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Braunkohle unter Dresdner Frauenkirche entdeckt: Vorkommen werden in satirischer Aktion ausgegraben

[Dresden, 17. Mai 2017] – Menschenrechtsaktivisten werden am heutigen Mittwoch ab 18:30 Uhr auf dem Dresdner Neumarkt mit einem satirischen Straßentheater die Frauenkirche abtragen, weil darunter Braunkohlevorkommen entdeckt worden sein sollen. Das Entwicklungspolitische Netzwerk Sachsen, das INKOTA-netzwerk und eine Gruppe Studierender von der TU Dresden organisieren die künstlerische Aktion, um auf die Folgen des Braunkohleabbaus in Sachsen und Menschenrechtsverletzungen durch die globale Ressourcenausbeutung aufmerksam zu machen.

So heißt es im Aufruf zu der Aktion: „Es wurden Braunkohlevorkommen direkt unter der Frauenkirche entdeckt. Der Rohstoff ist endlich, wir brauchen jeden auffindbaren Kohlerest, sei er noch so klein. Weil Deutschlands Versorgungssicherheit an erster Stelle steht, soll die Kohle abgebaut werden. Die Frauenkirche muss weichen. Auf Umwelt und Menschenrechte können wir keine Rücksicht nehmen.” Bei dem Straßentheater werden verkleidete Bauarbeiter den Platz absperren, den Markt unterhöhlen und ein Dorf aus Papphäusern abreißen. Eine andere Gruppe wird Umweltschützer spielen, die vergeblich versuchen, den Tagebau in der Dresdner Innenstadt zu stoppen. Schließlich werden die Bergarbeiter triumphierend mit Eimern voller Kohle abziehen.

Durch die provokative Aktion wollen die Organisatoren deutlich machen, dass Abbau und Verstromung von Braunkohle in Sachsen dazu führen, dass nicht nur der Klimawandel angeheizt wird, sondern auch traditionelle Dörfer zerstört und ihre Bewohner vertrieben werden. Annemarie Kunz vom INKOTA-netzwerk erklärt: „Das Dorf Pödelwitz südlich von Leipzig soll bald einem Tagebau weichen. So wie in Dresden niemand die Frauenkirche der Braunkohle opfern würde, soll auch die Heimat der Pödelwitzer nicht zerstört werden. Wir fordern den Kohleausstieg bis 2025 und damit das Ende der Expansion der Kohleindustrie.“

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit sind Menschenrechtsverletzungen auf den Bergbau zurückzuführen, wie zum Beispiel ein bekannter Fall in Kolumbien, wo die Dorfgemeinschaft Tamaquito einem Steinkohletagebau weichen musste. Ihre Lebensbedingungen verschlechterten sich durch fehlendes Trinkwasser und unfruchtbaren Boden am neuen Standort immens. Fabienne Winkler vom Entwicklungspolitischen Netzwerk Sachsen dazu: „Weltweite Umweltzerstörung und Missachtung von Menschenrechten durch Ressourcenausbeutung müssen ein Ende haben. Wir fordern die Umsetzung der UN-Leitprinzipien Wirtschaft und Menschenrechte, die Staaten und Unternehmen dazu verpflichten, die Menschenrechte zu schützen.“

Weitere Informationen:

Das Aktionsbild ermöglicht gute Foto- und Videoaufnahmen. Ab Donnerstag, 18.5., 8 Uhr können Sie hier Fotos von der Aktion herunterladen.


INKOTA-Hintergrundpapier: „Verantwortung entlang der Lieferkette im Rohstoffsektor“
INKOTA-Positionspapier für einen Kohleausstieg bis 2025 in Deutschland
ENS zu Wirtschaft und Menschenrechten

Pressemitteilung als PDF (229 KB)


Ansprechpartner:
Annemarie Kunz, INKOTA-netzwerk (Regionalstelle Dresden), Tel: 0351-492 3388, Mobil: 0176-5786 5283, E-Mail: kunz[at]inkota.de
Fabienne Winkler, Entwicklungspolitisches Netzwerk Sachsen (ENS), Tel.: 0351 - 4 92 33 – 81/64, Mobil: 0151-55664432, E-Mail: fabienne.winkler[at]einewelt-sachsen.de