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Berndt Hinzmann
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Preisträger der SPITZEN NADEL 2016

Den Aktionspreis SPITZE NADEL 2016 erhielten drei Initiativen, die sich auf beispielhafte Art und Weise für mehr Gerechtigkeit in der Schuh-, Leder- und Textilindustrie stark gemacht haben:

Future Fashion Forward e.V. mit der Aktion “The 2 Euro T-Shirt - A social Experiment"

Zum Fashion Revolution Day 2015 stand auf dem Alexanderplatz in Berlin ein großer Automat befüllt mit T-Shirts. Für nur zwei Euro konnten sie gezogen werden. Doch vor dem großen Auswurf wurden die PassantInnen mit Bildern über die Zustände in der globalen Bekleidungsindustrie aufgeklärt. Anschließend konnten sie wählen: zwei Euro für bessere Arbeitsbedingungen spenden oder tatsächlich das T-Shirt haben. Mit einer versteckten Kamera wurde den ganzen Tag gefilmt. Der entstandene Videospot ging um die Welt - 7 Millionen Views auf YouTube und 126.000 Shares auf Facebook. Die mediale Berichterstattung folgte prompt. Beeindruckend!

Dies Irae mit der Aktion “Jobs @ Primark”

Mit dieser Jobanzeige stimmt etwas nicht: In großen Plakatkästen u.a. an Bushaltestellen in Braunschweig waren im April 2015 gefakte Stellenausschreibungen des Textildiscounters zu sehen. Wer möchte schon nicht gerne an sieben Tagen in der Woche für jeweils zwölf Stunden arbeiten und dafür keine Krankenversicherung haben ("Wer krank ist hat Pech") und einen kompletten Toilettengang pro Schicht genießen dürfen ("wenn wir es Dir erlauben")? Klar, dass das der einen oder anderen Leserin aufstoßen würde. Deshalb durften am Ende des Plakates auch die Kontaktdaten von Primark nicht fehlen - damit die BetrachterInnen ihre Begeisterung gleich an die richtigen AdressatInnen richten konnten. Ein klassisches Adbusting, erfolgreiche Verbreitung im Netz inklusive: Immer wirkungsvoll - wenn es gut umgesetzt wird!

Ev. Jugend Bad Honnef mit der Aktion “Fashion - ein globales Geschäft”

Wer diesen Stand auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart durchlaufen hat, kann die Augen vor den Missständen in der globalen Textilindustrie nicht mehr verschließen. In einer "Black Box" im Zentrum des Standes wurden Fabrikgeräusche, stickige Luft und verschmutztes Wasser erfahrbar gemacht - flankiert von den Bildern und Informationen über die Produktionsbedingungen bei der Herstellung von Kleidung v.a. in Bangladesh. Ein Erlebnis das nicht schön, aber für mehr als 1.000 v.a. junge BesucherInnen zwischen 14 und 27 Jahren einprägsam und somit wirkungsvoll war. Richtig stark!