Sonntag 05.02.12

Volkstribunal zu miserablen Arbeitsbedingungen in Textilfabriken

Schlechte Arbeitsbedingungen, unzureichende Löhne und fehlende Arbeitsrechte charakterisieren die Lage der ArbeiterInnen in der Textilbranche in Kambodscha. Das Internationale Bündnis für einen asiatischen Existenzlohn und das Aktionsbündnis Kambodscha für einen asiatischen Existenzlohn, beides Bündnisorganisationen von Textilarbeitergewerkschaften und Lobbyorganisationen für Arbeiterrechte, veranstalten vom 5. bis 6. Februar 2012 in Phnom Penh ein Volkstribunal.

Im Tribunal werden die Aussagen von ArbeiterInnen, multinationalen Unternehmen und anderen Akteuren durch fünf unabhängige RichterInnen bewertet, um die wichtigen Anliegen der Beschäftigten in der Textilbranche Kambodschas an die Öffentlichkeit zu bringen. Am 8. Februar 2012 werden sie ihre Ergebnisse der Presse präsentieren.

Das Tribunal wurde als Antwort auf die extrem schlechten Arbeitsbedingungen der Textilbeschäftigten, insbesondere wegen ihrer niedrigen Löhne, einberufen. "Obgleich es in dieser Branche in Kambodscha ein nachhaltiges Wachstum gibt, liegt der Mindestlohn nur bei 66 US-Dollar monatlich, wodurch es gegenwärtig der niedrigste Lohn im Vergleich zu den Nachbarstaaten ist", sagt Tola Moeun, Leiter des Programms zu Arbeitsbedingungen des Gemeindezentrums für Bildung in Rechtsfragen (CLEC). "Es wird geschätzt, dass dieser Lohn nur etwa die Hälfte des durchschnittlichen Grundbedarfs eines Arbeiters abdeckt".

Niedrige Löhne führen auch zu Unterernährung und Schwäche bei den ArbeiterInnen, was sich langfristig auf ihre Gesundheit und Produktivität auswirkt. "Sowohl das Programm "Better Factories Cambodia' (Bessere Fabriken in Kambodscha) der Internationalen Arbeitsorganisation als auch VertreterInnen der Regierung haben das Phänomen der Massenohnmacht in einen direkten Zusammenhang mit den unzureichenden Löhnen gestellt", sagte Ath Thorn, Vorsitzender des kambodschanischen Gewerkschaftsdachverbandes. In vorigen Jahr war es in den Textilfabriken mehrfach zu Massenohnmachten gekommen, von denen insgesamt 1500 ArbeiterInnen betroffen waren.

Aufgrund der weltweiten Verflechtung der Textilbranche, die über 90% der kambodschanischen Exporte ausmacht, sind VertreterInnen internationaler Marken und Handelsketten eingeladen worden, dem Tribunal beizuwohnen.

Die Kampagne für Saubere Kleidung wird sich an dem Verfahren beteiligen und sich im Anschluss weltweit dafür einsetzen, dass Firmen, die ihre Produkte aus Kambodscha beziehen, die Ergebnisse des Tribunals sehr ernst nehmen und adäquate Konsequenzen ziehen.

Regelmäßige Aktualisierungen zum Tribunal finden Sie auf folgen Seiten:

Weitere Informationen zur Kampagne für einen Asiatischen Grundlohn

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