Kampagnen-Infos, Mit-Mach-Aktionen, Termine - Abonnieren Sie den INKOTA-Newsletter und bleiben Sie auf dem Laufenden!

Sonntag 05.11.17

Deutsche Unternehmen dürfen zu Menschenrechtsverletzungen in Kambodscha nicht schweigen

Wir sind sehr besorgt über die angespannte Lage in Kambodscha. Die Repressionen gegen  Zivilgesellschaft, Pressefreiheit und die politische Opposition sind alarmierend. Wir rufen deshalb gemeinsam mit der Clean Clothes Campaign (CCC), dem Worker Rights Consortium und dem International Labor Rights Forum die Bekleidungs-  und Textilunternehmen, die in Kambodscha produzieren lassen dazu auf, klar Stellung gegen diese Repressionen zu beziehen. Die Unternehmen müssen sich dafür einsetzen, dass Menschen- und Arbeitsrechte umfassend geachtet werden, vor allem auch durch gesetzliche Regelungen.

Es darf nicht wieder zu Eskalation kommen wie 2014 und 2016 als Sicherheitskräfte gewaltsam gegen Menschenrechtsaktivisten und protestierende ArbeiterInnen vorgingen (Dokumentation Crackdown in Kambodscha, PDF).

Unternehmen wie H&M, puma, adidas, Deichmann, Aldi oder Lidl, Tchibo, die sich bewusst für Kambodscha als Produktionsland entschieden haben, profitieren von den schlechten Arbeitsbedingungen in Kambodscha und den Repressionen gegenüber Gewerkschaften und Menschen, die ihre Rechte einfordern. Deshalb stehen diese Unternehmen jetzt auch in der Pflicht, dass die Menschenrechte bei der Herstellung ihrer Kleidung eingehalten werden. Das bedeutet konkret, dass es Gewerkschaften und demokratische Verhandlungsprozesse geben muss.

Unternehmen und Politik, aber auch das Bündnis für nachhaltigen Textilen, müssen die kambodschanische  Regierung auffordern, die Menschenrechte zu achten und mit gutem Beispiel vorangehen.

INKOTA fordert von den Unternehmen:

  • Eine öffentliche Stellungnahme abzugeben, in der die andauernden Repressionen gegen die Zivilgesellschaft, Gewerkschaften und die Medien verurteilt wird.
  • Die Unternehmen sollen sich einzeln oder gemeinsam direkt an die Regierung von Kambodscha wenden und die fundamentale Bedeutung der demokratischer Teilhabe und Pressefreiheit als Basis für eine nachhaltige Entwicklung verdeutlichen.

Aufgrund der Reform des Gewerkschaftsgesetzes (Trade Union Law) 2016, sind die Rechte auf Vereinigungsfreiheit und Kollektivverhandlungen stark beschnitten. Unternehmen müssen sich daher individuell und gemeinsam dafür engagieren, dass diese Rechte bei ihren Zulieferbetrieben in Kambodscha umgesetzt werden.

Unternehmen müssen sich deutlich gegen diese Verstöße gegen die internationale ILO-Norm stellen, damit Gewerkschaften und Zivilgesellschaft ungehindert an der Umsetzung dieser Norm und zur Entwicklung des Landes beitragen können. Wenn Unternehmen glaubhaft machen wollen, dass sie mehr tun als Lippenbekenntnisse abgeben, müssen sie sich jetzt konkret für die Rechte der ArbeiterInnen einsetzen. Insbesondere, da die minimalen Errungenschaften der letzten zehn Jahre, wie leicht höhere Löhne, aktuell mehr als gefährdet sind.

Mehr zur Situation in Kambodscha (auf Englisch)

Mehr zu Menschenrechten bei der Textilherstellung



nach Oben