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Lars StubbeKoordination Eilaktionen
Kampagne für Saubere Kleidung

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BCWS, Bangladesch

Bangladeschische ArbeitsrechtlerInnen verhaftet

Nach einer Reihe von Einschüchterungsmaßnahmen gegen die Nichtregierungsorganisation „Bangladesh Center for Worker Solidarity (BCWS)“ sind am 12. August die Direktorin Kalpona Akter und ihr Stellvertreter Babul Akhter verhaftet worden. Die Kampagne für Saubere Kleidung fürchtet um die Sicherheit der Angestellten des bangladeschischen Zentrums für Arbeitersolidarität.

Die bangladeschische Regierung hatte am 29. Juli die Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns angekündet. Gleichzeitig drohte sie, keine „Anarchie“ in der Bekleidungsindustrie zuzulassen. Die Lohnerhöhung bleibt jedoch weit unter den Forderungen der Gewerkschaft, denn auch ein Mindestlohn von 3000 Taka (ca. 32 EUR) reicht nicht annähernd für die Deckung der Grundbedürfnisse. Die ArbeiterInnen führen deshalb ihre Straßenproteste weiter. Gegen Hunderte von ArbeiterInnen sowie mehrere ArbeitsrechtlerInnen wurden in der Zwischenzeit Haftbefehle erlassen.

BCWS geriet besonders ins Kreuzfeuer der Regierung. Der Nichtregierungsorganisation (NRO) wird vorgeworfen, sie hätte zu Unruhe in der Bekleidungsindustrie angestiftet. Anfang Juni hatte die Regierung BCWS bereits die Registrierung entzogen sowie die Konfiszierung des NRO-Eigentums und die Einfrierung der NRO-Konten angeordnet.

Am 16. Juni verhafteten Sicherheitskräfte den BCWS-Mitarbeiter Aminul Islam. Islam berichtete, dass Angestellte des Nationalen Sicherheitsdienstes (National Security Intelligence) ihn – in Absicht nach einer gefälschten Zeugenaussage gegen BCWS- blindwütig geschlagen und ihm mit dem Tod gedroht hätten. Als sich Islam weigerte, eine Falschaussage gegen die LeiterInnen von BCWS zu machen, wurde er bewusstlos geschlagen. Am gleichen Tag konnte er jedoch spätabends während eines Transport in einen anderen Distrikt fliehen.

BCWS ist eine international anerkannte Arbeitsrechts-NRO. Es gibt keine Anzeichen, die einen direkten Zusammenhang mit den schweren Unruhen in der Bekleidungsindustrie aufzeigen. Der Zeitpunkt der Razzia gegen BCWS deutet viel eher darauf hin, dass eine Bekleidungsfabrik versuchte zu verhindern, dass sich dort eine unabhängige Gewerkschaft bilden kann.

In den letzten Wochen sind Tausende von NäherInnen auf die Strasse gegangen und haben einen höheren Lohn gefordert. Mit dem Vorwurf gegen BCWS macht die Regierung jetzt deutlich, dass sie nicht bereit ist, die Forderungen der ArbeiterInnen, die für einen Hungerlohn unzählige Überstunden für die weltgrössten Markenfirmen leisten, ernst zu nehmen.