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Dienstag 01.12.20

Der neue Südlink ist da!

Liebe Leser*innen,

bald nach Ausbruch der Covid-19-Pandemie Anfang des Jahres kam es in vielen Krankenhäusern aufgrund von Lieferschwierigkeiten zu Engpässen an medizinischen Geräten und Zubehör. Es waren, so Geraldine de Bastion in ihrem Beitrag in diesem Dossier, nicht selten kleine Basisinitiativen wie die Casa Criatura im nordbrasilianischen Olinda, die mit großem Engagement und einer enormen Kreativität medizinische Geräte und Zubehör herstellten und so die schlimmsten Notstände lindern konnten. Die Arbeit engagierter Graswurzel-Initiativen ist ein schönes Beispiel für das Potenzial, das im Prozess der Digitalisierung steckt.

Worum aber geht es bei der aktuellen Digitalisierung eigentlich? Auch wenn der Begriff noch weitere Ebenen hat, so wird er häufig synonym verwendet für die wachsende Bedeutung von digitalen Techniken, Computern und dem Internet in der Öffentlichkeit, der Wirtschaft und im privaten Bereich. Der Prozess ist unaufhaltsam und hat tiefgreifende Auswirkungen auf die Lebens- und Arbeitswelt der Menschen in Nord und Süd.

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Der Umbruch ist ebenso massiv wie jener, der mit der Industriellen Revolution vor rund 200 Jahren verbunden war. Werden die Veränderungen für die Menschen aber eher positiv oder eher negativ sein? Auch wenn die Digitalisierung vor allem als Verheißung präsentiert wird, ist die Antwort auf diese Frage noch offen. Eine erste Zwischenbilanz fällt zumindest für den globalen Süden nicht gut aus: „Der digitale Fortschritt“, so Sven Hilbig in seinem Einleitungsbeitrag, „trägt bisher viel zu wenig dazu bei, in Ländern des globalen Südens Einkommens- und Wirtschaftsmöglichkeiten zugunsten benachteiligter Bevölkerungsgruppen zu verändern und Arbeit menschenwürdiger zu gestalten.“

Und so wie die Industrielle Revolution erst nach und nach durch Regelungen wie Mitbestimmungsrechte, eine Sozialgesetzgebung und Arbeitszeitverkürzung gebändigt werden konnte, benötigen wir heute eine viel stärkere politische und gesellschaftliche Regulierung der Digitalen Revolution. Nur wenn dies passiert, so ist gleich mehreren Beiträgen unseres Dossiers zu entnehmen, kann die Digitalisierung zu einer Erfolgsgeschichte werden, die allen, und nicht nur einer Minderheit nützt.

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Es geht aber noch um mehr. In Zeiten der sich verstärkenden Klimakatastrophe muss die Digitalisierung zu einem Impuls für eine nachhaltigere Lebensweise werden, unter anderem durch einen deutlich niedrigeren globalen Energieverbrauch. Möglich wäre es, doch auch hier ist aufgrund mangelnder Regulierung bislang das Gegenteil der Fall.

Die Agenda 2030 soll allen Menschen weltweit ein Leben in Würde ermöglichen und hat versprochen, dabei „niemanden zurückzulassen“. Dies wird nur möglich sein, wenn die Staaten ihre Aufgaben ernst nehmen und sich daran machen, stärker als bislang gegen negative Entwicklungen der Digitalisierung vorzugehen und die Macht der Konzerne einzuhegen und zu beschränken.

Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen

Michael Krämer

Michael Krämer arbeitet bei INKOTA und ist Redakteur des Südlink-Magazins.

 

 

 

 

 

Lesen Sie hier einige Artikel aus dem Südlink 194:

Sven Hilbig: Die Ambivalenz des Digitalen

Adele Godoy Vrana: Leben und Sterben auf Wikipedia

Lena Bassermann: Falsche Versprechen

Georges Nzongola-Ntalaja: Leuchtturm der Solidarität

Johannes Schorling: Eine verpasste Chance

Anna-Sophie Hobi und Lara Louisa Siever: Rohstoffhungrige Digitalisierung

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Gefördert durch Brot für die Welt aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, der Stiftung Nord-Süd-Brücken, durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für den Inhalt dieser Publikation ist alleine INKOTA verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Zuwendungsgeber wieder.

 

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