Projekte & Länder

Wissen teilen, Kakaobauern stärken

In Ghana half INKOTA 2019 bei der Vernetzung und Stärkung von Kakaobäuer*innen

von Evelyn Bahn
Veröffentlicht 11. AUGUST 2020

Armut und Kinderarbeit gehören zum Alltag auf den Kakaoplantagen in Westafrika. Auf kleinen Flächen bauen die Menschen dort in mühsamer Handarbeit den Rohstoff für unsere Schokolade an. Von einem Euro, den eine Tafel bei uns kostet, erhalten die Bäuerinnen und Bauern gerade einmal sechs Cent. Die Mehrheit der Kakaobauernfamilien in Westafrika lebt damit unter der Armutsgrenze. Unsere Partnerorganisation SEND Ghana kämpft dafür, dass sich das ändert. „Die Kakaopolitik in Ghana ist intransparent“, erklärt Sandra Kwabea Sarkwah, Projektreferentin bei SEND. „Die Bauern und Bäuerinnen müssen den Preis für Kakao akzeptieren, egal ob sie davon leben können oder nicht.“

Jahresbericht
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INKOTA Jahresbericht 2019
Jahresbericht
INKOTA Jahresbericht 2019
Der Start der Initiative Lieferkettengesetz, eine Spendenaktion für Mosambik, nach den verheerenden Zerstörungen durch den Zyklon Idai, eine innovative Crowdfunding-Kampagne zur Produktion nachhaltiger T-Shirts, das Veranstalten einer …

Dies will SEND ändern und unterstützt Kakaobauernorganisationen und Kooperativen dabei, ihre Rechte gegenüber Politik und Konzernen durchzusetzen. „Nur wenn die Bäuerinnen und Bauern ihre Stimme laut erheben und für sich einstehen, wird man auf ihre Forderungen reagieren“, sagt Sandra Kwabea Sarkwah. Deshalb hat SEND-Ghana seit Beginn des Programms für 45 Kakaobauernvertreter*innen Schulungen durchgeführt. Die Ziele: politische Forderungen erarbeiten, Argumentationsfähigkeit stärken und Verhandlungsstrategien vermitteln. Um die Argumente der Bauern und Bäuerinnen mit Fakten zu untermauern, hat SEND 2019 in einer Studie die Kakaopreis-Politik in Ghana untersucht.

Die Bauern und Bäuerinnen müssen den Preis für Kakao akzeptieren, egal ob sie davon leben können oder nicht.
Sandra Kwabea Sarkwah, Projektreferentin bei unserer Partnerorganisation SEND

Den Forderungen Gehör verschaffen

Im Oktober 2019 fand die Jahrestagung der World Cocoa Foundation, eine der größten Tagungen der Kakao- und Schokoladenbranche, in Berlin statt. SEND und INKOTA setzten sich dafür ein, dass auch Kakaobauern und –bäuerinnen als Redner*innen eingeladen wurden. Einer davon ist Pomasi Ismaila von der Cocoa Abrabopa Association. In seiner Rede machte er deutlich: „Kakaobauern haben kein existenzsicherndes Einkommen. Die Nachhaltigkeitsprojekte der Unternehmen werden dieses Problem allein nicht lösen. Es ist höchste Zeit, dass die Industrie höhere Preise bezahlt.“

Auf Initiative von SEND-Ghana haben 20 Organisationen im März 2019 die Ghana Civil Society Cocoa Plattform gegründet. Sowohl klassische Nichtregierungsorganisationen als auch Kooperativen haben sich in dieser zusammengeschlossen, um sich für einen zukunftsfähigen Kakaoanbau einzusetzen. Die Mitglieder der Plattform sind nun im Gespräch mit der Politik über ihre Forderungen – ein wichtiger Schritt für mehr Mitsprache.

Côte d’Ivoire

Vernetzung mit Zivilgesellschaft

Etwa 40 Prozent der globalen Kakaoernte wird im westlichen Nachbarland Ghanas produziert, der Côte d’Ivoire. Die menschenrechtlichen und ökologischen Herausforderungen sind auch dort immens. Ende 2019 hat INKOTA deshalb eine neue Partnerschaft mit der ivorischen Nichtregierungsorganisation INADES-Formation gestartet. Ziel ist auch dabei, die Zivilgesellschaft im politischen Dialog zu einem nachhaltigen Kakaosektor zu stärken.

Dieser Text ist im Jahresbericht 2019 erschienen

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