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Dienstag 24.05.16

El Salvador: María Teresa Rivera ist frei!

María Teresa Rivera (links) nach ihrer Freilassung mit ihrer besten Freundin und Nachbarin Ana

Ein Erfolg für die Kampagne „Freiheit für die 17 plus“: Nach einer Fehlgeburt war María Teresa Rivera wegen „Mord in schwerem Fall“ zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Nach 5 Jahren Haft ist sie jetzt freigesprochen worden.

El Salvador hat eines der repressivsten Abtreibungsgesetze weltweit. Ein Schwangerschaftsabbruch ist unter allen Umständen verboten, selbst nach einer Vergewaltigung oder bei Gefahr für das Leben der Frau. María Teresa Rivera hat jedoch nicht einmal abgetrieben, sie hatte eine Fehlgeburt. Trotzdem war sie seit November 2011 in Haft und wurde 2012 wegen „Mord in schwerem Fall“ zu 40 Jahren Gefängnis verurteilt.

María Teresas Fall ist einer der großen Justizskandale in El Salvador der vergangenen Jahre, da die Autopsie des toten Fötus keinen eindeutigen Befund ergeben hatte. Der Richter der ersten Instanz hatte also keine Beweise für die angebliche Tat von María Teresa. Als arme Maquila-Arbeiterin konnte sie sich jedoch keinen Anwalt leisten und hatte im Verfahren nur einen unvorbereiteten Pflichtverteidiger, der kaum aktiv wurde. Am Freitag wurde sie nun in einem Berufungsverfahren freigesprochen. Sogar eine Entschädigung für die fünf Jahre unrechtmäßige Haft wurden María Teresa Rivera zugesprochen.

Morena Herrera, Sprecherin der Kampagne Freiheit für die 17 plus, hat nach der Urteilsverkündung mit María Teresa und vielen anderen den klaren Freispruch gefeiert: „Wir haben es geschafft, dass die längste Strafe, die jemals gegen eine Frau in so einem Fall in El Salvador verhängt wurde, aufgehoben wurde.“

Die INKOTA-Partnerorganisation „BürgerInnenvereinigung zur Entkriminalisierung des Schwangerschaftsabbruchs” hat im April 2014 die Kampagne „Freiheit für die 17 plus“ gestartet, um die Freilassung der zu Unrecht im Gefängnis sitzenden Frauen zu erreichen. INKOTA unterstützt die Kampagne von Deutschland aus: Zwei E-Mail-Aktionen an das salvadorianische Parlament und an den Obersten Gerichtshof haben wir gestartet, um die Begnadigungen der 17 Frauen zu erreichen.

Außerdem haben sich auf Initiative von INKOTA hin zahlreiche Abgeordnete des Europäischen Parlaments und des Deutschen Bundestags mit persönlichen Briefen an das Parlament von El Salvador gewandt, um eine Begnadigung der 17 Frauen zu erreichen.

Herzlichen Dank an alle, die sich für den Kampf für Gerechtigkeit der Frauen in El Salvador stark gemacht haben! Auch durch diese Unterschriften wurde der Druck auf den Obersten Gerichtshof so stark erhöht, dass dieser ein Revisionsverfahren eingeleitet hat, das schließlich zum Freispruch führte.

Jetzt geht es weiter: Noch immer sitzen viele Frauen zu Unrecht im Gefängnis - und andere sind durch das repressive Gesetz bedroht.

Unterstützen Sie mit uns die Kampagne Freiheit für die 17 plus - damit wir noch öfter Grund zum Feiern haben.

Spende für die Kampagne "Freiheit für die 17 plus"

Interview mit María Teresa Rivera von INKOTA-Mitarbeiter Michael Krämer (PDF 0,7 MB)

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