Mosambik

Ackerland zum Leben

Die Mehrheit der Mosambikaner*innen lebt von der Landwirtschaft, ihren Zugang zu Ackerland zu verteidigen ist überlebenswichtig

Steckbrief

Projektfokus
Landzugang
Zahl der Begünstigten
670 Bauernfamilien
Spendenbedarf
8.000,00 Euro

Landkarten, Satellitenaufnahmen und mehrere Flipcharts stehen in der Gemeinde Chotsuane in der südlichen Provinz Gaza bereit. Die Menschen tragen gemeinsam alle Orte zusammen, die in ihrer Gemeinde Bedeutung haben und markieren sie auf den Karten: Wasserstellen, Wohngebiete, rituelle Orte, Weideflächen, Gemeindegrenzen und so weiter. Das Mapping wird von der INKOTA-Partnerorganisation ORAM angeleitet und ist ein Schritt auf dem Weg zu einem Gemeindelandtitel, mit dem Gemeinden ihr Land absichern. Denn Ackerland ist in Mosambik die wichtigste Ressource: Rund 80 Prozent der Menschen leben auf dem Land und von dem, was sie auf ihren Äckern anbauen.

Erschwerter Zugang zu Ackerland

Doch der Zugang zu Ackerland ist durch landwirtschaftliche Großprojekte und Landkonflikte gefährdet, und damit drohen den Menschen unrechtmäßige Vertreibung und Hunger. Gemeinsam mit dem Bauernverband ORAM will INKOTA die Landrechte der Menschen schützen: In den Provinzen Maputo, Gaza und Inhambane im Süden Mosambiks klärt ORAM die Bauern und Bäuerinnen über ihre Rechte auf und unterstützt sie bei der Beantragung von Landnutzungstiteln. Diese sollen den Zugang zu Land dauerhaft sichern, sodass die Bauernfamilien auch weiterhin ihr Essen anbauen können.

Landkarten, Satellitenaufnahmen und mehrere Flipcharts stehen in der Gemeinde Chotsuane in der südlichen Provinz Gaza bereit. Die Menschen tragen gemeinsam alle Orte zusammen, die in ihrer Gemeinde Bedeutung haben und markieren sie auf den Karten: Wasserstellen, Wohngebiete, rituelle Orte, Weideflächen, Gemeindegrenzen und so weiter. Das Mapping wird von der INKOTA-Partnerorganisation ORAM angeleitet und ist ein Schritt auf dem Weg zu einem Gemeindelandtitel, mit dem Gemeinden ihr Land absichern. Denn Ackerland ist in Mosambik die wichtigste Ressource: Rund 80 Prozent der Menschen leben auf dem Land und von dem, was sie auf ihren Äckern anbauen.

Erschwerter Zugang zu Ackerland

Doch der Zugang zu Ackerland ist durch landwirtschaftliche Großprojekte und Landkonflikte gefährdet, und damit drohen den Menschen unrechtmäßige Vertreibung und Hunger. Gemeinsam mit dem Bauernverband ORAM will INKOTA die Landrechte der Menschen schützen: In den Provinzen Maputo, Gaza und Inhambane im Süden Mosambiks klärt ORAM die Bauern und Bäuerinnen über ihre Rechte auf und unterstützt sie bei der Beantragung von Landnutzungstiteln. Diese sollen den Zugang zu Land dauerhaft sichern, sodass die Bauernfamilien auch weiterhin ihr Essen anbauen können.

Mosambik hat seit gut 20 Jahren ein Landrecht, das die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen schützt – jedenfalls auf dem Papier.
Meneses Roberto
Geschäftsführer von ORAM Zona Sul

Meneses Roberto, der Geschäftsführer von ORAM Zona Sul, setzt sich schon lange für die Rechte der Bauern und Bäuerinnen in Mosambik ein. „Mosambik hat seit gut 20 Jahren ein Landrecht, das die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen schützt – jedenfalls auf dem Papier.“

Denn Land ist in Mosambik Staatsbesitz. Nutzungsrechte werden vom Staat vergeben und Gewohnheitsrecht ist gleichgestellt mit registrierten Landtiteln. Investoren können nur nach einem Konsultationsverfahren mit den betroffenen Gemeinden Land erwerben. So die Theorie. Aber in der Praxis wissen viele Kleinbäuerinnen und -bauern zu wenig von diesen Rechten und können sie deshalb auch nicht einfordern.

Meneses Roberto, der Geschäftsführer von ORAM Zona Sul, setzt sich schon lange für die Rechte der Bauern und Bäuerinnen in Mosambik ein. „Mosambik hat seit gut 20 Jahren ein Landrecht, das die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen schützt – jedenfalls auf dem Papier.“

Denn Land ist in Mosambik Staatsbesitz. Nutzungsrechte werden vom Staat vergeben und Gewohnheitsrecht ist gleichgestellt mit registrierten Landtiteln. Investoren können nur nach einem Konsultationsverfahren mit den betroffenen Gemeinden Land erwerben. So die Theorie. Aber in der Praxis wissen viele Kleinbäuerinnen und -bauern zu wenig von diesen Rechten und können sie deshalb auch nicht einfordern.

Auch in der Gemeinde Chotsuane bestand bis vor kurzem ein Konflikt um Gemeindegrenzen und Weiderechte: ein Viehzüchter aus der Nachbargemeinde beanspruchte Weideland für sich, große Viehherden zerstörten Äcker, Besitz- und Weiderechte waren strittig. Durch das Mapping und gemeinsame Konsultationen konnte der Konflikt jedoch gelöst werden. „Das Mapping hat uns geholfen, miteinander ins Gespräch zu kommen und Gemeindegrenzen festzulegen“, sagt Dervina Mabunde. In gemeinsam entwickelten Landnutzungsplänen ist nun festgelegt, welche Flächen Acker- oder Weideland sind. Ein neu gegründetes Ressourcenkomitee soll außerdem dafür sorgen, dass die bestehenden Ressourcen in der Gemeinde nachhaltig und gemeinwohlorientiert genutzt werden. In der rund 30.000 Hektar großen Gemeinde gibt es auch Waldbestände - Brandrodung oder illegaler Holzabbau sind eine große Gefahr.

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Eine kurze Dokumentation über Land Grabbing in Mosambik und die Arbeit unserer Partnerorganisation ORAM.

Mit Vielfalt gegen den Klimawandel

Auch gemeinsame Projekte werden in dem Komitee geplant. Ein wichtiges Vorhaben ist der Bau eines Staubeckens. „In unserer Gemeinde regnet es immer weniger“, erklärt Dervina Mabunde. „Wir spüren den Klimawandel hier bereits deutlich. Mit einem Wasserstaubecken könnten wir Trockenzeiten besser überbrücken.“ ORAM unterstützt die Bauern und Bäuerinnen bei der Planung und Umsetzung ihrer Projekte. Aber nicht nur das: die Mitarbeitenden von ORAM schulen die Gemeindebewohner*innen auch in landwirtschaftlichen Anbautechniken, die an den Klimawandel angepasst sind. „Die Landwirt*innen bauen verschiedene Gemüse und Getreide in Mischkulturen an, das sorgt für mehr Vielfalt auf dem Acker“, erläutert Jaime Lacerda, ein Techniker von ORAM. Diese Kombination aus rechtlicher Aufklärung und praktischer Unterstützung ist es, was die Arbeit von ORAM so besonders macht.

Mit Vielfalt gegen den Klimawandel

Auch gemeinsame Projekte werden in dem Komitee geplant. Ein wichtiges Vorhaben ist der Bau eines Staubeckens. „In unserer Gemeinde regnet es immer weniger“, erklärt Dervina Mabunde. „Wir spüren den Klimawandel hier bereits deutlich. Mit einem Wasserstaubecken könnten wir Trockenzeiten besser überbrücken.“ ORAM unterstützt die Bauern und Bäuerinnen bei der Planung und Umsetzung ihrer Projekte. Aber nicht nur das: die Mitarbeitenden von ORAM schulen die Gemeindebewohner*innen auch in landwirtschaftlichen Anbautechniken, die an den Klimawandel angepasst sind. „Die Landwirt*innen bauen verschiedene Gemüse und Getreide in Mischkulturen an, das sorgt für mehr Vielfalt auf dem Acker“, erläutert Jaime Lacerda, ein Techniker von ORAM. Diese Kombination aus rechtlicher Aufklärung und praktischer Unterstützung ist es, was die Arbeit von ORAM so besonders macht.

ORAM ist eine der wichtigsten und einflussreichsten Organisationen in Mosambik, wenn es um Landrechte geht. ORAM ist es zu verdanken, dass immer mehr Bauern und Bäuerinnen ihre Rechte kennen und wissen, wie man sie durchsetzt. Das ist gerade in Mosambik enorm wichtig, da ein Großteil der Menschen auf dem Land und von dem Land lebt.
Christine Wiid
INKOTA-Projektreferentin für Mosambik

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