechter gehen könnte. Sie möchte zum Arzt gehen, doch dafür muss sie Urlaub nehmen – und der ist grundsätzlich unbezahlt. Ohne ihren vollen Lohn kann sie aber ihr Zimmer nicht bezahlen, in dem sie mit drei anderen Arbeiterinnen zusammenlebt. Was soll sie bloß tun?

Das Blatt wendet sich

Bis vor ein paar Wochen erschien Amishas Situation aussichtslos. Doch jetzt schöpft sie neue Hoffnung: Bei einem Training der INKOTA-Partnerorganisation CIVIDEP hat sie erfahren, dass ihr für jede Überstunde der doppelte Lohn zusteht. „Wenn ich mehr Geld bekäme, könnte ich endlich zum Arzt gehen“, sagt sie.

Von ihren Rechten als Arbeiterin hat sie durch CIVIDEP zum ersten Mal erfahren. „Das erleben wir immer wieder und es zeigt, wie wichtig unsere Arbeit ist“, erzählt CIVIDEP-Leiter Gopinath Parakuni. Seit vielen Jahren bietet die indische NRO Trainings zu Arbeitsrechten in Schuh- und Lederfabriken an und hilft den ArbeiterInnen dabei, sich zu organisieren und gemeinsam für ihre Rechte einzustehen. „Durch das Training verstehe ich, dass meine Rechte an meinem Arbeitsplatz verletzt werden“, sagt Amisha. „Ich möchte mich dagegen wehren!“

Amisha schafft es nur mit Ihrer Unterstützung!

Amisha will, dass ihre Überstunden bezahlt werden – damit sie endlich zum Arzt gehen und trotzdem ihr Zimmer behalten kann. Ihre KollegInnen wollen einen richtigen Arbeitsvertrag oder sich gegen die Beschimpfungen oder sogar Schläge wehren, die zum Arbeitsalltag gehören.

Sie alle brauchen die Unterstützung von erfahrenen Menschen wie Gopinath Parakuni von CIVIDEP. Doch deren Unterstützung kostet Geld. Häufig sind Rechte-Trainings für 40 Euro pro Person ein wichtiger erster Schritt. Danach wissen die ArbeiterInnen, welche Rechte sie haben und wie sie dafür eintreten können. Jetzt kommt es auf Sie an!

Stehen Sie Amisha Singh und den anderen ArbeiterInnen zur Seite: Spenden Sie jetzt, damit sie endlich etwas ändern können!

Spendenkonto:
KD-Bank
IBAN: DE06 3506 0190 1555 0000 10
BIC: GENODED1DKD
Kennwort: Schuhe

*Da den ArbeiterInnen Repressionen drohen, wenn wir sie kenntlich machen, haben wir hier die Geschichte von Amisha Singh erzählt. Auf Grundlage aktueller Aussagen von ArbeiterInnen aus mehreren indischen Schuhfabriken und Gerbereien haben wir ihre Geschichte zusammengestellt. Die anonymisierten Aussagen und alle hier geschilderten Umstände können Sie in der Studie „Schritt für Schritt“ von INKOTA und Südwind nachlesen. Sie erscheint in Kürze.