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kraemer[at]inkota.de
Tel.: 030 420 8202-42

Südlink 182 - Dezember 2017

Literarischer Süden: In Büchern unterwegs

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser,

den Überblick über wichtige Ereignisse und Entwicklungen im globalen Süden zu behalten, gehört zu den grundlegenden Aufgaben eines Südlink-Redakteurs. Dafür lesen wir, häufig im Internet, Analysen, Berichte und Interviews, hören Radiosendungen oder sehen, eher selten, weil selten gut, Fernsehsendungen zu den für uns wichtigen Themen, sprechen mit Menschen, die aus Lateinamerika, Afrika und Asien kommen, oder Kolleg*innen, die kürzlich dort waren. Doch nicht nur Politik und Ökonomie, Geschichte und Entwicklungsperspektiven interessieren uns. Wir pflegen einen möglichst breiten Blick, in dem auch „Kultur & Alltag“ und insbesondere Literatur einen wichtigen Platz haben. Und da kommt eine weitere Tätigkeit hinzu: Wir lesen belletristische Literatur aus dem globalen Süden.

Nicht alles, was uns so zwischen die Finger kommt, ist gut, aber nur selten empfinden wir diese Aufgabe als Arbeit, meist bereitet sie uns großen Genuss. Es ist gerade die Literatur, die Perspektivwechsel erlaubt und uns die Welt mit anderen Augen sehen lässt. Bücher nehmen uns mit an weit entfernte Orte und in andere Zeiten. Sie überwinden Grenzen und verraten uns Dinge, die uns sonst verschlossen bleiben. Wir lernen die Welt kennen, andere Länder, andere Menschen. „Gute Bücher“ zeigen uns sogar „auch dann etwas über uns selbst, wenn sie an entlegenen Orten handeln“, wie Valentin Schönherr in seinem Einleitungsbeitrag zu diesem Dossier schreibt.

Womit wir bei einem Kriterium wären, an dem wir uns bei der Vorbereitung dieses Literatur-Dossiers orientiert haben: „gute Bücher“. Wir nehmen Autor*innen aus dem globalen Süden ernst und beurteilen ihre Werke daher nach denselben Qualitätsansprüchen wie Bücher von Autor*innen aus dem globalen Norden.

Wobei diese Unterteilung in „globalen Süden“ und „globalen Norden“ gerade in der Literatur eigentlich nicht so recht passt. Taiye Selasi etwa ist eine britische Schriftstellerin mit ghanaischen und nigerianischen Wurzeln, die vor allem in den USA lebt. Ihr brillanter Roman „Diese Dinge geschehen nicht einfach so“, der in allen diesen Ländern spielt, zeigt eindrücklich, was sie mit dem von ihr selbst geprägten Begriff „afropolitane Literatur“ meint – Weltliteratur mit afrikanischen Wurzeln. Es geht um konkrete Orte, doch zuallererst um die Menschen, die Grenzen verschwimmen, gute Literatur ist selten eindeutig.

Übrigens, falls Sie zu den Menschen zählen, die belletristische Bücher lesen und Literatur aus bestimmten Ländern oder Kontinenten besonders schätzen: gut möglich, dass Sie diese in diesem Dossier vermissen werden. Die Literatur aus Asien, Afrika und Lateinamerika ist so vielfältig, dass wir an dem Anspruch, ein halbwegs vollständiges Bild von ihr zu zeichnen, nur hätten scheitern können. Ganz bestimmt aber bietet diese Einladung zu einer Lesereise um die Welt ein paar Anregungen, um einige hervorragende Bücher und großartige Autor*innen kennenzulernen.

Aber lesen Sie selbst, empfiehlt Ihnen
Michael Krämer

Michael Krämer

Michael Krämer arbeitet bei INKOTA und ist Redakteur des Südlink-Magazins.

Weitere online verfügbare Artikel aus dem Heft:

»Das passiert jeden Tag in aller Welt«
Ein Gespräch mit dem Menschenrechtsaktivisten Peter Steudtner über seine Haft in der Türkei, absurde Vorwürfe und wie er die Zeit im Gefängnis überstanden hat.

Valentin Schönherr: Wind aus dem Norden, Wind aus dem Süden
Der Ort im literarischen »globalen Süden«. Eine Positionsbestimmung.

»Dantala sucht nach einer Vaterfigur«
Religion fülle die Räume, die Regierung und Gesellschaft leer lassen, sagt der nigerianische Autor Elnathan John im Interview.

Larissa Bender: Schreiben in Freiheit
Die syrische Literaturszene erlebt in der Diaspora einen Aufbruch.