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Pressemitteilung vom 16. September 2009
(PDF 33 KB)
Pressemitteilung vom 6. März 2009
(PDF 33 KB)
Lars StubbeKoordination Eilaktionen
Kampagne für Saubere Kleidung
Tel.: 030 42 08 202-52
Fax: 030 42 08 202-10

Emine Arslan hat ihren Job in der Desa Fabrik verloren, als sie in die Gewerkschaft eintrat. Seitdem kämpft sie unerschütterlich für ihre Wiedereinstellung und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
Acht Jahre lang hat Emine Arslan in der Desa-Fabrik in Sefaköy in der Türkei gearbeitet. Mit der Zeit wurde sie immer unzufriedener mit den Arbeitsbedingungen in der Fabrik, besonders die langen Arbeitszeiten und vielen Überstunden machten ihr zu schaffen. Sie wandte sich deshalb im Juli 2008 an die lokale Vertretung der Gewerkschaft Deri Is. Um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen, begann sie andere ArbeiterInnen über die Gewerkschaft zu informieren und als MitgliederInnen zu werben. Obwohl Emine Arslan als gute und fleißige Angestellte bekannt war, wurde sie daraufhin innerhalb kürzester Zeit entlassen.
Nach ihrer Entlassung bat sie die Desa-Fabrikleitung um Gespräche, bei denen auch VertreterInnen der Gewerkschaft anwesend sein sollten. Die Fabrikleitung lehnte ab und forderte Emine auf, alleine zu kommen. Emine wiederum wollte kein Gespräch ohne die Gewerkschaft.
Seitdem protestiert sie vor der Fabrik – manchmal unterstützt von anderen Gewerkschaftern oder ihrer Familie. Obwohl die Fabrikleitung sowie die Polizei sie immer wieder schikanieren, kämpft sie unerschütterlich für Arbeitsrechte.
Als die Fabrikleitung realisierte, dass die kleine Frau nicht so einfach einzuschüchtern ist, boten sie ihr bis zu 15.000 Euro dafür, dass sie ihren Protest beendete. Doch Emine Arslan ließ sich nicht bestechen. Daraufhin nahmen die Einschüchterungsversuche drastischere Züge an: Emine Arslan wurde unterschwellig klargemacht, dass ihrer Familie etwas zustoßen könnte. Prompt versuchte ein Unbekannter, ihre elfjährige Tochter zu entführen. Glücklicherweise misslang der Entführungsversuch, Emine Arslan hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Die Fabrikleitung wiederum verklagte sie auf Rufschädigung und erwirkte Strafzahlungen.
Auch in Emine Arslans Fall bestätigte der Oberste Gerichtshof, dass sie aufgrund ihrer Gewerkschaftstätigkeit entlassen worden war und damit ein Verstoß gegen internationale und türkische Arbeitsrechte besteht. Die Desa-Fabrikleitung weigert sich aber weiterhin, Emine Arslan wieder einzustellen. Sie gehört nicht zu den ArbeiterInnen, die jetzt wiedereingestellt wurden. Trotzdem hat sie viele Frauen mit ihrem Kampf für faire Arbeitsbedingungen inspiriert.