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Donnerstag 22.02.18

Mehr Biss für das Bundeskartellamt

Zur Geburtstagsfeier des Bundeskartellamtes haben wir der zahnlos agierenden Behörde am 22. Feburar „mehr Biss“ gewünscht. In Zahnarztkitteln überreichen wir zusammen mit weiteren Organisationen der Initiative „Konzernmacht beschränken“ ein übergroßes Gebiss auf einem Samtkissen - und dazu eine große Geburtstagskarte mit unseren Forderungen für eine schärfere Kontrolle von Konzernmacht.

Konzerne wie die deutsche Bayer AG, VW, Monanto, Google und viele weitere sind einfach zu groß und zu mächtig. Deshalb fordern wir eine niedrigere Schwelle, ab der Konzerne als marktbeherrschend gelten, sowie einen Rechtsmechanismus, um zu mächtige Megakonzerne entflechten zu können. Außerdem müssen bei der Prüfung von Unternehmenszusammenschlüssen unbedingt auch soziale und ökologische Folgekosten sowie Auswirkungen auf Drittländer berücksichtigt werden – vor allem auch im globalen Süden.

Denn Fusionen wie die geplante Übernahme von Monsanto durch die deutsche Bayer AG bedrohen die Existenzgrundlage von Kleinbauern und –bäuerinnen in Ländern des globalen Südens. Sie geraten immer stärker in Abhängigkeit von den Konzernen und leiden unter den erwartbaren Preissteigerungen bei Saatgut und Pestiziden.


Gemeinsam mit weiteren Organisationen der Initiative „Konzernmacht beschränken“ überreicht Lena Michelsen von INKOTA (re.) dem Bundeskartellamt einen ganz persönlichen Geburtstagsgruß.

Deshalb ließen wir es uns nicht entgehen, heute beim Festakt der deutschen Wettbewerbsbehörde aufzukreuzen und unsere Forderungen bildhaft zu präsentieren. Die Beamten, die in das World Conference Center in Bonn strömten, waren sichtlich interessiert, ließen sich mit uns fotografieren und versorgten sich mit der thematisch passenden Lektüre, falls es drinnen langweilig werden könnte.

Auch die Aufmerksamkeit der Presse konnten wir auf uns ziehen - unser Gebiss-Motiv war sehr beliebt. Jetzt wollen wir aber auch erleben, dass den Sympathiebekundungen Taten folgen und sich das Bundeskartellamt vor allem in der Fusionskontrolle mehr traut. Auch die Politik darf nicht weiter „nationale Champions“ befördern, sondern muss sich für eine vielfältige Unternehmenslandschaft, globale Gerechtigkeit und demokratische Mitbestimmung einsetzen.

Zum im Januar von INKOTA mitgegründeten Bündnis „Konzernmacht beschränken“, gehören inzwischen 28 zivilgesellschaftliche Umwelt-, Entwicklungs-, Agrar-, Pharma- und IT-Organisationen angehören, darunter auch der BUND, Oxfam, die Deutsche Umwelthilfe, Digitalcourage und der Chaos Computer Club. Gemeinsam wollen wir erreichen, dass Konzernmacht Grenzen gesetzt wird.

 

Weitere Informationen

Mehr Informationen zum Thema Fusionskontrolle und zur Initiative „Konzernmacht beschränken“
Factsheet „Too big to fail? Nicht mit uns!“ inklusive Infografiken zum Thema Konzentrationsprozesse im Agrarbereich und Fusionskontrolle

 


Die Arbeit des INKOTA-netzwerk e.V. zu diesem Thema wird durch die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, der Stiftung Nord-Süd-Brücken, von Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt-Evangelischer Entwicklungsdienst gefördert. Für die Inhalte ist alleine das INKOTA-netzwerk e.V. verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Zuwendungsgeber wieder.

     

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