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Mittwoch 17.01.18

Proteste zeigen Wirkung – Taten müssen folgen!

Wir haben 13.606 Unterschriften an Birkenstock übergeben. Mit der Petition „Transparenz statt Versteckspiel“ fordern wir europäische Schuhmarken und -händler auf, transparent über die Einhaltung der Menschenrechte sowie über Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zu berichten.

Vor der Birkenstock Filiale in der neuen Schönhauser Allee in Berlin Mitte haben wir einen Schuhkarton mit den mehr als 13.000 Unterschriften an Jochen Gutzy (Head of Communications, Birkenstock) überreicht.

Birkenstock erklärte bei der Unterschriftenübergabe: „Wir verstehen das gestiegene Informationsbedürfnis der Verbraucher, das die Petition zum Ausdruck bringt. Die CADS-Initiative ist ein wichtiges Instrument, um der Verwendung riskanter Stoffe bei der Herstellung von Schuhen zu begegnen. Als Produktionsunternehmen legen wir großes Augenmerk auf die Arbeitsbedingungen, insbesondere auf die Arbeitssicherheit, wo wir sehr eng mit der Berufsgenossenschaft zusammenarbeiten.“


Übergabe der Petitions-Unterschriften an Jochen Gutzy (re.), Head of Communications Birkenstock Group. Foto: INKOTA

Nun müssen Taten folgen!

Die Textilindustrie hat in den vergangenen Jahren Fortschritte in Sachen Transparenz gemacht, die Schuhbranche hinkt weiter hinterher. Mit der Erweiterung der CADS gibt es nun offenbar ein Umdenken in der Branche hin zu umfassender und konkreter sozialer und ökologischer Nachhaltigkeit und Sorgfaltspflicht. Das ist längst überfällig. Aber den Worten müssen Taten folgen. Die Zeit für Willensbekundungen ist vorbei. Konkrete Maßnahmen vor Ort, unabhängige Überprüfung und umfassende Information über tatsächliche Fortschritte erhöhen die Glaubwürdigkeit.

Mit CADS wollen sich 80 Unternehmen aus Industrie und Handel für Nachhaltigkeit in der Schuh- und Lederwarenindustrie einsetzen (u.a. Gabor, Deichmann, Lowa, Ara und Hamm Reno). CADS hat in Aussicht gestellt, ab Anfang 2018 konkrete Maßnahmen im Bereich Arbeitsrechte und Sozialstandards vorzulegen. Auch der Verband der Schuh- und Lederindustrie HDSL hat nach eigenen Angaben die Arbeitsrechte auf der Agenda. Ob dies Verbesserungen in den Produktionsstätten bewirkt, lässt sich allerdings nur durch eine unabhängige Verifizierung, die Einbeziehung von Gewerkschaften und zivilgesellschaftlichen Organisationen sowie durch transparente Information gegenüber der Öffentlichkeit belegen.


Anton Pieper (SÜDWIND), Berndt Hinzman (INKOA-netzwerk), Jochen Gutzy (Birkenstock) vor einem Bikenstock-Laden in Berlin. Foto: INKOTA

INKOTA und Change Your Shoes bleiben dran! Wir behalten die Entwicklungen in der Branche im Auge und berichten über Maßnahmen und Fortschritte hinsichtlich Transparenz und Einhaltung der Menschenrechte  in der Schuhbranche. Den Worten müssen Taten folgen, denn es ist höchste Zeit, dass Unternehmen nicht länger auf Kosten der ArbeiterInnen und der Umwelt Gewinne erzielen.

Auch an den größten deutschen Schuhfachhändler Deichmann und an den Verband der Schuh- und Lederindustrie HDSL wurden die Forderungen überreicht.

Factsheet: Zeigt her Eure Schuhe! Die sozialen und ökologischen Auswirkungen von Gerbereien in Uttar Pradesh und Tamil Nadu in IndienStudie: Gute Praktiken in der Schuh- und Lederindustrie

Zur Petition "Transparenz statt Versteckspiel"

Mehr über die Kampagne Change Your Shoes bei INKOTA

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