Hilfe für politisch Verfolgte in Nicaragua

Rechtsbeistand und Versorgung für Betroffene von Repression und Menschenrechtsverletzungen

Weit über 300 Todesopfer, Tausende Verletzte, Hunderte Inhaftierte, immer neue Berichte von Misshandlungen und Folter: Seit April 2018 kommt Nicaragua nicht zur Ruhe. Bis heute gehen die Menschen für eine Demokratisierung des Landes auf die Straße, fordern eine unabhängige Aufklärung der Menschenrechtsverletzungen der vergangenen Monate sowie den Rücktritt der Regierung Daniel Ortegas. Bisher ohne Erfolg. Polizei und paramilitärische Gruppen unterdrücken die Protestbewegung massiv und setzen dabei auf brutale Gewalt. Der Versuch einer friedlichen Lösung durch einen Nationalen Dialog ist (vorerst) gescheitert. Die Gesellschaft ist zutiefst gespalten und auch die wirtschaftlichen Auswirkungen der soziopolitischen Krise haben gravierende Ausmaße angenommen.

Die Protestbewegung wird von der Regierung unter Rückgriff auf ein im Juli 2018 eigens beschlossenes „Antiterrorgesetz“ kriminalisiert. Über 500 Personen wurden bisher inhaftiert und wegen angeblich terroristischer Aktivitäten unter Anklage gestellt. Einige wurden bereits zu bis zu 15 Jahren Haft verurteilt. Zahlreiche von Verhaftung bedrohte AktivistInnen müssen untertauchen, über 25.000 Menschen sind seit Beginn der Krise nach Costa Rica geflohen. Für die in Verstecken lebenden Verfolgten ist es extrem schwierig, sich mit dem Nötigsten zu versorgen. Es fehlt an Lebensmitteln, persönlichen Hygieneartikeln, Kleidung und Medikamenten.

Die Familienangehörigen der politischen Gefangenen sind ebenfalls auf materielle Unterstützung angewiesen, da sie für die Versorgung der Inhaftierten aufkommen müssen. Aufgrund von existenzieller Armut sind viele nicht in der Lage, das nötige Geld für regelmäßige Besuche und Lebensmittel aufzubringen.

Popol Na unterstützt von Repression Betroffene und die Demokratiebewegung

Unser Projektpartner Popol Na ist in der Demokratiebewegung tätig und unterstützt die Opfer von Repression und Menschenrechtsverletzungen. Die Hilfe umfasst sowohl logistische und materielle Unterstützung, als auch juristische und psychosoziale Begleitung.

Die Direktorin der Stiftung Popol Na, Mónica Baltodano, gilt als eine wichtige Stimme der linken Opposition in Nicaragua. Im Oktober 2018 berichtete sie in Berlin über die aktuelle Situation in ihrem Land:

Mónica Baltodano, Direktorin der Stiftung Popol Na. Foto: INKOTA-netzwerk

„Unsere größte Sorge gilt den Menschen, dem Leben. Wir brauchen ein freies Nicaragua, damit die Geflüchteten zurückkehren können. Meine Tochter, Mónica López, die seit mehreren Jahren im Namen der Stiftung juristische Unterstützung für die Bauernbewegung gegen den interozeanischen Kanal leistet, wurde von Auftragskillern bedroht und lebt nun im Exil in Costa Rica. Mein Bruder, Geschichtsprofessor, sitzt seit dem 15. September im Gefängnis, obwohl er lediglich an den friedlichen Protesten teilgenommen hat. Es gibt unzählige weitere Fälle. Mit unserer Arbeit wollen wir einen Beitrag leisten zur weiteren Organisation des Widerstands und zur  Entwicklung von politischen Perspektiven für die Nach-Ortega-Zeit.“

Ihre Spende verwenden wir u.a. für:

    • Sachleistungen (Lebensmittel, Hygieneartikel, Kleidung, Medikamenten)
    • Ausgaben für Unterkünfte und Transport
    • Ausgaben für Fotokopien und juristische Gebühren

    Das Projekt wurde auf Initiative der Nicaragua-Solidarität Berlin ins Leben gerufen, bei der INKOTA aktives Mitglied ist.

    Projektinfo

    Projekt:Unterstützung der politisch Verfolgten in Nicaragua
    Ort Vor allem in Managua
    Partner Fundación Popol Na
    Laufzeit Ab November 2018
    Kosten 6.600,00 Euro
    Spendenbedarf
    6.600,00 Euro

     

     

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