Guatemala

Zukunft säen, Klima schützen!

Agrarökologie sorgt für gute Ernten und gesundes Essen für Kleinbauernfamilien in Guatemala

Drei Teilnehmer*innen des INKOTA-Projekts Zukunft säen blicken in die Kamera. Im Vordergrund ist ihre Maisernte zu sehen.

Mitglieder der Frauengruppe Cabricán bei einer Weiterbildung zu agrarökologischen Produktionsverfahren

Steckbrief

Projektfokus
Agrarökologie
Zahl der Begünstigten
357 Kleinbauernfamilien
Spendenbedarf
73.856,00 Euro

Stürme, Dürren, Wassermassen – seit Jahren werden ausgerechnet die Menschen am heftigsten von den Folgen des Klimawandels getroffen, die am wenigsten dazu beitragen: Kleinbauernfamilien aus dem globalen Süden. "Kaum ein Jahr vergeht, in dem wir verschont bleiben“, sagt Cristina Cruz.

Cristina Cruz lebt in Xeabaj im westlichen Hochland von Guatemala. Die Regenzeiten waren in den letzten Jahren immer zu kurz. Das ist schlecht für den Mais, der ohne Regen verdorrt. Gibt es keinen Mais, fällt das wichtigste Grundnahrungsmittel im Land weg. Mais ist zum Beispiel Hauptbestandteil von Tortillas. Die Maisfladen dürfen in Guatemala bei keiner Mahlzeit fehlen! Zusätzlich spielt Mais eine wichtige Rolle bei traditionellen Ritualen der noch heute gelebten Mayakultur. Rund 70 Prozent der Gemeindebewohner*innen im westlichen Hochland Guatemalas sind Indigene, die den Maya-Gruppen Quiché, Mam, Kakchiquel oder Sipacapense angehören.

Stürme, Dürren, Wassermassen – seit Jahren werden ausgerechnet die Menschen am heftigsten von den Folgen des Klimawandels getroffen, die am wenigsten dazu beitragen: Kleinbauernfamilien aus dem globalen Süden. "Kaum ein Jahr vergeht, in dem wir verschont bleiben“, sagt Cristina Cruz.

Cristina Cruz lebt in Xeabaj im westlichen Hochland von Guatemala. Die Regenzeiten waren in den letzten Jahren immer zu kurz. Das ist schlecht für den Mais, der ohne Regen verdorrt. Gibt es keinen Mais, fällt das wichtigste Grundnahrungsmittel im Land weg. Mais ist zum Beispiel Hauptbestandteil von Tortillas. Die Maisfladen dürfen in Guatemala bei keiner Mahlzeit fehlen! Zusätzlich spielt Mais eine wichtige Rolle bei traditionellen Ritualen der noch heute gelebten Mayakultur. Rund 70 Prozent der Gemeindebewohner*innen im westlichen Hochland Guatemalas sind Indigene, die den Maya-Gruppen Quiché, Mam, Kakchiquel oder Sipacapense angehören.

Früher gab es Bäche, mittlerweile sind sie ausgetrocknet. Unsere Ernten sind von Mal zu Mal schlechter.
Cristina Cruz
Bäuerin aus Guatemala

Für Cristina Cruz, ihren Mann und ihre sieben Kinder ist es hart, wenn die Ernte ausbleibt. "Mit dem, was wir ernten, müssen wir überleben", sagt sie. In den vergangenen Jahren haben sie immer wieder große Teile ihrer Ernte verloren. So wie Cristina geht es den meisten Kleinbauernfamilien in den abgelegenen Hochlandgemeinden. Die immer häufiger und heftiger werdenden Dürren sind für sie existenzbedrohlich: Bis zu 80 Prozent der Kinder sind chronisch mangelernährt.

Agrarökologie schafft Perspektiven

Zum Glück gibt es Organisationen wie die Landpastorale von San Marcos und ADAM, mit denen INKOTA schon seit vielen Jahren erfolgreich zusammenarbeitet. Sie scheuen die langen Wege in die sehr abgelegenen indigenen Gemeinden nicht, arbeiten basisnah und haben über die Jahre ein sehr vertrauensvolles Verhältnis zu den Menschen vor Ort aufgebaut. Mit einfachen aber sehr angepassten und effektiven Methoden stärken sie die Menschen nachhaltig und zeigen ihnen auch in schwierigen Situationen neue Perspektiven auf.

Um dem Klimawandel zu trotzen, setzen die Landpastorale von San Marcos und ADAM auf Agrarökologie. Dabei geht es vor allem darum, mit umweltfreundlichen Anbaumethoden und unterschiedlichen Pflanzensorten geschlossene Kreisläufe und Synergien zu erzeugen: Der Abfall der einen Pflanze bildet die Grundlage für eine andere. Weil in der Agrarökologie auf synthetische Düngemittel und Pestizide verzichtet wird, schont diese Anbaumethode die Böden, fördert die Artenvielfalt und reduziert die CO2-Emissionen. Auf äußerst kleinen Flächen werden Getreide, Gemüse, Obst und Kräuter angebaut, die ein kleines, aufeinander abgestimmtes Ökosystem entwickeln. Diese Vielfalt wirkt sich positiv auf die Gesundheit der Familien aus. Gleichzeitig lassen sich so Ernteverluste leichter auffangen, da nicht alle Anbaukulturen gleichermaßen betroffen sind.

Mich beeindruckt die große Vielfalt auf den kleinen Feldern. Hier wird deutlich: Agrarökologie ist nicht nur ein theoretisches Konzept, sondern umfasst Veränderungen, die man sehen und anfassen kann. Es ist total schön mitzubekommen, mit wie viel Begeisterung die Projektteilnehmer*innen dabei sind und ihr Wissen in die Praxis umsetzen!
Isabell Nordhausen
Projektreferentin

Saatgut, Dünger und Weiterbildung - das ist das Rezept, mit dem die Landpastorale von San Marcos und ADAM Bäuer*innen wie Cristina Cruz im Hochland Guatemalas unterstützen. Damit erhalten sie alles, was sie brauchen, um trotz Dürren oder Unwettern aus einem Gemüsesamen eine Pflanze großzuziehen. Die Kleinbäuer*innen setzen dabei konsequent auf Agrarökologie, denn diese Anbaumethode ist ertragreicher und widerstandsfähiger gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels. Und dadurch, dass sie viele verschiedene Pflanzen anbauen, verbessert sich die Ernährung ihrer Familien und sie erwirtschaften sogar Überschüsse, die sie dann auf lokalen Märkten verkaufen können. Das verbessert auch die finanzielle Situation der Kleinbäuer*innen.

Kleinbäuerin Cristina Cruz freut sich auf die weitere Zusammenarbeit mit der Landpastorale von San Marcos:

„Das Projekt gibt uns einen wichtigen Impuls, unsere Maya-Kultur und Lebensräume wieder mehr wertzuschätzen. Die Weiterbildungen helfen uns einzufordern, dass unsere Menschenrechte respektiert werden. Wir alle haben ein Recht auf ein Leben in Würde, gesunde Ernährung und Bildung.“

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