Profile einiger bekannter Sportbekleidungshersteller

ASICS Corporation: Die Marke dieses in Japan ansässigen Unternehmens steht an fünfter Stelle im weltweiten Sportschuh-Sektor. Das Motto - "Man läuft mit den Füssen, nicht mit den Augen" - war der vom Unternehmensgründer Kihachiro Onitsuka vertretene Grundgedanke. Er gründete sein Unternehmen, nachdem er das entsetzliche Schicksal der Kinder im Nachkriegs-Japan erlebt hatte. ASICS ist berühmt für seine Hightech-Laufschuhe, und die Marke ist zum Synonym für den Marathon geworden. 2005 belief sich der globale Umsatz auf etwa 1,4 Millionen US-Dollar bei Gewinnen vor Steuer von 100 000 Tausend US-Dollar. Im Jahr 2005 feierte ASICS Deutschland seinen 10jährigen Geburtstag und vergrößert weiter seinen Vorsprung im gesamten Running-Schuhmarkt und wurde mit 40% Marktanteil klarer Marktführer. Der Sportartikelhersteller Asics setzt verstärkt auf Sponsoring im Spitzensport. Asics ist seit Jahresbeginn offizieller Sportschuhausrüster des Deutschen Hockey-Bundes (DHB). ASICS sponsert mehrere hochrangige Olympia-Kandidaten, einschließlich Marathonläufer Naoko Takahashi und der bekannten US-amerikanischen Hochspringerin Amy Acuff. Das Unternehmen erwartet weiter eine deutliche Umsatzsteigerung. Die Herstellung seiner Produkte wurde allmählich von Japan in andere Teile Asiens verlagert. ASICS erklärt, sein Grundsatz bestehe darin, "gemeinsam Ziele im Geiste von Freiheit, Fairness, Respekt für die Würde des Einzelnen und gute Unternehmensführung zu erreichen, bei Achtung ethischer Normen und gleichzeitigem Aufbau der Unternehmenswerte." Auf dem Papier verweist ASICS in rhetorischen Formeln auf seine ethische Verpflichtung gegenüber den Arbeitsnormen; deren praktische Anwendung ist jedoch unzureichend. Es gibt weiter Hinweise auf schlechte Praktiken in Fabrik, die für ASICS produzieren. Es kommt für die Beschäftigten zu übermäßigen Überstunden, Strafen für nicht erreichte Produktionsziele (drastische Erhöhung der zu fertigenden Stückzahl von 1000 auf 2000 kurz vor Terminabgabe), Gesundheitsproblemen durch das Einatmen von Textilfasern oder sie sind sexueller Belästigung ausgesetzt.


Fila: Fila ist ein italienisches Unternehmen für hochmodische Sportkleidung, das seit Juli 2003 im Besitz der in den USA ansässigen privaten Finanzgesellschaft Sport Brand International ist. Fila ist insbesondere bei jüngeren Verbrauchern eine bekannte Marke. Das Unternehmen bemüht sich, seine Marke erneut zu lancieren und die frühere finanzielle dominante Stellung zurück zu gewinnen. Es investiert deshalb in großem Umfang in Werbung und setzt Berühmtheiten aus Sport und Musikwelt als Werbeträger ein, um das Image als Marke der Wahl aufzubauen. Mit einem Marketing-Haushalt von mehr als 70 Millionen US-Dollar hat Fila Tennisstars wie Kim Clijsters und Rainer Schüttler, den Alpinskifahrer Alberto Tomba, sowie den Triathlonläufer Greg Sautner oder den Gipfelstürmer Reinhold Messner engagiert. Der größte Teil der Produktion von Fila erfolgt in Ostasien und die neue Strategie zur Bewirtschaftung der Zulieferkette zielt darauf ab, die Vorgaben für die Lieferfristen zu reduzieren. Beispielsweise, die 3600 Mitarbeiter der Firma Tae Hwa, in Indonesia, arbeiten fast ausschließlich für Fila und wer seine Arbeit verloren hat, erfährt es am folgenden Tag. Fila hat beeindruckende Erklärungen über sein Engagement für die Einhaltung der Arbeitnehmerrechte in den Zulieferbetrieben abgegeben, aber in Interviews mit den Beschäftigten ergibt sich ein völlig anderes Bild. In den Betrieben, kommt es zu übermäßig lange Arbeitszeiten, Strafen für fehlerhafte Produkte, Einschüchterung durch die Unternehmensleitung bei Gewerkschaftsaktivitäten sowie die Gefahr der Entlassung von Arbeitnehmern, die Überstunden verweigern.
http://www.cleanclothes.org/companies/fila.htm
http://www.oneworld.at/cck/start.asp?showmenu=yes


Mizuno: Mizuno ist Japans größter Hersteller von Sportartikel und offizieller Lieferant von Uniformen für das Internationale Olympische Komitee. Die Firma ist stolz auf ihre enge Verbindung mit der olympischen Bewegung. Wenn es auch kleiner ist als einige seiner Konkurrenten, hat das Unternehmen viel Aufsehen erregt wegen der in seinen Laufschuhen verwendeten "Wellen"-Technologie. Ein Teil der Produktion erfolgt nach wie vor in Japan, aber die Tendenz geht zur Auslagerung in andere Teile Asiens. Die enge Verbundenheit des Unternehmens mit dem Umweltschutz wird vom Geschäftsführenden Direktor Masato Mizuno gefördert. Dieser ist auch Präsident der "Federation of Sporting Goods Industry". Leider ist das Engagement für die Arbeitsnormen bei weitem nicht so groß. Um seine Finanzlage zu verbessern, fährt Mizuno eine intensive Werbestrategie, und kürzt gleichzeitig Kosten in der Produktion. In einem chinesischen Zulieferbetrieb von Mizuno berichteten Beschäftigte von bis zu acht Überstunden ohne freie Ausgleichstage während der Hauptproduktionsphase, der Hochsaison. In der Nebensaison wird der Mindestlohn nicht erreicht, denn es wird prinzipiell nach Stücklohn bezahlt. Bei fehlerhaften Produkten werden die ArbeiterInnen mit Geldstrafen belegt.


Puma: Puma ist eine deutsche Marke für Sportkleidung und Sportschuhe und hat auf dem Weg zum drittgrößten Sportbekleidungsunternehmen der Welt alle Gewinnwachstumsrekorde geschlagen. Der Aufstieg in die A-Klasse ist wohl sicher. Puma hat in der Branche rasch Modellstatus erlangt, weil es der Firma erfolgreich gelungen ist, Mode mit Leistung zu verbinden. Puma ist Nike, Reebok und Adidas hart auf den Fersen. Bei Puma stiegen die Umsätze 2005 um 18 Prozent auf 3 Milliarden US-Dollar, der Gewinn um 10,5 Prozent auf 501 Millionen US-Dollar, so dass die Dividende um zwei Euro je Aktie verdoppelt werden konnte. Für das gesamte Geschäftsjahr 2005 erwartet der Vorstand im fünften Jahr in Folge ein Rekordergebnis. Seine drei World Cat-Einkaufsorganisationen ordern direkt bei den Zulieferern. 90% der Schuhe und 60% der Bekleidung wird aus China, Thailand, Malaysia, Vietnam und Kambodscha geliefert; weitere Produktionsstätten befinden sich in Rumänien, Bulgarien, der Türkei, Portugal, Italien, Paraguay und den USA. Hinsichtlich der Arbeitsnormen hat Puma einige viel versprechende Schritte unternommen, um seinen ethischen Verpflichtungen nachzukommen. Ein Beschäftigtenteam, das für diese Aufgabe bestimmt worden ist, prüft und genehmigt neue Lieferungen und kontrolliert vorhandene Lieferungen. Puma hat mit Organisationen vor Ort Programme zur Arbeitnehmerbildung initiiert. Die Firma hat sich im Januar 2004 der Fair Labour Association (Verband für faire Arbeitsbedingungen) angeschlossen. Dass Puma kürzere Vorgabezeiten, niedrigere Kosten und größere Flexibilität im Interesse der Gewinnsteigerung als Beschaffungsstrategie ausbaut, belastet, wie die Erkenntnisse zeigen, die Beschäftigten in den Zulieferbetrieben erheblich. Oft untergraben somit die firmeneigenen Einkaufspraktiken die Einhaltung des eigenen Verhaltenskodizes. Während Puma seinen Plan verfolgt, bis 2006 zweistellige Umsatzwachstumsraten zu halten, muss es sich einer kritischen Selbstüberprüfung unterziehen, um sicherzustellen, dass "die proklamierten Normen nicht bloß leere Worte sind" (Puma Nachhaltigkeitsbericht 2003). Ebenso sollten positive Imagepunkte, wie die Auszeichnung durch das Deutsche Netzwerk Wirtschaftsethik (2003) durch breitere Umsetzungsmaßnahmen als in Pilotprojekten dem Praxistest standhalten.


Lotto: Lotto wurde 1973 als lokale Tennisschuhfirma gegründet und ist zu einem weltweiten Unternehmen angewachsen, das seine Tennisschuhe sowie Sport- und Fußballbekleidung und -schuhe in 80 Ländern verkauft. Die Firma ist im Besitz von Italy Sport Design, und ihr weltweiter Umsatz belief sich 2002 auf 277,9 Millionen US-Dollar bei Gewinnen von 6,4 Millionen US-Dollar. Lotto ist in der Welt des Tennis nach wie vor ein großer Name und sponsert mehr als 120 Tennisspieler, darunter Boris Becker, Martina Navratilova, Andriy Shevchenko, Luca Toni und Thomas Muster. Außerdem hat sich die Firma auf Fußball spezialisiert und tritt als Sponsor von Profi-Liga Manschaften wie NEC Nijmegen, Fiorentina, Palermo oder Mainz auf. Lotto verlagerte die gesamte Produktion zu Zulieferern in Indonesien, Vietnam, China, Kambodscha, auf den Philippinen und in der Türkei. Lotto lässt in den Ländern Indonesien, Vietnam, China, Kambodscha, Philippinen und in der Türkei produzieren. Unterdessen ist auf der Webseite ein Verhaltenskodex über Beschäftigungspraktiken zu finden. Dennoch berichteten die Beschäftigten der Zulieferunternehmen über Löhne weit unter dem Existenzminimum; Lohnkürzungen und Strafen bei Arbeitsausfall durch Krankheit; verbale und physische Angriffe, Hinderung der Beschäftigten an gewerkschaftlicher Betätigung. Exzessive Produktionsvorgaben für Zeitarbeiter und kein Entgelt für Überstunden über zusätzlichen Druck aus. Angesichts dieser Art von Ausbeutung in Zulieferbetrieben muss Lotto aktive Maßnahmen einleiten, um eine Strategie umzusetzen, die zeigt, dass derartige Missbräuche bei der Produktion von Waren mit dem Lotto-Logo nicht die Norm bleiben.


Kappa: Kappa produziert, vermarktet und verkauft eine breite Palette von Sportbekleidung und Sport- und Freizeitschuhen. 1994 wurde das Unternehmen in die BasicNet Group integriert. Die in Turin (Italien) ansässige BasicNet-Konzerngruppe kontrolliert von ihrem Sitz aus Marketing, Forschung und Entwicklung, Finanzen und IT-Dienste, während der Einkauf über die LF Basic Group läuft, ein Joint Venture mit Li & Fung, einer in Hongkong ansässigen Handelsgesellschaft. Der Vertrieb erfolgt über 38 Lizenznehmer, die 87 Länder abdecken. Kappa hat einen großen Anteil am weltweiten Sportbekleidungsmarkt erobert und gibt für 2002 einen Umsatz von 144,473 Milliarden US-Dollar und Gewinne vor Steuerabzug von 7,568 Milliarden US-Dollar an. Kappa hat intensiv in die Sponsorentätigkeit für den Sport, insbesondere den Fußball, investiert. Kappa ist bereits seit langem als internationaler Teamsportausrichter bekannt: Weltweit werden mehr als 30 Fußballteams ausgestattet. Darunter unter anderen Tottenham Hotspur, AJ Auxerre und die walisische Nationalmannschaft. Über die LF Basic Group wird die Produktion von Kappa vollständig an Zulieferer in mehrere Länder ausgelagert, darunter Taiwan, Indien, Thailand, China, Vietnam, Indonesien, Mauritius, die Türkei und Rumänien. Die LF Basic Group ist für die Durchführung eines Programms zur Einhaltung des Verhaltenskodizes verantwortlich. Der Kodex besagt, dass alle Beschäftigten mit dem Kodex vertraut sein müssen. Werden Verstöße festgestellt, sollen dem Kodex entsprechend, in den Zulieferbetrieben Inspektionen und korrigierende Maßnahmen durchgeführt werden. Die für diesen Bericht zusammengetragenen Erkenntnisse weisen jedoch auf unwürdige Arbeitsbedingungen in für Kappa produzierenden chinesischen und türkischen Fabriken hin. Dazu gehören Entlassungsdrohungen für aktive Gewerkschafter, Zwangs-Überstunden während der Hochsaison von mehr als acht Stunden über die normale Tagesarbeitszeit hinaus. Außerdem werden Beschäftigte durch die Unternehmensleitung in den Zulieferbetrieben daran gehindert, während der Hochsaison zu kündigen. Arbeitnehmerinnen berichteten, dass sie über die Existenz eines Verhaltenskodizes über Arbeitsrechte nicht informiert seien. Kappa scheint in die Entwicklung eines ausgefeilten Durchsetzungsprogramms investiert zu haben, jedoch muss die Firma sicherstellen, dass dieses Programm tatsächlich zur Anwendung kommt und nicht durch die Einkaufspraktiken untergraben wird.


Umbro: Der 1924 von den Humphrey Brothers gegründete Sportbekleidungshersteller erhielt sein Logo, ein doppelter Diamant, als Versinnbildlichung der beiden Gründer Harold und Wallace Humphrey. Die im Vereinigten Königreich ansässige Firma Umbro spielt eine führende Rolle auf dem Fußball-Markt und produziert, vermarktet und verkauft eine breite Palette von Produkten für den Leistungs- und Freizeitsport. Umbro tritt als Sponsor einiger der besten Spieler der Welt auf, darunter die englische Fußballnationalmannschaft und Weltklasse-Einzelspieler wie Liverpools Michael Owen. Das Unternehmen wurde 1999 für 161 Millionen US-Dollar von der Investmentfirma Doughty Hanson & Co. gekauft. Auf der Webseite wird die Unternehmensentwicklung als ein einziger Siegeszug, der Weg zur "Hall of Fame", präsentiert. Informationen über den Umsatz und die Gewinne oder sonstige Transparenz lassen zu Wünschen übrig. Die Umbro-Produkte werden meist in China und Vietnam gefertigt. Nachdem Umbro 1997 in der Kampagne gegen Kinderarbeit bei der Fußballproduktion und in weiteren Kampagnen gegen die Verwendung ausbeuterischer Beschäftigungspraktiken in den Zulieferbetrieben angegriffen wurde, führte die Firma in ihre vertraglichen Vereinbarungen mit ihren Zulieferern einen Verhaltenskodex ein. Das Unternehmen erklärt, dass es regelmäßig die Produktionsstätten besucht, um zu überprüfen, ob der Kodex eingehalten wird und behauptet, dass es gemeinsam mit den Zulieferern daran arbeite, die Einhaltung der Normen sicherzustellen. In einem vom 11. Mai 2004 datierten Schreiben von Umbro heißt es: "Umbro nimmt seine Verantwortung im Hinblick auf die Herstellung seiner Produkte äußerst ernst. Wir arbeiten mit Zuliefer-Partnern, die sowohl unsere qualitativen Anforderungen als auch die Anforderungen bezüglich unsere soziale Verantwortung verstehen und sich daran halten können." Aber die Beschäftigten in mehreren für Umbro produzierenden Fabriken haben die Auswirkungen der guten Absichten der Firma nicht zu spüren bekommen. Unsere Untersuchungen ergaben, dass Arbeitnehmerinnen in Spitzenzeiten 15 Stunden pro Tag an sieben Tagen in der Woche arbeiten müssen; die Produktionsvorgaben sind exzessiv, und obligatorische Überstunden werden nicht bezahlt; in der Nebensaison sinken die Löhne bis auf 5 US-Dollar im Monat; fehlerhafte Produktion wird bestraft; und Entlassungen erfolgen ohne Abfindung. Wenn Umbros ethische Grundsätze der Realität entsprechen sollen, muss das Unternehmen seine heutige Politik und Praxis sehr ernsthaft unter die Lupe nehmen. Insbesondere muss es darüber nachdenken, ob der Druck, den es auf seine Zulieferer ausübt - damit diese den Anforderungen betreffs Preise, Lieferzeiten und Flexibilität entsprechen - nicht die Einhaltung des Verhaltenskodizes erschwert.


Adidas: Der dynamische Aufstieg von Adidas fängt 1920 an, als Adi Dassler in seiner Werkstatt in Herzogenaurach bei Nürnberg seinen ersten Schuh entwickelte. Der aus Leinen gefertigte Turnschuh kostete zwei Reichsmark. Heutzutage agiert Adidas auf der Weltrangliste als Nr. 2. Als FIFA-Partner und Hauptsponsor will Adidas von dem offiziellen Ball zur WM allein zehn Millionen Exemplare in Deutschland verkaufen - eine Steigerung von circa 60 Prozent gegenüber 2004 -, und vom DFB-Trikot eine halbe Million, doppelt so viele wie 2002. Nachdem Adidas kürzlich für Reebok für 3,1 Milliarde Euro aufgekauft hat, ist die WM für das Unternehmen ein wichtiges Sprungbrett auf dem Weg nach ganz oben. So wird Adidas von Börsianern jetzt schon als der eigentliche Weltmeister gehandelt. Die Chance damit den Erzrivalen Nike auf Platz Nr. 1 zu schlagen, steigt somit. Der US-Konzern, nach Gesamtumsatz noch immer der größte Sportartikelhersteller der Welt, konnte 2004 dank seines Fußballschuhs Total 90 in Europa vorübergehend an den Deutschen vorbeiziehen. Inzwischen spielen die drei Streifen, zumindest bei Fußballprodukten, wieder an der Spitze. Weltweit kam Adidas im Fußballgeschäft zuletzt auf 35 Prozent Marktanteil, Nike auf etwa 30 Prozent. "Adidas wird seinen Vorsprung durch die Weltmeisterschaft ausbauen" urteilen diejenigen, die sich mit Prozenten auskennen. Für das Jahr 2005 wurde ein Gewinn von 479,82 Millionen US-Dollar erzielt. Im Jahr des FIFA World Cup 2006™ errechnete sich das Unternehmen eine 20 prozentige Steigerung der Gewinnchance und einen Rekordumsatz von über 1,2 Milliarden US-Dollar im Bereich der Fußballartikel. Obwohl die Übernahme von Reebok 2005 für ungefähr 3,9 Milliarden US-Dollar dem Mutterunternehmen Adidas finanzielle Probleme bereitet, legte die Marke Adidas bei den Umsätzen 2005 um 13 Prozent. Seit 1997 gehört die Firma Salomon ebenfalls zur Unternehmensgruppe. Trotz Preisverleihungen, wie die des WWF und des Magazins "Capital" an Adidas-Chef Hainer zum "Ökomanager 2005" bleibt es mehr eine Behauptung statt eine wachsende Tatsache, "dass in den über 800 weltweiten Zulieferbetrieben vertretbare ökologische und soziale Bedingungen" herrschten. Auch Aussagen in anderen Interviews "wir bezahlen äußerst fair" - so Hainer in der "Stern"-Ausgabe Nr. 20/2005 wären aussagekräftiger, würden diese sich in der Realität der ArbeiterInnen niederschlagen.
Der Wettbewerb und die Beschaffungspraxis haben wenig von einem übergreifenden "Fair Play", obwohl Adidas einen Verhaltenskodex hat, zur Fair Labor Asociation beigetreten ist, sich für unabhängige Kontrollen ausspricht und Interesse an eine Sektoren übergreifende Lösung äußerte (anlässlich der Kampagne "Play Fair at the Olympics"). Es gibt zu viele Fehler im System der Kontrolle und zuwenig konkrete und längerfristige Verbesserungs- und Abhilfemaßnahmen, damit die Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben von Adidas "sauber" sind. Kernprobleme sind auch hier Mängel bezüglich Gesundheit, Sicherheit und Hygiene (in der Folge Arbeitsunfälle, Atmungskrankheiten), der Lohn kann in vielen Fällen nicht als Existenz sichernd bezeichnet werden; es kommt zu direkt oder indirekt erzwungenen Überstunden und zur Verletzungen der Vereinigungsfreiheit, so dass die ArbeiterInnen nicht angemessen ihre Rechte einfordern können.
www.inkota.de/ Eilaktion/ hermosa


Nike: Die Geschichte von Nike beginnt 1964, als Bill Bowerman und Phil Knight die Blue Ribbon Sports (BRS) gründeten, mit einem Gewinn von 8.000 US-Dollar im ersten Jahr. Im Jahr 1972 stellte BRS eine neue Marke der athletischen Fußbekleidung vor, genannt Nike. Der Name steht für die griechische geflügelte Göttin des Sieges. Nike ist kein "Schuhhersteller", sondern versteht sich als "Mode Entwickler" und "Konstrukteur des Markenzeichens". Nike ist weiterhin die Top Eins weltweite. Mit einem Weltmarktanteil von 30 Prozent steigerte die Marke 2005 seine Umsätze um zwölf Prozent auf 13,7 Milliarden US-Dollar, den Gewinn um 28 Prozent auf 1,2 Milliarden US-Dollar. Zum Unternehmen gehören Filialen wie Cole Haan Holdings Inc., Converse Inc. oder Hurley International LLC u. a. und gesponsert werden Sportler wie Tiger Woods oder die Mannschaft Manchester United mit einem Vertrag von 623 Millionen US-Dollar für eine Dauer von dreizehn Jahren. Nike beschäftigt ungefähr 26 000 Menschen und behaupten: "jeder von ihnen ist für unsere Mission bedeutend … jedem Athleten in der Welt verschaffen wir so Inspiration und Innovation. Wir fühlen uns glücklich, einem authentischen und altruistischen Zweck zu dienen: Die Förderung des menschlichen Potenzial (human potential)." Die drei Hauptabteilungen Marketing, Forschung neuer Produkten und Logistik bei Nike machen die Gewichtung deutlich, welches Potenzial entwickelt werden soll. Es geht um die Platzierung der Marke. Nike gibt pro Jahr 14 Prozent seiner Umsätze, fast zwei Milliarden US-Dollar für Werbung aus. Die ungefähr 650.000 ArbeiterInnen in mehr als 700 Nike-Zulieferfirmen rund um die Welt, die mit der Herstellung der Produkte beschäftigt sind, bekommen dieses Verständnis von Altruismus auf bedrückende Weise zuspüren. NIKE verlagert die Produktion ständig dorthin wo am billigsten produziert werden kann und wo damit einher gehend die Rechte der ArbeiterInnen am meisten unterdrückt werden. Im letzten Jahresbericht (2005), wurden die Standorte von 700 Fabriken veröffentlicht, die für Nike Produkte herstellen. Das ist ein Beitrag zu mehr Transparenz in der Beschaffungskette. Daraus wird ersichtlich, dass überwiegend in Asien produziert wird: 59% in Asien, 12,5% in Europe sowie im Mittlerer Osten und Afrika, 16,5% auf dem amerikanischen Kontinent. Ebenfalls wir in dem Bericht das Problem der Verletzungen der Rechte der Mitarbeiter bei den Lieferanten benannt. Die problematischsten Übertretungen betreffen die Sicherheit und die Hygiene (Arbeitsunfälle und Atmungskrankheiten); die zu niedrigen Löhne (die Mehrheit der Arbeiter erhalten kein Gehalt, das ihrer Familie erlaubt, anständig zu leben); die unvernünftige Anzahl der Überstunden und die Unterdrückung von Gewerkschaftsaktivitäten innerhalb der Fabriken.
Mehr Info: Nikewatch
http://www.cleanclothes.org/companies/06-01-30.htm


Empfehlungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen an die Sportartikel- und Bekleidungsfirmen