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Dienstag 11.04.17

ProSavana – Contra Kleinbauern?

ProSavana – dahinter verbirgt sich ein trinationales mosambikanisch-brasilianisch-japanisches Kooperationsprojekt, mit dem die mosambikanische Regierung die Landwirtschaft international marktfähig machen will. In 19 Distrikten im Norden des Landes soll auf einer Fläche von mehreren Millionen Hektar eine exportorientierte Landwirtschaft entstehen, die die Landrechte und damit verbunden auch die Ernährungssouveränität der kleinbäuerlichen Gemeinschaften bedroht.

Die mosambikanischen Partnerorganisationen von INKOTA arbeiten seit einigen Jahren zu ProSavana, das 2011 konzipiert wurde. 2013 hat unser Projektpartner Calisto Ribeiro vom Kleinbauernverband ORAM auf Einladung von INKOTA in Berlin über das internationale Megaprojekt ProSavana berichtet.

Zahlreiche Proteste von zivilgesellschaftlichen Organisationen hatten dazu geführt, dass das Projekt zunächst auf Eis gelegt wurde, der 2015 veröffentlichte Masterplan zur Umsetzung von ProSavana sollte überarbeitet und zivilgesellschaftliche Stimmen gehört werden. Eine der federführenden Organisationen bei den Protesten gegen ProSavana war die INKOTA-Partnerorganisation UNAC, die mit ihrer Kampagne „Não a ProSavana“ (Nein zu ProSavana) auch international viel Gehör gefunden hat.

Doch auch nach einer Überarbeitung des Masterplans stand der Bauernverband UNAC dem Projekt weiter sehr kritisch gegenüber – denn trotz einiger Zugeständnisse, betroffene kleinbäuerliche Gemeinden besser einzubinden, war das oberste Ziel weiterhin, die Landwirtschaft international wettbewerbsfähig zu gestalten. Im Rahmen von Pilotprojekten kam es bereits zu ersten Landkonflikten zwischen Investoren und kleinbäuerlichen ProduzentInnen. Dennoch blieb es eine Zeitlang recht ruhig um ProSavana - bis jetzt. Denn nun ist wieder Bewegung in den Prozess gekommen.

Im Rahmen eines Staatsbesuchs in Japan im März 2017 haben die Regierungen Mosambiks und Japans beschlossen, das Projekt wieder zu reaktivieren. Im Juni soll es erneut öffentliche Anhörungen geben. Die Zivilgesellschaft steht ProSavana nach wie vor sehr kritisch gegenüber und sieht die Landrechte und Mitbestimmungsrechte der Kleinbauern und –bäuerinnen in Gefahr.

Im Kampf um Land und Landrechte leisten die INKOTA-Partnerorganisationen wichtige Arbeit: Während der Bauernverband UNAC den Kleinbauern und -bäuerinnen politisch eine Stimme gibt und auf nationaler und internationaler Ebene Lobbyarbeit betreibt, klärt der Kleinbauernverband ORAM die Menschen in den betroffenen Gebieten im Nordens Mosambiks über Landrechte auf. So ist auch in 2017 Widerstand gegen das Megaprojekt zu erwarten.

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