Newsletter

Kampagnen-Infos, Mit-Mach-Aktionen, Termine - Abonnieren Sie den INKOTA-Newsletter und bleiben Sie auf dem Laufenden!

Dienstag 04.10.16

Studie: Katastrophale Bedingungen in indischer Schuh- und Lederproduktion

SÜDWIND und INKOTA haben die Change Your Shoes-Studie "Auf der Stelle (ge)treten. Arbeitsrechtsverletzungen in der indischen Leder- und Schuhindustrie"  veröffentlicht. Darin berichten Arbeiter*innen aus Fabriken in Nord- und Südindien unter anderem von Gelenkkrankheiten, Vergiftungen, Tumoren. Die Studie steht gedruckt und zum Download zur Verfügung.

Erschreckendes Bild der indischen Schuh- und Lederproduktion

„In der Zuschnitt-Abteilung müssen wir den ganzen Tag lang stehen, deshalb sind wir sehr anfällig für Arthrose und andere Gelenkkrankheiten.“

„Wir arbeiten mit bearbeitetem Leder. Vom Geruch des Leders und des Klebstoffes, den wir zum Verbinden der Materialien nutzen, wird uns manchmal übel…“

Diese Aussagen stammen von ArbeiterInnen einer indischen Lederschuhfabrik in Ambur, Tamil Nadu. Insgesamt zeichnet sich ein erschreckendes Bild der Arbeitsbedingungen in der indischen Schuh- und Lederindustrie ab. Die Ergebnisse der Interviews mit ArbeiterInnen aus Ambur in Südindien und aus Agra in Nordindien zeigen auf, dass es in der indischen Leder- und Schuhindustrie zu gravierenden Arbeitsrechtsverletzungen kommt, die durch diskriminierende soziale Strukturen verschärft werden.

So berichten ArbeiterInnen der Zulieferfabriken europäischer Markenunternehmen von

  • extrem niedrigen Löhnen
  • verpflichtenden Überstunden
  • unzureichendem Schutz vor Gesundheits- und Sicherheitsrisiken
  • Verbot von Gewerkschaften
  • Diskriminierung aufgrund traditioneller Geschlechter- und Kastennormen.

Produkte gehen nach Europa

Mehr als eine Million Menschen sind in der indischen Schuhindustrie beschäftigt, in der Lederindustrie insgesamt über 2,5 Millionen. Dabei sind Lederschuhe bei weitem das bedeutendste Produkt der indischen Schuhindustrie, sowohl in der Produktion als auch im Export. Die meisten Exporte gehen nach Europa, hier insbesondere nach Deutschland, Großbritannien, Italien und Frankreich. Wer also wissen möchte, unter welchen sozialen und ökologischen Bedingungen die Lederschuhe hergestellt werden, die in Europa getragen werden, muss zunächst nach Indien blicken.

Arbeitsrechte werden zunehmend aufgeweicht – Unternehmen müssen endlich handeln!

Die ArbeiterInnen in Indiens Schuh- und Lederindustrie sind internationalen Marktschwankungen sowie den Auswirkungen einer zunehmenden Liberalisierung ausgesetzt. Diese geht einher mit einer schrittweisen Aufweichung ihrer Rechte, einem Rückgang von Gewerkschaftsaktivitäten und fehlenden Beschäftigungsalternativen. Internationale Markenunternehmen, die ihre Waren von indischen Zulieferern produzieren lassen, müssen ihrer Verantwortung gerecht werden und dringend Maßnahmen ergreifen, um sicherzustellen, dass sie ihre Profite nicht weiterhin auf Kosten derer Menschen erzielen, die am unteren Ende der Wertschöpfungskette stehen.

Studie: Auf der Stelle (ge)treten. Arbeitsrechtsverletzungen in der indischen Leder- und Schuhindustrie (PDF 1.8 MB)

Factsheet: Auf der Stelle (ge)treten. Arbeitsrechtsverletzungen in der indischen Leder- und Schuhindustrie (PDF 1.8 MB)

Erfahren Sie mehr über die Kampagne Change Your Shoes

nach Oben