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Mittwoch 04.09.19

Keine Angst vor existenzsichernden Preisen!

Fair, öko, bio – wenn wir im Supermarkt Schokolade kaufen, verlassen wir uns auf die Siegel auf der Verpackung. Auch beim grünen Frosch der Rainforest Alliance gehen wir davon aus, dass der Kakao in der Schokoladentafel nachhaltig ist. Doch wir finden, das stimmt so nicht: Denn die Mehrheit der Kakaobauern und -bäuerinnen, die für die Rainforest Alliance arbeiten, lebt unterhalb der Armutsgrenze! Und damit nicht genug: Fällt der Kakaopreis, sinken ihre Einnahmen. Sie sind den ständigen Preisschwankungen auf dem Weltmarkt schutzlos ausgeliefert. Dabei schuften sie jeden Tag hart, um die Anforderungen der Rainforest Alliance zu erfüllen. Das ist nicht fair!

Die Rainforest Alliance könnte die Bäuerinnen und Bauern vor Preisschwankungen schützen und ihnen einen Weg aus der Armut ermöglichen: Dazu müsste sie einen existenzsichernden Mindestpreis für Kakao garantieren. Doch der Geschäftsführer Han de Groot zögert noch. Die Angst ist offensichtlich groß, dass Kakao- und Schokoladenunternehmen nicht bereit sind, höhere Preise für Kakao zu zahlen – und dann lieber auf den grünen Frosch als Siegel verzichten. Doch das lassen wir der Rainforest Alliance nicht durchgehen: Wer wirklich nachhaltig sein will, muss mutig vorangehen.

Im Augenblick entwickelt die Rainforest Alliance neue Vorgaben für die Vergabe ihres Siegels. Bis Ende des Jahres soll entschieden werden, ob darin Mindestpreise aufgenommen werden – oder nicht. Jetzt kommt es auf Sie an: Fordern Sie den Geschäftsführer der Rainforest Alliance auf: Sei kein Frosch, keine Angst vor existenzsichernden Preisen! Nur wenn jetzt viele SchokoladenliebhaberInnen mitmachen und sagen, was sie von einem Nachhaltigkeitssiegel erwarten, können wir es schaffen, Han de Groot zu überzeugen und endlich faire Preise für die Kakaobauern und –bäuerinnen sichern.

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Andere Kakao-Zertifizierer gehen übrigens schon jetzt mit gutem Beispiel in der Preisfrage voran: Fairtrade wird seinen Kakao-Mindestpreis zum Oktober 2019 auf 2.400 US-Dollar pro Tonne erhöhen. Auch wenn das noch kein existenzsichernder Mindestpreis ist, ist es ein Schritt in die richtige Richtung. Für die Rainforest Alliance gibt es also keine Ausreden mehr: Sie müssen nun dem Beispiel von Fairtrade folgen, statt einen Unterbietungswettlauf zwischen den Standards anzuheizen.

Unsere Erfahrung zeigt: Wenn sich viele Menschen hinter einer Forderung versammeln, können wir etwas bewegen. Mit der Kampagne Make Chocolate Fair und der Unterstützung von zehntausenden INKOTA-Aktiven haben wir es geschafft, die Schokoladenindustrie in den letzten Jahren mächtig ins Schwitzen zu bringen: So konnten wir zum Beispiel auf der Weltkakaokonferenz in Berlin das Thema existenzsichernde Einkommen auf die Agenda setzen.

Sie haben es in der Hand: Senden Sie jetzt eine E-Mail an Han de Groot und sorgen Sie so dafür, dass Kakaobäuerinnen und -bauern endlich einen Lohn zum Leben bekommen!

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PS: 2016 kollabierte der Kakaopreis an der Börse: Mit einem Schlag verloren viele Kakaobauernfamilien 30 Prozent ihres Einkommens. Eine Katastrophe für die Menschen, die die wichtigste Zutat für unserer Schokolade produzieren. Sorgen Sie dafür, dass sich das ändert. Setzen Sie sich für einen existenzsichernden Kakaopreis ein!

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