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Südlink 178 - Dezember 2016

Fairer Handel: Erfolgsmodell mit Schwächen

Editorial

von Michael Krämer

Liebe Leserin, lieber Leser,

vor über vierzig Jahren ist der Faire Handel – der damals zumeist noch als „Alternativer Handel“ firmierte – in Deutschland gestartet. Die kleine Nische schrummeliger „Dritte-Welt-Läden“ hat er längst verlassen und sich auf den Weg in die Supermärkte und Discounter gemacht. Jahr für Jahr steigert der Faire Handel seinen Umsatz mit zweistelligen Prozentzahlen und hat 2015 erstmals mehr als eine Milliarde Euro umgesetzt.

Die Freude ist aber nicht ungetrübt. Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen und zu niedrige Löhne und Einkommen vieler Produzent*innen und Arbeiter*innen im globalen Süden haben der Glaubwürdigkeit des Fairen Handels geschadet. Immerhin hat die World Fair Trade Organization (WFTO), der globale Dachverband des Fairen Handels, die Kritik aufgenommen und das Thema auf die eigene Agenda gesetzt. Um das Label „WFTO Guaranteed Fair Trade“ führen zu dürfen, müssen die Mitgliedsorganisationen für existenzsichernde Löhne bei ihren Produzent*innen sorgen. Wohlgemerkt ist dies ein Ziel, das in vielen Bereichen noch nicht erreicht ist.

Doch auch die Wachstumszahlen selbst sind nicht unumstritten, wie Martin Klupsch in seiner Analyse darstellt. Denn prozentual kommt vom Gesamtumsatz des Fairen Handels in Deutschland immer weniger im globalen Süden an. Dies liegt auch daran, dass dem Umsatz Mischprodukte zu hundert Prozent zugerechnet werden, selbst wenn diese nur einen geringen Fairhandelsanteil haben. Mangelnde Transparenz ist hier, aber auch in anderen Bereichen zu einem Problem geworden.

Dies gilt auch für die Rohstoffprogramme von Fairtrade. Wir stellen in unserem Dossier das Fairtrade-Kakaoprogramm vor, dass 2014 gestartet ist und Unternehmen erlaubt, für die Herstellung von Schokolade zertifizierten Kakao zu verwenden, ohne zugleich auch zertifizierten Zucker einzusetzen. Zuvor war dies im Fairen Handel nicht zulässig und hat Fairtrade/TransFair einige Kritik eingebracht. Unbestritten hat es den Kakaobauern und Kakaobäuerinnen bessere Absatzmöglichkeiten beschert. Welche Unternehmen an dem Programm teilnehmen und wie viel zertifizierten Kakao sie einsetzen, bleibt der Öffentlichkeit jedoch vorenthalten. Ein Umstand, den auch viele Aktive des Fairen Handels kritisieren.

Überhaupt hat der Faire Handel zwei unterschiedliche Wege eingeschlagen. TransFair scheint auf Wachstum um jeden Preis zu setzen und hat keine Probleme damit, einen Discounter wie Lidl, der wegen seiner verheerenden Preispolitik allenthalben in der Kritik steht, mit dem „Fairtrade-Award“ auszuzeichnen. Schon 2013 ist die Siegelorganisation aus dem wichtigsten Lobbyverband des Fairen Handels in Deutschland, dem Forum Fairer Handel, ausgetreten.

Auf der anderen Seite stehen jene Weltläden und Importorganisationen, die mit ihrer Arbeit auch weiterhin einen politischen Anspruch und eine Kritik am traditionellen Handel verbinden.

Aber lesen Sie selbst! Der Faire Handel bietet einigen Diskussionsstoff – so wie auch dieses Dossier. In diesem Sinne wünscht Ihnen eine anregende Lektüre

Michael Krämer