Nachlese: Workshop „Cotton Crimes”

Was haben die „Ökonomie des Glücks”, das Thema Kinderarbeit und eine neonfarbene Unterhose gemeinsam? Gar nichts?! Und ob: Alles zusammengenommen ergab den gelungen Workshop „Cotton Crimes”, der vom 15.-17. März in Berlin stattgefunden hat. Vielfältig war nicht nur das Programm: Von der langjährigen Weltladen-Betreiberin über die gärtnernde Lehrerin bis hin zum Informatikstudenten – mehr als 40 unterschiedlichste Menschen aus ganz Deutschland waren ins Wannseeforum gereist, um am Beispiel Baumwolle über den Zusammenhang zwischen Weltwirtschaft und Menschenrechte zu diskutieren.

Mit einer gelungenen Mischung aus Information, Austausch und Aktivwerden zeigt der Workshop Knackpunkte aber auch Handlungsmöglichkeiten auf dem Weg zu einer gerechteren Weltwirtschaft auf.

Der FilmÖkonomie des Glücks bildete den Einstieg in die Thematik des Workshops. Er zeigt die negativen Folgen der Globalisierung auf und stellt diesen als Alternative das Konzept der Lokalisierung entgegen. Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden mit Miriam Pflüger von Bravehearts International, die den Film vertreiben. Im Fokus stand dabei die Frage, ob Lokalisierung die Antwort auf alles sein kann oder ob nicht vielmehr ein Zusammenwirken lokaler Konzepte und globaler Vernetzung nötig ist, um den Negativfolgen der Globalisierung entgegenzuwirken.

In ihrem aufrüttelnden Vortrag verdeutlichte die Menschenrechtsaktivistin Umida Niyazova (Uzbek German Forum), die Schattenseiten der globalen Textilproduktion am Beispiel Usbekistans, einem der größten Baumwollexporteure der Welt. Eindrücklich berichtete sie davon, wie der usbekische Staat Schulen und Universitäten für mehrere Monate schließen lässt und unter anderem Kinder und StudentInnen unter katastrophalen Bedingungen zur Baumwollernte zwingt. Umida Niyazova machte klar, dass aus ihrer Sicht der einzige Lösungsweg in internationalen Sanktionen gegen den usbekischen Staat und dem Boykott usbekischer Baumwolle liegt.

Einen weiteren Lösungsvorschlag stellte Yvonne Veith vom ECCHR vor. Ihre Organisation reichte beispielsweise OECD-Beschwerde gegen europäische Baumwollhändler ein, welche usbekische Baumwolle vertreiben. Beide Ansätze zeigten, dass die internationale Vernetzung, sei es zwischen Organisationen, Staaten, AktivistInnen oder KonsumentInnen, eine wichtige Rolle beim Kampf für Menschenrechte in der Arbeit spielt.

Selbst aktiv wurden die TeilnehmerInnen am letzten Tag: Während die Einen Alternativen in solidarischen Formen des Wirtschaftens suchten, ratterten bei den Anderen die Nähmaschinen. Unter Anleitung einiger Aktiver vom Kulturlabor Trial & Error wurden im Upcycling-Workshop alte Jacken zu neuen Kleidern, eingelaufenen Wollpullis zu Röcken und – neonfarbene Shirts zu Unterhosen.

Erfahren Sie mehr über die „Cotton Campaign”

Präsentationen des Workshops

Die globale Lieferkette der Baumwolle

( PDF, 3,14 MB)

Upcycling Workshop

(PDF, 18,7 MB)

Bildergalerie Workshop Cotton Crimes

Einführung
Die neonfarbene Unterhose
Angeregte Diskussionsrunden
Berndt Hinzmann bei der Abschlussrunde
Im Gespräch mit Umida Niyazova
Aus alt mach neu
Infotisch
Brainstorming Lösungsansätze
Zusammenfassung Usbekistan
Upcycling-Workshop