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Samstag 26.01.19

Frag nach: Wie gerecht sind Elektro-Autos von VW, Daimler & Co.?

Der Verkauf von Elektro-Autos steigt rasant. Und was passiert mit Umwelt und Menschenrechten? Schicken Sie eine Mail an die Auto-Hersteller und fordern Sie transparente Rohstoff-Lieferketten.

Elektro-Autos haben klangvolle Namen wie Leaf, Zoe und Soul. Sie stehen für das neue Versprechen der Automobil-Industrie: grün und sauber, für ein gutes Gewissen beim Autofahren. Da passen Ausbeutung und Umweltverschmutzung so gar nicht dazu. Und doch sind sie bei der Rohstoffförderung für die neuen Elektro-Autos derzeit bittere Realität. Beim Abbau von Kobalt, Lithium, Kupfer oder Nickel werden Bäume abgeholzt, Flüsse vergiftet und Menschen ihrer Lebensgrundlagen beraubt.

Wir fragen uns: Wie ernst nehmen Automobilhersteller ihre Versprechen mit dem sauberen Auto eigentlich?

Machen Sie mit und fühlen Sie mit ein paar Klicks dem Unternehmen, das Ihr Auto hergestellt hat, auf den Zahn: Schicken Sie eine Mail an die Automobilhersteller und fordern Sie, die Rohstoff-Lieferketten transparent zu gestalten!

Sie haben gar kein Auto? Die Menschen, die unter riskanten Gesundheits- und Sicherheitsbedingungen das Kobalt aus der Erde holen, brauchen trotzdem Ihre Unterstützung!

Explodierender Rohstoffbedarf für Elektro-Autos in den nächsten Jahren

Die Prognosen für den Verkauf von Elektroautos schnellen weltweit rasant in die Höhe. Auch die deutschen Automobilhersteller steigen auf E-Antrieb um. Doch dieser Umstieg allein stoppt noch nicht den Klimawandel. Im Gegenteil: Die Produktion jedes Autos – ob Elektro-Antrieb oder Verbrenner – trägt zu mehr Umweltverschmutzung, zum Klimawandel und zur Ausbeutung menschlicher Arbeitskraft bei. Und schon der Rohstoffverbrauch allein für die Akku-Produktion der Elektro-Autos ist gigantisch.

Beispiel Lithium: Während 2016 noch 10.000 Tonnen Lithium für Elektro-Fahrzeuge benötigt wurden, werden 2050 bis zu 1,1 Millionen Tonnen gebraucht – also die 110-fache Menge! Die Gewinnung aus den Salzseen Lateinamerikas führt zu akutem Wassermangel und bedroht Weidewirtschaft, Ackerbau und den Tourismus, der für viele Menschen in der Region die zentrale  Einkommensquelle ist.

Beispiel Kobalt: Die Akku-Produktion ist ohne Kobalt aus der Demokratischen Republik Kongo heute kaum noch denkbar. ArbeiterInnen schürfen den Rohstoff in handgeschaufelten Gruben ohne sichere Schutzkleidung. Die Bezahlung für die gefährliche Arbeit ist unangemessen, oft müssen auch Kinder beim Kobaltabbau helfen, um den notwendigen Familien-Unterhalt zu erwirtschaften. 2016 wurden 20.000 Tonnen Kobalt für Elektro-Mobilität verbaut, 2050 werden für Akkus von elektrischen Fahrzeugen bereits 800.000 Tonnen jährlich genutzt werden.

Die Regierung ist auf dem menschenrechtlichen Auge blind: Sorgen wir für Sorgfalt!

Während die Bundesregierung in bilateralen Verhandlungen der deutschen Industrie zur Seite steht, um die Versorgung mit den begehrten Rohstoffen sicherzustellen, versäumt sie bei jeder Gelegenheit, dieselben Unternehmen endlich auch zur menschenrechtlichen Sorgfalt zu verpflichten.
Ein Grund mehr für uns, die Unternehmen daran zu erinnern: Wer Rohstoffe nutzt, trägt Verantwortung. Rohstoff-Lieferketten im Automobilsektor müssen transparent und gerecht werden!

Jetzt mitmachen!

Fragen Sie bei Automobilunternehmen nach:

  • Wo kauft der Autoproduzent sein Kobalt ein?
  • Sind die Lieferketten transparent?
  • Wie setzt sich das Unternehmen konkret für die Wahrung von Menschenrechten in den Abbauregionen ein?
  • Hat der Automobilhersteller funktionierende Beschwerdemechanismen für die Bevölkerung vor Ort eingerichtet?

Nachfragen für Veränderung: Hier geht’s zur Mitmachaktion.

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