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Donnerstag 01.06.17

Studie: „Hier läuft was schief…“ in der Türkei

Proteste von Gewerkschaftern bei SF Leather, Mulberry, 2015.

Proteste von Gewerkschaftern bei SF Leather, Mulberry, 2015.

„Hier läuft was schief…“ heißt leider sehr treffend unsere neue Studie über die Leder- und Schuhproduktion in der Türkei. Besondere Brisanz erhält die Studie, die im Rahmen der Kampagne Change Your Shoes erstellt wurde, durch die besorgniserregenden politischen Umbrüche in der Türkei.

Menschen- und Arbeitsrechte in der Branche werden massiv verletzt. Die Beschäftigten berichten von Löhnen unter dem existenzsichernden Niveau und einem extremen Anstieg von informellen Arbeitsverhältnissen. Außerdem sind überlange Arbeitstage und die Diskriminierung von Gewerkschaften die Regel. In der Lederproduktion ist insbesondere der intensive Einsatz von Chemikalien ein großes Problem – mit massiven Auswirkungen auf die Gesundheit der Beschäftigten. Chemikalien (wie Chrom VI), die zum Konservieren, als Lösungsmittel oder Gerbstoff verwendet werden, verursachen bei mangelndem Schutz Atemwegs-, Augen- und Hauterkrankungen bis hin zu Krebs.

Besondere Brisanz erhält die Studie durch die besorgniserregenden politischen Umbrüche in der Türkei. Politik und Wirtschaft in der EU kritisieren zwar diese politischen Entwicklungen, wollen aber gleichzeitig die Handelsbeziehungen zu dem Land ausbauen. Europäische Schuhunternehmen profitieren direkt von den niedrigen Einkaufspreisen und sind deshalb mitverantwortlich für die Arbeitsrechtsverletzungen vor Ort. So ist der größte Abnehmer türkischer Schuhe die Europäische Union – allen voran Deutschland. Im Jahre 2015 importierten die EU-Staaten Schuhe im Wert von 162 Millionen US-Dollar aus der Türkei. Die türkischen Schuhunternehmen, die von einer Zollunion mit der EU profitieren, streben an, das Exportvolumen nach Europa in Zukunft massiv zu steigern.

Weiterlesen:
Studie Hier läuft was schief… – Arbeitsbedingungen in der türkischen Schuh- und Lederindustrie (via Webshop)

Die Studie zeigt: wir müssen handeln! Ein wichtiger erster Schritt ist Transparenz über die Lieferketten und die Einhaltung der Menschenrechte. Unterstützen Sie unsere aktuelle Petition "Transparenz statt Versteckespiel":
Transparenz statt Versteckspiel! – Schuhmarken und Händler müssen über die Einhaltung der Menschenrechte berichten
Spendenaktion:
Aufdecken, anklagen, ändern! – Wie wir die Schweinerei mit den Schuhen beenden können

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