So kann Ihre Spende verwendet werden:

40 Euro: Registrierung eines Kleinbauernvereins im Distrikt

100 Euro: 40 Broschüren zum Thema Landrecht in Lokalsprache

500 Euro: Land- vermessung in einer Gemeinde

Ansprechpartnerin

Christine Wiid
Christine Wiid

wiid[at]inkota.de

Tel.: 030-420 8202-43

Ackerland zum Leben

Zugang zu Land sichern und Ressourcen gemeinsam nutzen

Bereits seit vielen Jahren arbeitet INKOTA mit der Partnerorganisation ORAM im Norden Mosambiks zusammen, um Landrechte für Bauern und Bäuerinnen zu sichern und Land Grabbing zu verhindern. Aber auch in den Südprovinzen Maputo, Gaza und Inhambane ist der Landdruck groß: gemeinsam mit der ORAM-Zweigstelle in Südmosambik soll das Land von besonders gefährdeten Gemeinden und Bauernvereinen vermessen und registriert werden, um die Lebensgrundlagen der Menschen zu erhalten.

So unterstützt ORAM die Kleinbauern und -bäuerinnen bei der Sicherung ihrer Landrechte sowie bei der Gründung von Vereinen und Genossenschaften. Außerdem berät ORAM die Bauern in landwirtschaftlichen Fragen sowie bei der Produktvermarktung. In der Provinz Inhambane im Südosten Mosambiks ist dies besonders dringend: Es ist eine der ärmsten Provinzen des Landes, ein Großteil der Menschen lebt von der kleinbäuerlichen Landwirtschaft und bewirtschaftet nur wenige Hektar Land.

Der Zugang zu Ackerland und damit die Existenzgrundlage der Kleinbauern und -bäuerinnen ist jedoch gefährdet: So wurden in der Projektregion Schwermineralsande gefunden, und verschiedene großflächige Projekte zum Abbau der Mineralien sind in der Planung. Auch der Strandtourismus in den Küstenzonen birgt für die Bauern und Bäuerinnen das Risiko des Landverlusts: Hotelanlagen entstehen auf ehemaligem Ackerland und die Landgeschäfte dafür werden oft nicht gut dokumentiert. So verlieren die Menschen häufig ihr Land ohne Gegenleistung.

Gutes Landrecht – in der Theorie
Meneses Roberto, der Geschäftsführer von ORAM Zona Sul, setzt sich schon lange für die Rechte der Bauern und Bäuerinnen in Mosambik ein. „Mosambik hat seit gut 20 Jahren ein Landrecht, das die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen schützt –jedenfalls auf dem Papier.“

Denn Land ist in Mosambik Staatsbesitz. Nutzungsrechte werden vom Staat vergeben. Gewohnheitsrecht ist gleichgestellt mit registrierten Landtiteln. Investoren können nur nach einem Konsultationsverfahren mit den betroffenen Gemeinden Land erwerben. So die Theorie, aber in der Praxis wissen viele Kleinbäuerinnen und -bauern zu wenig von diesen Rechten und können sie deshalb auch nicht einfordern.

„ORAM ist eine der wichtigsten und einflussreichsten Organisationen in Mosambik, wenn es um Landrechte geht. ORAM ist es zu verdanken, dass immer mehr Bauern und Bäuerinnen ihre Rechte kennen und wissen, wie man sie durchsetzt. Das ist gerade in Mosambik enorm wichtig, da ein Großteil der Menschen auf dem Land und von dem Land lebt.” – Christine Wiid, INKOTA-Projektreferentin für Mosambik

ORAM setzt deshalb der Gefahr des Landverlustes etwas entgegen: Bereits in mehreren Dörfern und Gemeinden in den Südprovinzen hat ORAM Schulungen zum Thema Landrechte durchgeführt. Denn nur, wenn die Bauern und Bäuerinnen ihre Rechte kennen, können sie diese auch einfordern. Besonders wichtig ist dabei, dass die Mitarbeiter von ORAM selbst aus der jeweiligen Projektgegend kommen und somit den Bäuerinnen und Bauern in der Lokalsprache erläutern können, was das Landrecht für sie bedeutet und wie sie sich vor Landverlust schützen können.

Ressourcen gemeinsam nutzen und verwalten
Einige der Gemeinden im Projektgebiet verfügen außerdem über weitere Ressourcen, die auch für Investoren interessant sind, wie beispielsweise Wald oder größere Fischvorkommen. ORAM will die Bauern und Bäuerinnen darin schulen, diese Ressourcen nachhaltig und gemeinwohlorientiert zu nutzen. Dafür werden in den Gemeinden sogenannte Ressourcenkomitees gegründet. Außerdem unterstützt ORAM die Menschen bei Verhandlungen mit potentiellen Investoren und befähigt sie, die eigenen Rechte zu verteidigen und durchzusetzen.

Projekt: Mehr Ressourcengerechtigkeit für Kleinbauern
OrtAcht Distrikte in den Provinzen Maputo, Gaza und Inhambane, Mosambik
PartnerORAM Zona Sul
LaufzeitOktober 2018 bis September 2021
Kosten 298.600 Euro
Spendenbedarf8.000 Euro

Das Projekt wird ermöglicht durch die Förderung der Sächsischen Jugendstiftung im Programm „genialsozial – Deine Arbeit gegen Armut“ 2018. Durch das Programm wird ein gutes Sechstel der oben angegebenen Kosten finanziert.

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