So kann Ihre Spende verwendet werden:

18 Euro:
Plastikplanen zur Errichtung eines einfachen Regenwasser-auffangbeckens

35 Euro:
Ein Fass (mit 200 Liter Fassungsvermögen) für die Herstellung/ Aufbewahrung von Biodünger

40 Euro:
Eine Bienenkiste für die nachhaltige Honigproduktion

267 Euro:
Baumaterialien für einen Solartrockner zur Herstellung von Naturmedizin

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Zuverlässige Ernte und gesundes Essen

Agrarökologie und nachhaltige Vermarktung stärken indigene kleinbäuerliche Familien in Guatemala

Kleinbäuerin Julia Magalena Sales freut sich über ihr neues Tunnelgewächshaus mit installierter Tröpfchenbewässerung in der Projektgemeinde Escupijá. Foto: INKOTA-netzwerk e.V.

Die indigenen Gemeinden im westlichen Hochland gehören zu den ärmsten Gegenden in Guatemala. Die verfügbaren landwirtschaftlichen Flächen sind klein, liegen in einer Höhe von bis zu 2.500 m über dem Meeresspiegel und weisen oft starke Hangneigungen und erodierte Böden auf. Die Menschen hier spüren bereits heute die Auswirkungen des Klimawandels: Dürren im Wechsel mit Starkregen, Frost und Hagel vernichten immer öfter die Ernten der Kleinbauern und -bäuerinnen. Die Familien leben in äußerst prekären Verhältnissen, nur ein kleiner Teil der Bevölkerung hat Zugang zu Strom, fließend Wasser und sanitären Anlagen.

INKOTAs Partnerorganisationen ADAM und die Landpastorale von San Marcos haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese indigenen Kleinbauernfamilien zu stärken und dabei zu unterstützen, trotz der schwierigen Ausgangsbedingungen selbstbestimmte Entwicklungswege zu gehen. Agrarökologische Anbaumethoden und eine breitere Palette an Feldfrüchten dienen dabei der Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels. Der Aufbau von nachhaltigen Vermarktungsmöglichkeiten für die eigene Ernte trägt zur Erhöhung des Haushaltseinkommens bei.

Agrarökologie als Antwort auf den Klimawandel

„Viele kleine Veränderungen machen einen riesigen Unterschied für die beteiligten Menschen in den Gemeinden. Wir versuchen stets ganzheitlich zu arbeiten. Durch agrarökologische Anbaumethoden, zum Beispiel die eigene Herstellung von organischen Dünge- und Insektenschutzmitteln, das Anlegen von Becken zur Speicherung von Regenwasser und gemeinde-übergreifende Saatgutbanken wird die Ernährungs-sicherheit verbessert.“

Rony Aguilar, Agraringenieur und Mitarbeiter der Landpastorale von San Marcos

Im Laufe des Programms sollen so „integrale agrarökologische Modellfincas“ entstehen: Das sind Höfe mit Vorzeigefunktion, die sich durch mindestens 15 Gemüse- und Obstsorten, den Anbau von Heilpflanzen, artgerechte Tierhaltung, Futtermittelanbau, implementierte Maßnahmen zum Umweltschutz und zur Verbesserung der Bodenqualität, Herstellung und Verwendung von organischem Dünger und Insektiziden sowie alternative Technologien auszeichnen. Die Landpastorale will zudem eine Strategie zur Vermarktung entwickeln, um auch die finanzielle Situation der kleinbäuerlichen Familien zu verbessern.

"Aber es geht uns um viel mehr als nur die Landwirtschaft“, sagt Rony Aguilar von der Landpastorale. „Gesundheits- und Hygieneaspekte müssen unbedingt mitgedacht werden. Dafür wollen wir PromotorInnen für Naturmedizin ausbilden, die ihre selbstangebauten Heilpflanzen verarbeiten und verkaufen sowie gesundheitsbezogene Beratungsdienste in ihren Gemeinden anbieten. Zur Verringerung der Tiersterblichkeit werden außerdem veterinärmedizinische Hausapotheken eingerichtet.“

Neue Vermarktungschancen für kleinbäuerliche Initiativen

Basierend auf dem Erfolgsmodell, das ADAM in unseren vorigen Projekten entwickelt hat, werden außerdem sieben Kleinbauernorganisationen in der Region dabei unterstützt, die Wertschöpfung ihrer Produktion so zu steigern, dass ihre Mitglieder existenzsichernde Einnahmen daraus erwirtschaften können. Dafür bekommen die Kleinbauernorganisationen einen eigenen Entwicklungsfonds zur Verfügung gestellt, um mithilfe des Investitionskapitals ihre Produktion kontinuierlich zu verbessern.

Parallel erhalten die Mitglieder mehrere Schulungen: So werden sie sowohl in betriebswirtschaftlichen Bereichen als auch in agrarökologischen Produktionsverfahren weitergebildet. Sie lernen ihren Entwicklungsfonds selbstständig zu verwalten, interne Kontrollinstrumente anzuwenden, Investitionspläne zu erstellen und umzusetzen und ihre Produkte u.a. durch die Erfüllung von Qualitätsstandards und eine ansprechende Verpackung besser auf dem Markt zu platzieren.

Guillermo Cifuentes, Direktor der Beratungsorganisation ADAM, betont: „Wenn die Bäuerinnen und Bauern ahnungslos an Zwischenhändler geraten, dann nutzen diese das Unwissen aus und treiben die Familien weiter in die Armut. Wenn die Bauernfamilien aber ihre Vermarktungsmöglichkeiten kennen, dann sieht es ganz anders aus. Der Erfolg unserer Projekte bestätigt das.“

Dank regelmäßigem Austausch zwischen den beiden Organisationen kann die Landpastorale von ADAMs langjährigen Vermarkungserfahrungen profitieren. Umgekehrt lernt ADAM von den Fachkenntnissen der Landpastorale im Bereich Agrarökologie. Eine Win-Win Situation für die beiden Organisationen und für alle, die am Guatemala-Programm beteiligt sind!

Eindrücke aus dem Projekt

Marta Gomez Díaz heißt uns willkommen auf ihrem Grundstück in der Gemeinde Pie de la Cuesta. Foto: INKOTA-netzwerk
Die erste Tomatenernte im neuen Tunnelgewächshaus von Luciano Ambrocio in der Gemeinde Cancil. Foto: INKOTA-netzwerk
Cristina Crúz zeigt ihren neuen Wasserfilter. Fortan kann sie ihre Gemüsebeete mit aufbereitetem Abwasser bewässern. Foto: Landpastorale
Mitglieder der Kleinproduzentinnenorganisation Elohim vor ihrem fast fertigen Gewächshaus. Foto: INKOTA-netzwerk
Kleinbäuerin Julia Magalena Sales freut sich über ihr neues Tunnelgewächshaus. Foto: INKOTA-netzwerk
Julia Magalena Sales präsentiert ihr selbst hergestelltes Präparat aus Mikroorganismen zur Bekämpfung von Krankheitsbefall ihrer Anbaukulturen. Foto: INKOTA-netzwerk

Zum Vergrößern die Bilder bitte anklicken.

Projektinfo

ProjektEinkommenssteigerung von in Armut lebenden indigenen Kleinbauernfamilien durch die Förderung von agrarökologischen Produktionssystemen und nachhaltigen Vermarktungsmechanismen in Guatemala
Ort36 ländliche Gemeinden in 8 Landkreisen der 3 Departments San Marcos, Sololá und Quetzaltenango
PartnerADAM und Landpastorale von San Marcos
Laufzeit01.03.2019 - 31.12.2022
Gesamtkosten664.700 Euro
Spendenziel73.856 Euro
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