So kann Ihre Spende verwendet werden:

100 Euro für ein Saatgutpaket: 320 Kilogramm Maissaatgut für die gemeinsamen Felder der Bauernvereine von Matharya.

300 Euro für das eigene Land: Landmarkierungen für drei Bauernvereine, um sichtbar zu machen, wo das Vereinsland anfängt und aufhört.

500 Euro für die Rechtssicherheit: Veranstaltungskosten für eine Konsultation in einer Gemeinde, um die Rechte der Kleinbauern und Kleinbäuerinnen langfristig zu sichern.

Spendenkonto

KD-Bank
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Ansprechpartnerin

Christine Wiid
Christine Wiid

wiid[at]inkota.de

Tel.: 030-420 8202-43

Land für Menschen, nicht für Profite!

Der Kleinbauernverband ORAM erhält im Norden von Mosambik die Lebensgrundlage tausender Menschen

Mehr als zwei Drittel der Menschen in Mosambik leben von der Landwirtschaft. Land ist deshalb ihre wichtigste Ressource. Doch diese Lebensgrundlage wird immer wieder von Agrarunternehmen bedroht. Vertreibungen und Enteignungen sind ein wiederkehrendes Problem. Der Fall der Gemeinde Matharya im Norden von Mosambik ist ein erschreckendes Beispiel dafür – und zeigt zugleich, warum die Arbeit des Kleinbauernverbands ORAM so wichtig ist.

„Wir müssen zusehen, wie diese Leute einfach unser Land besetzen. Das Land, auf dem wir seit Jahrzehnten unser Getreide, Obst und Gemüse anbauen. Meine Familie und ich leben von dem, was wir auf unseren Parzellen anbauen. Wir wissen nicht, was wir essen sollen, wenn sie uns das Land wegnehmen.” – Victorino Daniel, Projektteilnehmer aus der Gemeinde Matharya

Herzlichen Dank!

Wir bedanken uns bei allen, die für dieses Projekt gespendet haben. Alle Spenden, die weiterhin für Oram geleistet werden, nutzen wir für das Folgeprojekt von Oram in Nampula.

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Sie können auch andere Projekte unserer Partnerorganisationen unterstützen oder ohne Zweckbindung spenden, so dass INKOTA das Geld dort einsetzen kann, wo es gerade am dringendsten benötigt wird:

Übersicht Projektländer und Projekte

Ohne Zweckbindung spenden

Die Nachfahren des portugiesischen Großgrundbesitzers Américo dos Santos haben zugeschlagen: Mehr als 20 Fußballfelder groß ist die Fläche im Norden von Mosambik, für die sie nun einen Landtitel haben – über 50 Jahre mit Option auf Verlängerung. Bereits vor fünf Jahren hatten die Santos-Söhne das Agrarunternehmen Matharia Empreendimento gegründet, mit der Absicht auf dieser Fläche vor allem Soja anzubauen – ein Produkt, das sich gut exportieren lässt und somit viel Geld verspricht. Was die Unternehmer gerne verschweigen: Tausende Kleinbauern und Kleinbäuerinnen wurden in den vergangenen Jahren von Matharia Empreendimento unrechtmäßig von ihrem Land vertrieben. Insgesamt sind etwa 900 Familien betroffen, die gesamte Gemeinde Matharya. Und das Bitterste: Viele von ihnen haben das alles schon einmal erlebt.

Mit kolonialen Grüßen

Seit Generationen haben Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Matharya das Essen angebaut, das sie zum Überleben brauchten. Auch die Vorfahren des Kleinbauers Victorino Daniel gehörten dazu. Mit der kolonialen Besetzung durch die Portugiesen kam dos Santos in die Region. Er vertrieb die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen und nutzte das Land als Jagd- und Plantagengrund. Im Zuge des Befreiungs- und Bürgerkriegs verließ dos Santos das Land im Jahr 1983. Viele Kleinbauern und Kleinbäuerinnen kehrten zurück – einer von ihnen war Victorino Daniel. „Es kann doch nicht sein, dass uns das jetzt alles einfach so wieder weggenommen werden kann“, sagt er. „Das lassen wir nicht mit uns machen!“

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ORAM gleicht das Machtungleichgewicht aus

Genau hier setzt die Arbeit des Kleinbauernverbands ORAM an, mit dem INKOTA seit 2012 zusammenarbeitet. Viele Menschen kennen ihre Rechte nicht oder wissen nicht, wie sie diese einfordern können. Das führt immer wieder zu Konflikten oder sogar zu Landverlusten.

„Das Beispiel aus der Gemeinde Matharya zeigt, welche Gefahren von landwirtschaftlichen Großprojekten ausgehen. Während einige Wenige große Gewinne einfahren, verlieren tausende Menschen ihre Lebensgrundlage. Den staatlichen Stellen gelingt es nicht immer, zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Diese Lücke schließt unser Kleinbauernverband.” – Calisto Ribeiro, Geschäftsführer ORAM, Mosambik

Calisto Ribeiro, der Geschäftsführer von ORAM, ist überzeugt davon, dass sich die Dinge in Matharya zum Guten wenden werden: „Der Landtitel an Matharia Empreendimento wurde ohne die erforderliche Gemeindekonsultation ausgestellt. Wir haben einen großen Erfahrungsschatz und internationale Partner, auf die wir uns verlassen können. Ich bin mir sicher, dass wir den Menschen in Matharya helfen können!”

Eckpunkte des laufenden Projekts

Der Fall der Gemeinde Matharya ist ein Beispiel von vielen in der Provinz Nampula. In sechs Distrikten unterstützt ORAM dort tausende Kleinbauern und Kleinbäuerinnen im Rahmen des laufenden Projekts. Unsere PartnerInnen

  • unterstützen die Bäuerinnen und Bauern dabei, sich in Vereinen oder Kooperativen zu organisieren, die gemeinsam produzieren.
  • helfen den Gemeinden, ihr Land zu vermessen und Landtitel zu registrieren, damit sie besser vor Landverlusten geschützt sind.
  • schulen die Bauern und Bäuerinnen im Land- und Forstrecht und zum Thema nachhaltige Anbaumethoden.
  • setzen sich bei Landkonflikten für die Kleinbauern und -bäuerinnen ein und vertreten ihre Interessen.
  • sind in Mosambik gut vernetzt und machen gemeinsam mit anderen Organisationen auf Fälle von Land Grabbing, Landverlust und die Benachteiligung von Kleinbauern und -bäuerinnen aufmerksam.

„Die Arbeit von ORAM ist extrem wichtig, denn die Bäuerinnen und Bauern sind den Unternehmern und Investoren bei Verhandlungen und vor allem bei Konflikten meist deutlich unterlegen. Es herrscht ein starkes Machtungleichgewicht. ORAM gleicht das wieder aus, stärkt die Stimme der Bauern und Bäuerinnen und macht ihre Anliegen auch für die Öffentlichkeit sichtbar.” – Christine Wiid, INKOTA-Projektreferentin

Projektbezeichnung: Landrechte und Landtitel für Kleinbauernvereine
OrtDistrikte Malema und Ribaue in der Provinz Nampula
PartnerORAM Nampula
LaufzeitOktober 2014 bis Dezember 2017
Kosten225.594 Euro
Spendenbedarf25.066,66 Euro

Fotos zum Projekt

Zum Vergrößern die Bilder bitte anklicken.

Braucht unsere Unterstützung: Kleinbauer Victorino Daniel
Ist einsatzbereit: Das Team von ORAM in der Provinzhauptstadt Nampula
Wirkt nachhaltig: Gemeindeseminar von ORAM zum Thema Landrechte

Film zum Thema Land Grabbing in Mosambik

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