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In nahezu jeder Schokolade steckt Kinderarbeit

[Berlin, 11. Juni 2014] – Anlässlich des Welttages gegen Kinderarbeit am 12. Juni fordert das entwicklungspolitische INKOTA-netzwerk die Schokoladenindustrie auf, endlich faire Preise für Kakao zu zahlen und damit einen effektiven Beitrag zur Bekämpfung von Kinderarbeit zu leisten. Noch immer müssen hunderttausende Kinder auf Kakaoplantagen schuften. Denn die Preise für Kakao so niedrig sind, dass die Kakaobauern ihre Familien allein nicht ernähren können. Auch die Verbraucher wollen, dass sich daran etwas ändert: 36.000 Menschen haben die Forderungen der INKOTA-Kampagne Make Chocolate Fair! an die Schokoladenindustrie bereits unterzeichnet.

Das Ausmaß der Kinderarbeit im Kakaoanbau ist nach wie vor erschreckend. Hunderttausende Kinder in Westafrika müssen unter Bedingungen arbeiten, die nach internationalem Arbeitsrecht strengstens verboten sind. „70 Prozent des Kakaos in europäischer Schokolade stammt aus Westafrika und damit steckt in nahezu jeder Schokolade Kinderarbeit“, erklärt Evelyn Bahn, Koordinatorin der INKOTA-Kampagne Make Chocolate Fair!.

Kinderarbeit auf Kakaoplantagen ist ein Symptom dafür, dass die Kakaobauern nicht genug verdienen. „Der Kakaopreis hat sich in den letzten 30 Jahren halbiert. Ein Kakaobauer muss also heute doppelt soviel Kakao anbauen, um dasselbe Einkommen wie seine Eltern oder Großeltern zu erwirtschaften“, so Bahn weiter. Darüber hinaus können viele Bauern aufgrund des geringen Einkommens nicht in den Erhalt ihrer Plantagen investieren, wodurch auch die Ernteerträge sinken. „Es ist nicht verwunderlich, dass die Kinder der Bauern die Kakaoplantagen ihrer Eltern nicht übernehmen wollen. Kakaoanbau lohnt sich nicht mehr für die Menschen in Westafrika“, erklärt Bahn. Ein Bauer in Ghana müsste das Dreifache verdienen, um der absoluten Armut zu entkommen. In der Elfenbeinküste müsste das Einkommen sogar zehnmal so hoch sein. „Es ist dringend notwendig, dass die Schokoladenindustrie dafür sorgt, dass Kakaobauern ein existenzsicherndes Einkommen erwirtschaften können. Dazu gehört auch die Bezahlung eines fairen Preis für die Kakaobohnen. Nur so lässt sich Kinderarbeit effektiv bekämpfen und die Situation für die Kakaobauern grundlegend verbessern“, fordert Evelyn Bahn.

Mit dieser Forderung steht Evelyn Bahn nicht allein: Seit einem Jahr machen die INKOTA-Kampagne Make Chocolate Fair! auf die menschenverachtende Bedingungen im Kakaoanbau aufmerksam und erfährt großen Zuspruch bei Verbrauchern. Bereits 36.000 Menschen haben die Petition der Kampagne an die Schokoladenindustrie unterzeichnet. „Vielen Menschen in Deutschland ist es nicht egal unter welchen Bedingungen ihre Lieblingssüßigkeit entstanden ist. Denn niemand will Schokolade genießen, wenn andere dafür unter Hunger und Armut leiden.“

Pressemitteilung als PDF (PDF, 68 KB)

Pressemappe

Webseite von Make Chocolate Fair!

Ansprechpartnerin:
Evelyn Bahn, Koordinatorin der europäischen Kampagne Make Chocolate Fair!, Tel.: +49 (0)177-32 43 408, E-Mail: bahn@inkota.de

Make Chocolate Fair! ist eine europäische Kampagne von zivilgesellschaftlichen Organisationen aus 16 europäischen Ländern. Die Kampagne wird international von einer wachsenden Zahl von Menschen und Initiativen aus Europa, Afrika und Lateinamerika getragen. INKOTA ist eine von vier Hauptträgerorganisationen und übernimmt die Koordination der Kampagne in Deutschland. Bis 2015 sollen im Rahmen der Kampagne 100.000 Unterschriften für die Petition an die Schokoladenindustrie gesammelt werden. Die Kampagne wird unterstützt durch die die Europäische Union, Stiftung Nord-Süd-Brücken, die Landesstelle für Entwicklungszusammenarbeit des Berliner Senats und Brot für die Welt – Evangelischer Entwicklungsdienst. Der Inhalt der Pressemitteilung liegt in der alleinigen Verantwortung von INKOTA und gibt nicht Meinung der Förderer wieder.