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E-Mobilität

Unterwegs zu mehr Ressourcengerechtigkeit?

Auch elektrisch betriebene Autos bedeuten einen enormen Aufwand an metallischen und mineralischen Ressourcen. Fließband in einer Tesla-Fabrik, USA. Foto: Maurizio Pesce (CC BY 2.0)

Vor dem Hintergrund des Klimawandels ist klar: Vom Verbrennungsmotor müssen wir weg. Doch mit der Vision von einer simplen Umstellung des Verkehrs auf Elektromobilität ist es nicht getan. Auch der Umstieg auf Elektromobilität geht mit einem enormen Bedarf an metallischen und mineralischen Rohstoffen einher, die zu oft unter menschenrechtlich und ökologisch desaströsen Bedingungen gewonnen werden.

Rohstoffe für unsere E-Bequemlichkeit

Eine aktuell gängige E-Auto-Batterie mit einer 50 kWh Batterie und einer Reichweite von 300 km wiegt über 400 kg. Sie enthält in etwa 8 Kilogramm Lithium (Metall), ca. 13 Kilogramm Kobalt und ebenso viel Nickel und Mangan, sowie ca. 32 Kilogramm Graphit.

Die Nachfrage nach diesen Rohstoffen steigt durch den Umstieg auf E-Mobilität rapide an. Die Abbauländer geraten unter Druck, die gefragten Mengen sehr schnell zu fördern. Viele Länder, aus denen diese Rohstoffe stammen, stehen in der Kritik bei der hastigen Förderung der wertvollen Mineralien Menschenrechte und Umweltschutz zu übergehen: Dorfgemeinschaften müssen weichen, werden Opfer von Vertreibungen, leiden unter gefährlichen Umweltverschmutzungen durch Schwermetalle und Schwefelbelastung oder Wasserkonkurrenz der Bergbauriesen. Menschen schuften in Kobaltminen, ohne sich und ihre Familien dadurch ausreichend versorgen zu können, weil Alternativen zum Einkommen fehlen.

„Mehr!“ und „Grüner!“ passen nicht zusammen – auch nicht im E-Mobil

Wie beim herkömmlichen PKW geht auch die Herstellung von Elektroautos für den wachsenden Individualverkehr auf Kosten von Mensch und Natur im globalen Süden. Wir verlagern unsere Umweltprobleme anstatt sie zu lösen! Allein durch den Umstieg auf E-Mobilität wird unser Verkehr also nicht automatisch nachhaltiger sein als heute. Wenn wir Klimaschutz, Umweltschutz und den Schutz der Menschenrechte zusammendenken, ist das private PKW ein Auslaufmodell.

Klar ist deshalb: Weiterhin die Automobilbranche zu fördern und den Verkauf von privaten PKWs anzukurbeln ist der falsche Weg – egal, ob die Autos elektrisch betrieben werden oder mit dem klassischen Verbrennungsmotor.

INKOTA fordert die Bundesregierung auf,

  • konsequent für verpflichtende menschenrechtliche Sorgfalt entlang globaler Produktionsketten einzutreten und durch geeignete Regulierungen Unternehmen für Verstöße haftbar zu machen,
  • konsequent auf einen umfassenden Umbau unserer Mobilitätssysteme hinzuarbeiten, weg vom motorisierten Individualverkehr. Nur ein absoluter Rückgang unseres internationalen Bedarfs an Rohstoffen ebnet den Weg hin zu einem global zukunftsfähigen Umgang mit Ressourcen.