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Infoblatt und Online-Seminar: Frauenrechte im Bergbau

Die Rechte von Frauen im Bergbau werden in besonderem Maße verletzt. In einem neuen Infoblatt und einem Online-Seminar am 23. März beleuchten wir ihre Situation.

von Lara Louisa Siever
Veröffenticht 4. MÄRZ 2021

Arbeiterinnen in Minen, Anwohnerinnen in Abbaugebieten, Demonstrantinnen gegen Bergbauprojekte – Frauen sind auf vielfältige Art und Weise im Bergbau präsent. Im industriellen Bergbau stellen Frauen 5 bis 10 Prozent der Beschäftigten. Im informellen Kleinbergbau, mit weltweit 41 Millionen Beschäftigten, sind hingegen ein Drittel Frauen. Und diese haben es besonders schwer: sie werden schlecht entlohnt, Arbeitsrechte werden kaum geschützt, die Gesundheitsrisiken sind besonders hoch und an Mutterschutz ist kaum zu denken. In den Bergbauregionen werden aber nicht nur die Rechte von Schürferinnen verletzt. Auch dort wohnhafte Frauen und Mädchen sowie Land- und Umweltschützerinnen sind geschlechtsspezifischen Gefahren ausgesetzt. In unserem neuen Infoblatt „Frauenrechte im Bergbau beleuchten wir die vielfältige Situation von Frauen in Bergbauregionen. Am 23. März stellen wir das Infoblatt in einem englischsprachigen Online-Seminar vor.

Leerstelle Frauenrechte

Staaten und Unternehmen tragen Verantwortung für den Schutz von Frauen- und Menschenrechten in ihren globalen Lieferketten. In den meisten Initiativen und politischen Debatten zur Vermeidung von Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden durch Unternehmen wird die geschlechtsspezifische Dimension bislang jedoch zu wenig beachtet. Die deutsche Politik hat nun die Chance, diese Lücke mit dem geplanten Lieferkettengesetz zu füllen, das INKOTA als Mitinitiator der Initiative Lieferkettengesetz fordert. Dieses muss Unternehmen neben dem Schutz von Menschenrechten und der Umwelt auch zu Geschlechtergerechtigkeit in ihren Lieferketten verpflichten. Dies würde bedeuten:

  • deutsche Unternehmen müssen ihre gesamte Lieferkette bis hin zur Mine auf geschlechtsspezifische Risiken überprüfen
  • bei Bedarf müssen spezifische Maßnahmen zum Schutz von Frauen und ihren Rechten ergriffen werden
  • Frauenrechtsorganisationen und Gender-Expert*innen müssen konsultiert werden
  • Hürden für Frauen zu Beschwerdemechanismen müssen abgebaut werden
  • Menschenrechtsverteidigerinnen müssen besser vor Repressionen geschützt werden
Infoblatt
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INKOTA-Infoblatt Ressourcengerechtigkeit 6: Frauenrechte im Bergbau
Infoblatt
INKOTA-Infoblatt Ressourcengerechtigkeit 6: Frauenrechte im Bergbau
Frauen sind in vielerlei Hinsicht vom Bergbau betroffen: als Arbeiterinnen in den Minen, als Anwohnerinnen in den Abbaugebieten oder auch als Protestierende gegen den Bergbau selbst. Während weibliche Bergarbeiterinnen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen strukturell benachteiligt sind, werden ...

INKOTA-Infoblatt: Frauenrechte im Bergbau

INKOTAs neues zweiseitiges Infoblatt Frauenrechte im Bergbau beleuchtet, welche Rechte von Frauen durch den Bergbau gefährdet sind. Es zeigt auf, welche Ansätze es auf deutscher und internationaler Ebene gibt, um Frauenrechte im Bergbau besser zu schützen und globale Rohstoff-Lieferketten von der Mine bis zum Endprodukt geschlechtergerecht zu gestalten.

Online-Seminar zu Frauenrechten im Bergbau

Wenn du mehr über die Lebensrealitäten von Frauen im Bergbau auf den Philippinen erfahren möchtest und dich für ein geschlechtergerechtes Lieferkettengesetz interessierst, dann melde dich hier für das englischsprachige Online-Seminar an:

Dienstag, 23. März 2021, ab 14:00 Uhr: online
Women's Rights in Mining & the potential of Gender-responsive Due Diligence Regulation

Referent*innen:

  • Judy Pasimio, Koordinatorin von LILAK - Purple Action for Indigenous Women’s Rights, Philippinen
  • Lynn Gitu, Leiterin des Programms der englischsprachigen Region der Großen Seen von IMPACT, Uganda
  • Karolin Seitz, Leiterin des Programmbereichs Wirtschaft und Menschenrechte beim Global Policy Forum und Koordinatorin der Treaty Alliance Deutschland

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Publikation und Online-Seminar gefördert durch Brot für die Welt aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, der Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Landes Berlin sowie durch Engagement Global im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Für den Inhalt der Publikation sind die Herausgeber alleine verantwortlich; die hier dargestellten Positionen geben nicht den Standpunkt der Zuwendungsgeber wieder.

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