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Lars StubbeKoordination Eilaktionen
Kampagne für Saubere Kleidung

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Prada und Samsonite – Desa, Türkei

Der wahre Preis des Luxus

Um sich gegen unzumutbare Arbeitsbedingungen zu wehren, wollten die Desa-ArbeiterInnen sich im April 2008 der türkischen Gewerkschaft für LederarbeiterInnen Deri Is anschließen. Die Desa-Geschäftsführung setzte daraufhin allerdings 44 ArbeiterInnen vor die Tür und zwang weitere 55 ArbeiterInnen, ihre Gewerkschaftstätigkeit niederzulegen.

Im November 2008 startete die Clean Clothes Campaign daraufhin eine Protestaktion gegen Prada und Samsonite sowie andere europäische Luxusunternehmen, die bei Desa produzieren. Auch wenn die Unternehmen nicht angemessen reagierten, geriet die Desa-Geschäftsleitung unter Druck. Sie ließ sich auf Gespräche mit der Gewerkschaft ein; eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen konnte damals jedoch nicht erreicht werden. Die Geschäftsführung weigerte sich, jegliche Vereinbarungen schriftlich festzuhalten und begann die Verhandlungen jedes Mal von Neuem. Die Kampagne für Saubere Kleidung vermutete dahinter eine Hinhaltetaktik und forderte, dass den Treffen Taten folgen müssten. Weder hatten GewerkschafterInnen ihre Jobs zurückerhalten, noch wurde die Gewerkschaft zugelassen. Die entlassenen ArbeiterInnen protestierten unermüdlich vor der Fabrik – unter ihnen auch Emine Arslan.

Nachdem ein türkisches Gericht in etlichen Fällen bestätigt hatte, dass die Entlassungen rechtswidrig waren, bestätigte ein Jahr nach dem Beginn des Arbeitskampfes auch der Oberste Gerichtshof der Türkei, dass die Entlassungen von 18 ArbeiterInnen wegen der Organisierung einer Gewerkschaft in der Desa-Fabrik illegal gewesen waren.

Der Erfolg der Beschäftigten des Lederproduzenten war jedoch noch nicht vollkommen, die zu Unrecht Entlassenen wollten wieder an ihren Arbeitsplatz zurück. Das türkische Gesetz entspricht jedoch nicht den entsprechenden ILO-Konventionen. Es erlaubt der Firma die Zahlung einer Entschädigung, wenn sie die gefeuerten ArbeiterInnen nicht mehr einstellen will. Die Kampagne für Saubere Kleidung unterstützte die Forderung der ArbeiterInnen nach einer Wiedereinstellung. Andernfalls hätte dieses Ereignis ein Negativbeispiel für andere Firmen sein können, unliebsame Beschäftigte einfach zu entlassen und sich  ihner mit Geldzahlungen zu entledigen.

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