Kampagnen-Infos, Mit-Mach-Aktionen, Termine - Abonnieren Sie den INKOTA-Newsletter und bleiben Sie auf dem Laufenden!

Ansprechpersonen


Beate Schurath

schurath[at]inkota.de
Tel.: 0351-492 3388


Magdalena Gack

gack[at]inkota.de

Tel.:
0351-492 3388

Kobalt ─ die Muskeln der Batterien

Kobalt steigert die Energiedichte von Batterien. Das unedle Schwermetal wird für den Pluspol von Lithium-Ion Batterien genutzt. Je nach Batterietyp und Reichweite (Kapazität) stecken 3-6kg Kobalt in einer E-Autobatterie. Durch den Umstieg auf E-Mobilität steigt die Nachfrage nach dem Rohstoff heute rasant an. Aufgrund von Lieferengpässen entsteht ein Wettlauf um den wertvollen Rohstoff. Die Einhaltung von menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten in der Lieferkette droht dabei auf der Strecke zu bleiben.

Kobalt wird häufig in Verbindung mit Kupfer und Malachit (blau-grüne Steine) gefunden. Foto: Fairphone (CC BY-SA 2.0)

Kobalt fällt fast ausschließlich als Nebenprodukt der großindustriellen Nickel- und Kupferproduktion an. Aktuell werden 54% in der Demokratischen Republik Kongo (DRC) gewonnen. Vor allem in den Provinzen Haut-Katanga and Lualaba der Demokratischen Republik Kongo sind bis zu 150.000 Kleinschürfer aktiv. Weitere wichtige Abbauländer sind Kanada, Australien und Russland. Ca. 14% des weltweiten Kobaltabbaus erfolgt im Kleinbergbau und stammt meist aus Madagaskar oder der DRC.

„Kobalt stinkt!“

Der Name Kobalt stammt aus dem 16. Jahrhundert. Er leitet sich von den Kobolden ab. Denn damals glaubte man, der schlechte Geruch, den Kobalt beim Reiben oder Erhitzen verströmt, stamme daher, dass Kobolde das damals sehr kostbare Erz mit einem unbekannten Material verunreinigten.

Heute steht Kobaltabbau aus anderen Gründen in der Kritik: Stammt Kobalt aus Kleinbergbau, bedeutet es zwar Einkommen für die Menschen, die sich vor der Alternativlosigkeit sehen, vom Bergbau leben zu müssen. Die rasante Wertsteigerung von Kobalt auf dem Weltmarkt kommt bei den Bergleuten jedoch nicht an.

Kleinschürfer leben oft über Wochen von ihren Familien getrennt und können sich nicht einmal eine grundsätzliche Ausrüstung wie Schaufeln leisten. Zuletzt ist der Kobalt-Bergbau im Kongo stark ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, da vielerorts Kinder an der Arbeit im Berg beteiligt sind. Auch sie sind teilweise von gefährlichen Praktiken und menschenwidrigen Umständen im Kleinbergbau betroffen. 

Kobaltminen in der Provinz Katanga, Demokratische Republik Kongo. Foto: Fairphone (CC BY-SA 2.0)

Der industrielle Bergbau ist oftmals verbunden mit intransparenter Konzessionsvergabe und ungeklärten Landrechten der lokalen Bevölkerung. Großkonzerne aus China, USA und Europa bauen das wertvolle Metall im großen Stil ab, während die Vorwürfe wegen korrupter Vergabepraktiken und Steuererleichterungen nicht abreißen.

Zugleich lebt aber in der rohstoffreichen Region Katanga ein Großteil der Bevölkerung von weniger als einem Dollar pro Tag und ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser, Elektrizität oder gesundheitlicher Versorgung. Während die lokale Bevölkerung nicht vom Reichtum ihres Bodens profitiert, trägt der Abbau und die Verarbeitung von Kobalt zu starken Umweltverschmutzungen bei: Abwasser aus den Schmelzen verschmutzt die Flüsse und den Boden mit Schwermetallen, die Luft ist feinstaubbelastet.

INKOTA fordert die gesetzliche Verankerung von menschenrechtlichen Sorgfaltspflichten. Dadurch werden Verletzungen von Menschenrechten entlang der Lieferkette erst sanktionierbar.

Händler kaufen Kobalt direkt von den MinenarbeiterInnen. Die Preise basieren auf der Qualität des Erzes, die ArbeiterInnen haben dennoch keine starke Verhandlungsposition. Foto: Fairphone (CC BY-SA 2.0)

Die OECD Sorgfaltspflichten

Die OECD (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) schlägt Richtlinien zur Einhaltung von Sorgfaltspflichten in der Lieferkette vor. Internationale Unternehmen, die Kobalt abbauen sollen sicherstellen, dass bei der Gewinnung und Verarbeitung Standards eingehalten werden. Diese Standards sollen die schlimmsten Formen von Kinderarbeit oder die Finanzierung von bewaffneten Konflikten zu verhindern. Die OECD verlangt dafür, dass die Lieferketten, entlang derer die Mineralien bis in unsere Konsumgüter gelangen von allen beteiligten Unternehmen transparent gemacht werden. Der Weg und die Geschichte der Rohstoffe soll für Händler, verarbeitende Industrie und letztlich für uns Kunden damit nachvollziehbar sein.