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Programm für eine Sektoren übergreifende Lösung für die indonesische Sport- und Bekleidungsindustrie:
Sector-Wide Solution for Indonesia
(PDF, english, 102 KB)
Auch Oxfam Australien setzt sich aktiv für die ArbeiterInnen in Indonesien ein und übt Druck auf Adidas aus:
www.oxfam.org.au
Lars StubbeKoordination Eilaktionen
Kampagne für Saubere Kleidung
Tel.: 030 42 08 202-52
Fax: 030 42 08 202-10

In stylischen Hochglanzbroschüren verspricht Adidas, sich für Sozial- und Umweltstandards einzusetzen. Dabei betont Adidas, dass sie selbst aktiv werden und die Einhaltung von internationalen Standards bei Zulieferern fordern. Allerdings erhält die Kampagne für Saubere Kleidung immer wieder Meldungen über Arbeitsrechtsverletzungen in Indonesien – auch bei Zulieferern von Adidas. Partnerorganisationen berichten über den Missbrauch von befristeten Arbeitsverträgen, unverantwortliche Behandlung bei Fabrikschließungen und die Verletzung der Versammlungsfreiheit.
Seit die Fabriken PT Spotec und PT Dong Joe im November 2006 ohne Vorankündigung schlossen, suchen tausende ArbeiterInnen noch immer nach neuen Jobs. Rund 3.000 Menschen aus ganz Europa beteiligten sich an den Protestaktionen der Kampagne für Saubere Kleidung. Adidas bemühte sich daraufhin, die entlassenen ArbeiterInnen in anderen Fabriken wieder einzustellen. 1450 der 10.500 ArbeiterInnen fanden in der Fabrik des neuen Zulieferers Ching Luh Anstellung. Jedoch warten noch rund 900 ArbeiterInnen auf die Bearbeitung ihrer Bewerbungen, darunter auch die sieben SBGTS-Gewerkschaftsmitglieder. Sie hatten ihre Bewerbungen fristgerecht eingereicht, aber haben nach über einem Jahr immer noch keine Rückmeldung erhalten. Sie sehen sich genötigt, Kurzarbeit unter schlechten Arbeitsbedingungen anzunehmen, obwohl sie über viele Jahre Erfahrung in der Sportwarenproduktion verfügen. Die Kampagne für Saubere Kleidung geht davon aus, dass die sieben Gewerkschaftsmitglieder aufgrund ihres Einsatzes für Arbeitsrechte nicht wieder eingestellt werden.

Das gilt auch für vier der 33 Gewerkschaftsmitglieder aus der Fabrik PT Panarub, die nach einem eintägigen Streik im Oktober 2005 entlassen wurden. Sie hatten für höhere Löhne und die Einhaltung von Arbeitsstandards gestreikt. Die Fabrik war für mangelnde Gesundheits- und Sicherheitsstandards sowie schlechte Arbeitsbedingungen bekannt. Internationale Proteste im Rahmen der Kampagne für Saubere Kleidung bewirkten, dass die ArbeiterInnen Abfindungen erhielten. Bis heute jedoch suchen vier GewerkschafterInnen nach festen Anstellungen, die ihnen ein regelmäßiges Einkommen sichern.
Die Kampagne für Saubere Kleidung hat gemeinsam mit Oxfam Australien ein Programm für eine sektorenübergreifende Lösung für die indonesische Sport- und Bekleidungsindustrie entwickelt. Das Programm zielt darauf, internationale Arbeitsstandards in der indonesischen Textilindustrie zu etablieren und die Rechte der ArbeiterInnen zu gewährleisten. Dabei geht es vor allem darum, den ArbeiterInnen ihr Recht auf Versammlungsfreiheit und Tarifverhandlungen zu sichern, den Missbrauch von befristeten Verträgen zu unterbinden und ausstehende Löhne und Entschädigungen bei Fabrikschließungen zu erreichen.
Sector-Wide Solution for Indonesia
(PDF, english, 100 KB)