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BMW, Daimler & Co: Antworten ohne Verantwortung

„Wie gerecht ist die Herstellung Ihrer Elektroautos?“, fragten INKOTA-Unterstützer*innen die großen Auto-Hersteller. Lesen Sie jetzt die ernüchternden Antworten.

von Beate Schurath
Veröffenticht 4. AUGUST 2019

Akkus für Elektro-Autos gelten als das neue Gold: Die Rohstoffe, die dafür gebraucht werden, sind auf internationalen Märkten heiß umkämpft. Ihre Verfügbarkeit bestimmt über den Ausbau der Elektro-Flotte. Daher drücken Autohersteller oft beide Augen zu, wenn es um die Frage geht: Woher stammen die wertvollen Metalle und Mineralien? Und wurden die Menschenrechte bei der Förderung eingehalten?

11.000 E-Mails mit Fragen schickten INKOTA-Unterstützer*innen deshalb an die großen Automobilunternehmen in Deutschland. Sie wollten wissen: Wie gerecht ist die Herstellung ihrer Elektroautos? Das Ergebnis: Kein Unternehmen kann bisher eine transparente Lieferkette vorweisen!

Das ist dramatisch, weil viele Zulieferer in der Kritik stehen, Menschenrechte bei der Förderung der Schlüsselrohstoffe zu missachten. Denn auch wenn der Verbrennungsmotor weg muss und eine Verkehrswende dringend nötig ist, so kann sie nur gelingen, wenn sie für alle weltweit grün und sauber ist.

Die Gewinnung von Kobalt, Kupfer, Lithium, Seltenen Erden, Nickel oder Grafit trägt zur Zerstörung der Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung in vielen Abbauregionen bei, die Arbeitsbedingungen im Bergbau sind häufig menschenunwürdig. Traurige Bekanntheit gewann der Rohstoff Kobalt, als Bilder von Kinderarbeit in und um die Minen um die Welt gingen. Auch im industriellen Bergbau werden Arbeitsrechte missachtet, trägt Korruption zur Ausbeutung der Regionen bei und steht Rohstoffsicherheit für Industrienationen noch immer an erster Stelle.

Die Antworten der Autohersteller machen deutlich: Freiwillige Selbstverpflichtungen zur Einhaltung von Menschenrechten sind nicht ausreichend. Selbst aufgeschlossene Unternehmer kümmern sich noch zu wenig um das menschenrechtsbasierte Management ihrer Lieferketten. Wir fordern daher die Bundesregierung auf, verbindlich Standards festzulegen: Die Pflicht für Unternehmen, Menschenrechte entlang ihrer Lieferketten zu achten, muss gesetzlich verankert werden.

Teilen Sie jetzt die Ergebnisse unser Befragung und machen Sie damit Druck bei den Auto-Herstellern!

Gefördert durch Brot für die Welt aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin, der Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

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