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Samstag 29.04.17

Dampfsignale auf Bayer-Hauptversammlung

Offenbar wollte Bayer unseren Protest und unsere Argumente von den eigenen AktionärInnen fern halten: Wenige Tage vor der Hauptversammlung erteilte Bayer uns Demonstrierenden einen Platzverweis.

Unsere Aktionen wurden dadurch an den Rand des Vorplatzes der Versammlung gedrängt. Zusätzlich ließ es sich Bayer-Chef Werner Baumann nicht nehmen, extra ein Banner für uns Demostrierende aufzuängen mit dem Spruch: „Liebe Demonstranten, nutzt doch mal Fakten statt Vorurteile.“ Das war ziemlich platt und dreist, denn schließich sind es Bayer selbst, die Unwahrheiten verbreiten. So behauptet Baumann immer wieder, die wachsende Weltbevölkerung könne nur mit den neuesten, „innovativen“ Technologien der Großkonzerne ernährt werden. Fakt ist jedoch: Die kleinbäuerliche Landwirtschaft ernährt mehr Menschen als alle Lebensmittelkonzerne zusammen.

Unser bunter Protest bei der Bayer-Hauptversammlung

Von all diesen Einschüchterungsversuchen ließ sich unser breites Protestbündnis nicht verunsichern. Schon früh am Morgen des 28. April versammelten sich vor der Bayer-Hauptversammlung in Bonn rund 300 AktivistInnen, um gegen die geplante Fusion des Pharma-Giganten Bayer mit dem Saatgut-Konzern Monsanto zu protestieren. Denn die wachsende Konzernmacht im Agrarbereich, wird vor allem im globalen Süden zu noch stärkeren Abhängigkeiten führen, Vielfalt einschränken und eine nachhaltige, kleinbäuerliche Landwirtschaft verdrängen.

Highlight der gemeinsamen Aktionen war sicherlich die „Patentverbrennungsmaschine“: Eine alte Kartoffel-Dämpf-Maschine, mit der ein Landwirt früher Kartoffeln für die eigenen Schweine gegart hatte, wurde umfunktioniert, um symbolische Saatgut-Patente und Fusionsverträge zu verbrennen. Die Maschine dampfte eindrucksvoll und machte ordentlich Lärm. So konnten die Aktionäre und Aktionärinnen, die zwangsweise an den friedlich Protestierenden vorbei mussten, nicht übersehen, welch breiten Widerstand die geplante Übernahme in der Zivilgesellschaft auslöst.


"Patentverbrennungsmaschine" in Aktion

INKOTA ging aktiv auf die einströmenden AnteilseignerInnen und Bayer-Mitarbeitenden zu, suchte das Gespräch und bot ihnen unsere neue Broschüre „Bayer & Monsanto – bleibt uns vom Acker“ an. Auch wenn viele AktionärInnen zunächst versuchten, zielstrebig an uns vorbeizueilen, zeigten sich hunderte von ihnen dann doch interessiert an unseren Argumenten.

Drinnen, auf der Hauptversammlung selbst wurden zahlreiche kritische Reden von Landwirten, AktivistInnen und Politikern gehalten. So war Baumann zumindest gezwungen, zur Kritik Stellung zu nehmen und sich in seiner Antrittsrede zu verteidigen. Fest steht: Wir sind alles andere als allein mit unserer Kritik am Milliarden-Deal. Und noch besser: Bayer hat uns gehört! Noch ist nichts verloren – schließlich müssen insgesamt noch 30 nationale Kartellbehörden der Fusion zustimmen.

Helfen Sie uns, die Argumente gegen Konzernmacht und Mega-Fusionen im Agrarbereich zu verbreiten.

Broschüre "Bayer & Monsanto – bleibt uns vom Acker. Was Megafusionen für die Welternährung bedeuten"

Fusion von Bayer und Monsanto: Streitschrift gegen die Ohnmacht der Wettbewerbskontrolle

INKOTA-Schwerpunkt Großfusionen im Agrarbereich

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