Saatgut-Vielfalt verteidigen!

"Peace, Love and Music": Kleinbäuerinnen in Mosambik haben es satt, von Konzernen und Regierung abhängig zu sein und wollen ihre eigenen Saatgut-Inseln schaffen. Foto: INKOTA

In Mosambik wollen Agrarkonzerne wie Bayer-Monsanto den Saatgutmarkt erobern. Dabei zeigen Versuche auf Testfeldern, dass lokal angepasste Sorten besser mit den örtlichen Begebenheiten klarkommen. In Südafrika wurden deshalb gerade mehrere Monsanto-Sorten nicht zugelassen. Hinzu kommt, dass das ohnehin bitterarme Mosambik derzeit von einer schweren Schuldenkrise erschüttert wird – verursacht durch illegal aufgenommene Kredite und zwielichtige Deals großer Konzerne mit der Regierung. Die Menschen in Mosambik haben das Geschacher auf ihre Kosten satt. Immer mehr Kleinbäuerinnen und -bauern nehmen ihr Schicksal in die eigenen Hände: Sie wollen die Saatgut-Vielfalt auf ihren Feldern verteidigen und sogenannte Saatgut-Inseln schaffen. Zehn davon möchte INKOTA den Kleinbäuerinnen und -bauern zu Weihnachten schenken. Dafür brauchen wir Ihre Unterstützung!

Kleinbauer Antonio Basquete aus Mosambik weiß: Gegen den Maiskäfer ist kaum ein Kraut gewachsen. Der gefährliche Schädling hat in seiner Gemeinde in der letzten Erntesaison tonnenweise Mais vernichtet. Und alles nur, weil sich sein Kleinbauernverein hatte breitschlagen lassen, das Hybridsaatgut PAN 53 anzubauen. „Die Regierung hat uns immer wieder nahegelegt, auf die vermeintlich besseren Sorten der Agrarkonzerne umzusteigen. Da haben wir irgendwann gesagt: Na gut, wir probieren es aus.“

Die Bäuerinnen und Bauern im Distrikt Sussundenga in der Provinz Manica sind vorsichtig. Wenn sie neue Sorten in einer Gemeinde einführen wollen, nutzen sie dafür zunächst ein gemeinschaftliches Testfeld. PAN 53 haben sie so auf fünf Hektar Land testweise angebaut und rund acht Tonnen Mais geerntet. Die Freude währte kurz: Schon bald entdeckten sie die kleinen Käfer, die in tropischen Regionen wie diesen in zwei Monaten Lagerzeit schon mal drei Viertel einer Ernte vernichten können.

Zum Glück hatte Basquetes Kleinbauernverein nur das Testfeld mit dem Hybridmais bestellt. Nicht auszudenken was geschehen wäre, wenn die Familien die Ernten auf ihren eigenen Feldern verloren hätten: Die Ernährung der Menschen in Sussundenga hängt von diesen Feldern ab – ein Ernteverlust dort hieße für sie existenzielle Not.

„Die Regierung hat uns immer wieder nahegelegt, auf die vermeintlich besseren Sorten der Agrarkonzerne umzusteigen. Da haben wir irgendwann gesagt: Na gut, wir probieren es aus.“

Antonio Basquete, Kleinbauer aus Mosambik

Trotz zahlreicher Erfahrungen wie in Sussundenga setzt die Regierung in Mosambik weiter auf das Saatgut der Agrarkonzerne. Sie will das Tauschen, Verteilen und Vervielfältigen von lokal angepasstem Saatgut stark einschränken.

Der Kern des Projekts: die Saatgut-Insel

Doch zum Glück gibt es starke Organisationen wie den Kleinbauernverband UNAC: Um den massiven Eingriff in das Leben der Menschen zu verhindern, hat UNAC ein Programm zum Erhalt der Saatgut-Vielfalt aufgesetzt. UNAC ist sehr gut im Land vernetzt, der Verband hat landesweit fast 100.000 Mitglieder, die in rund 2.500 Vereinigungen und Kooperativen organisiert sind.

Der Kern des Programms ist für die einzelnen Initiativen gleich und setzt auf eine sogenannte Saatgut-Insel für jeden Verein: Die Teilnehmenden lernen, wie sie ihr Saatgut selbst vervielfältigen können, teilen ihr landwirtschaftliches Wissen miteinander und tauschen auch ihr jeweiliges Saatgut untereinander aus.

Was das mit einer Insel zu tun hat? Mit dem Saatgut-Programm von UNAC schaffen sich die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern kleine Inseln für ein gutes Leben in einer von Agrarkonzernen dominierten Welt – auch und vor allem in Zeiten des Klimawandels.

In den Provinzen Manica und Zambezia wollen 25 Bauernvereine über die nächsten drei Jahre ihre eigene Saatgut-Insel schaffen: Die TeilnehmerInnen werden geschult, vernetzen sich, erhalten Saatgut für die Testfelder und bringen sich gegenseitig bei, wie ihr Saatgut vervielfältigt werden kann. Ein Kreislauf der Ernährungssicherung für insgesamt 500 kleinbäuerliche Familien entsteht.

INKOTA möchte die Menschen in Mosambik dabei unterstützen, ihre eigenen Saatgut-Inseln zu erschaffen und damit die Saatgut-Vielfalt in ihrem Land zu verteidigen. Pro Verein fallen dabei Gesamtkosten von 1.560 Euro an. Wir wollen den Kleinbäuerinnen und -bauern ein Geschenk zu Weihnachten machen und haben uns vorgenommen, bis dahin zehn Saatgut-Inseln zu finanzieren. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe!

Spendenkonto:
KD-Bank
IBAN: DE06 3506 0190 1555 0000 10
BIC: GENODED1DKD
Stichwort „Saatgut-Insel“

Jetzt spenden!

Bei Fragen wenden Sie sich gerne an:


Maximilian Knoblauch

spenden@inkota.de

Tel: 030-420 820 2-30