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INKOTA Jahresbericht 2016

Erfolg für Verbraucher-Protest: Schokoladenunternehmen beteiligen sich an Einkommensdebatte für Kakaobauern

[Berlin, 3. Dezember 2015] – Erstmals haben sich Schokoladenunternehmen öffentlich dazu bekannt, an einer Berechnung zur Höhe eines existenzsichernden Einkommens für Kakaobauernfamilien mitzuwirken. Damit geht die europäische Schokoladenindustrie nach zwei Jahren intensiver Kampagnenarbeit auf eine der zentralsten Forderungen von Make Chocolate Fair! ein. Die Kampagne sieht in einer solchen Berechnung einen ersten wichtigen Schritt, um wirksame Maßnahmen zur Armutsbekämpfung zu entwickeln. Bei der Übergabe von knapp 123.000 europaweit gesammelten Unterschriften an den Dachverband der Europäischen Süßwarenindustrie (CAOBISCO) in Brüssel versprach deren Geschäftsführerin weiter, dass europäische Schokoladenunternehmen ihre Bemühungen zur Bekämpfung von Kinderarbeit beschleunigen werden. Make Chooclate Fair! kündigte an, in den kommenden Monaten genau zu verfolgen, ob den Versprechen der Schokoladenindustrie auch Taten folgen werden.

Zum Vergrößern die Bilder bitte anklicken. Für Bilder in höherer Auflösung melden Sie sich gerne bei Simone Katter, katter[at]inkota.de, 030-420 820 259.

„Es ist ein großer Erfolg für unsere Kampagne und vor allem für die Kakaobäuerinnen und -bauern weltweit, dass die Schokoladenindustrie auf die Forderungen von Make Chocolate Fair! eingeht und sich nun ernsthaft mit der Frage nach einem existenzsichernden Einkommen für Kakaobauernfamilien auseinandersetzt“, erklärt Evelyn Bahn, INKOTA-Kampagnenkoordinatorin von Make Chocolate Fair!. Einen konkreten Zeitrahmen, bis wann eine Berechnungsgrundlage erarbeitet wird und welche Schokoladenunternehmen sich daran beteiligen, wurde von CAOBISCO-Geschäftsführerin Sabine Nafziger offen gelassen. „Make Chocolate Fair! wird genau verfolgen, wie sich die Schokoladenindustrie diesem Thema in den nächsten Monaten annimmt“, kündigte Bahn an. „Wenn Schokoladenunternehmen den Kampf gegen Kinderarbeit wirklich beschleunigen möchten, dann müssen sie die Armut unter Kakaobauernfamilien bekämpfen. Das heißt auch, dass die Bäuerinnen und Bauern einen fairen Preis für ihren Kakao erhalten müssen. Eine transparente Berechnung für ein existenzsicherndes Einkommen ist dafür eine entscheidende Grundlage.“

Nafziger nannte als wichtiges Instrument zur Zertifizierung und Rückverfolgung von nachhaltigem Kakao die Entwicklung des europaweiten CEN/ISO-Standards. Evelyn Bahn wertet diesen Prozess als grundsätzlich hilfreich: „Es ist allerdings noch völlig offen, wie hoch die Kriterien des CEN/ISO-Standards gesteckt werden. Er darf auf keinen Fall hinter den bereits bestehenden Standards von Fairtrade, UTZ und Rainforest Alliance zurückfallen.“ Solange ein europäischer Standard nicht existiert, müssten Schokoladenunternehmen Kakao durch bestehende Systeme zertifizieren lassen.

Auslöser für die Ankündigungen des Europäischen Süßwarenverbandes war die Übergabe von knapp 123.000 Unterschriften, die VertreterInnen der Kampagne Make Chocolate Fair! aus zwölf verschiedenen Ländern am 2. Dezember an CAOBISCO überreicht haben. „Make Chocolate Fair! hat es geschafft, dass die Schokoladenunternehmen die kritischen Stimmen europäischer Verbraucherinnen und Verbraucher nicht länger ignorieren können“, sagt Evelyn Bahn. „Das zeigt, wie wichtig und wirksam öffentlicher Druck in der Auseinandersetzung um globale Gerechtigkeit ist.“

Angst vor der Gretchenfrage - Ohne höhere Preise haben die Kakaobauern und -bäuerinnen keine Chance, der Armut zu entkommen – Artikel von Evelyn Bahn im Südlink-Magazin

Infografik Kostenanteil an einer Tafel Schokolade

Pressemappe zu Kakao und Make Chocolate Fair!

Pressemitteilung als PDF (89 KB)

Ansprechpartnerin:
Evelyn Bahn, Koordinatorin von Make Chocolate Fair! in Deutschland, Tel.: +49 (0)177-32 43 408, E-Mail: bahn@inkota.de

Make Chocolate Fair! ist eine europäische Kampagne, die von 117 zivilgesellschaftlichen Organisationen aus 16 europäischen Ländern getragen wird. Die Kampagne wird international von einer wachsenden Zahl von Menschen und Initiativen aus Europa, Afrika und Lateinamerika unterstützt. Die Kampagne wird unterstützt durch die Europäische Union. Der Inhalt der Pressemitteilung liegt in der alleinigen Verantwortung von INKOTA und gibt nicht die Meinung der Förderer wieder.