Weltagrarbericht

Die Kernaussagen des Weltagrarberichts:

  • Es bedarf eines radikalen und systematischen Wandels in der landwirtschaftlichen Forschung, Entwicklung und Praxis, um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein.
  • Nicht die Steigerung der Produktivität um jeden Preis, sondern der realen Verfügbarkeit von Lebensmitteln und deren Produktionsmitteln vor Ort ist der entscheidende Faktor bei der Bekämpfung des Hungers. Kleinbäuerliche Strukturen sind die besten Garanten lokaler Ernährungssicherheit und nationaler und regionaler Ernährungssouveränität.
  • Ihre Multifunktionalität (ökologische und soziale Leistungen) gilt es anzuerkennen und gezielt zu fördern.
  • Agrarsprit ist keine tragbare Option - effizientere, integrierte und dezentrale Formen der Bio-Energiegewinnung (Strom und Wärme) dagegen sehr wohl. Die Umwidmung von Anbauflächen für Lebensmittel in Treibstoffflächen ist nicht vertretbar.
  • Die ärmsten Länder und die Ärmsten auf dem Lande sind die Verlierer von Globalisierung und Liberalisierung des Agrarhandels. Gentechnik bringt derzeit mehr Probleme als Lösungen und beeinflusst die Ausrichtung des Forschungsinteresses auf patentierbare Produkte.
  • Geistige Eigentumsrechte und -ansprüche, insbesondere in Bezug auf Saatgut, können die Freiheit der Forschung und die Verbreitung von Wissen maßgeblich negativ beeinflussen.
  • Öffentliche Forschung und Entwicklung müssen gestärkt und aus ihrem akademischen Elfenbeinturm geholt werden. Es gilt, die Fragen der Landwirte zu beantworten und diese an den Entwicklungen zu beteiligen.
  • Der ökologische und ökonomische Imperativ, Klimagasemissionen pro Kalorie zu reduzieren, bedarf technologischer Revolutionen und drastischer Einschnitte.