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Montag 04.11.19

„Existenzlöhne in der globalen Modebranche“ – Firmencheck 2019

Seit Jahren versprechen Modefirmen, dass sie sich gegen Hungerlöhne in der Kleiderproduktion einsetzen wollen – doch echte Fortschritte gibt es kaum. Die Kampagne für Saubere Kleidung hat in ihrem „Firmencheck 2019“ 45 der wichtigsten europäischen Marken daraufhin untersucht, ob die Näher*innen tatsächlich einen Lohn zum Leben erhalten. Nur bei zwei der befragten Firmen fanden sich Anhaltspunkte dafür, dass zumindest einem Teil der Beschäftigten in der Produktion ein existenzsichernder Lohn gezahlt wird. Die Untersuchung basiert auf Angaben der Unternehmen und stellt dennoch den eklatanten Widerspruch zwischen Realität und Anspruch fest.

Der Firmencheck hat ebenfalls untersucht, welche glaubwürdigen Schritte Unternehmen zur Steigerung des Lohnniveaus bei ihren Zuliefererbetrieben unternommen haben. Von den befragten Marken gaben nur C&A, Esprit, H&M, Inditex, Tchibo, Primark, PHV und Zalando an, sich an der Initiative ACT (Action, Collaboration, Transformation für einen Existenzlohn) zu beteiligen. Diese Initiative von der internationalen Gewerkschaft IndustrieAll wurde explizit dafür gegründet, die Löhne in Kambodscha durch bessere Verfahren der Mindestlohnfestsetzung und Flächentarifverträge zu erhöhen. Dabei hatten auch Adidas, GAP, Levi Strauss, Lidl, Puma und Tally Weijl angegeben, dass Kambodscha zu ihren Hauptzulieferländern zählt. Teil der ACT Initiative sind sie allerdings nicht.

INKOTA fordert gemeinsam mit anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen bereits seit Jahren das Thema Existenzlohn konsequent umzusetzen, um den Arbeiter*innen in der Textilindustrie ein Leben in Würde zu ermöglichen. Außerdem sind die Hungerlöhne immer wieder Anlass für Proteste, die zum Teil gewaltsam niedergeschlagen werden, Gewerkschafter*innen verhaftet oder angeklagt werden. Der Firmencheck der Kampagne für Saubere Kleidung verdeutlicht, dass die Zeit der Worte ohne Folgen vorbei und die Notwendigkeit des Handelns groß ist.

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