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Nickel ─ Schlüsselelement für E-Autos

Nickel ist ein Schlüsselelement in der Elektroautomobilproduktion. Das Metall macht, je nach chemischer Zusammensetzung, bis zu 80% der Kathode (Pluspol) einer E-Autobatterie aus. Nickel ist ein sehr häufig auftretendes Material. Die weltweit größten Produzenten sind die Philippinen, Kanada und Russland. Auch Indonesien und Australien spielen eine wichtige Rolle in der weltweiten Nickelproduktion.

Nickelfabrik in Norilsk. Foto: habier lópez, Ausschnitt (CC BY-NC-SA 2.0)

Nickel wird heute hauptsächlich für die Stahlproduktion gebraucht. Nur 4% der Nickelproduktion fließen bislang in die Batterieherstellung für Elektroautos. Dennoch wird mit zunehmender E-Autoproduktion mit stark steigender Nachfrage nach Nickel von 10-40% gerechnet, da das Verhältnis Nickel zu Kobalt und Mangan in der Weiterentwicklung der Batterie noch steigen wird. Hochrechnungen zufolge werden wir bis 2030 bis zu 56% mehr Nickel brauchen als im Jahr 2016.

Das richtige Nickel

Für die Entwicklung der Batterien von Elektroautos wird Nickel in Form von Sulfat benötigt, sodass mehr als die Hälfte der aktuellen globalen Nickelproduktion nicht für Batterien geeignet ist. Die großen Produzenten von Nickelsulfaten sind Russland, Brasilien und die Philippinen.

Rote Flüsse und tote Bäume in Sibirien

Beim Schmelzen von Nickel entstehen große Mengen Schwefeldioxid. Die Raffinerien von Norilsk Nickel stießen das giftige Abgas Jahrzehntelang aus und begründeten daher transnational die größten Umweltprobleme, auch für das Nachbarland Norwegen. Kilometerweit zeigt sich ein Bild kahler, vegetationsarmer Landschaft und abgestorbener Bäume. Eine Fläche, so groß wie Deutschland wird von saurem Regen überzogen. Die Schwermetallbelastung ist so groß, dass der Boden ebenfalls belastet sein kann.

Norilsk, die Heimatstadt des Unternehmens, galt lange Zeit als eine der zehn meistverschmutzten Städte der Welt. Nun verspricht Norilsk Nickel tiefgreifende Investitionen um die Luftverschmutzung zu reduzieren, nachdem ihre Raffinerie in Norilsk 2016 geschlossen wurde. Doch auch nach der Schließung musste das Unternehmen Berichte bestätigen, die die Rotfärbung des Flusses Daldykan durch Industrieabwasser von Norilsk Nickel belegen.

Lärchenwald, der unter Verschmutzung durch Nickelverarbeitung in Norilsk leidet, Russland. Foto: GRID Arendal (CC BY-NC-SA 2.0)

Menschen in Norilsk

Die immensen Umweltschäden führen zu deutlichen Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung: In Norilsk sind unter Kindern Blutkrankheiten 44% häufiger, Krankheiten des Nervensystems 38% höher und Erkrankungen des Knochen- und Muskelsystems 28% häufiger als in der Region.

Was macht INKOTA?

Auch deutsche Unternehmen, wie BASF, beziehen als Zulieferer für die Automobilindustrie Nickel aus Norilsk. Wir wollen, dass Unternehmen, die direkt oder indirekt an der Förderung und Verarbeitung von Nickel beteiligt sind, weltweit dazu verpflichtet werden, Umwelt- und Menschenrechtsstandards in der Rohstoffproduktion einzuhalten. INKOTA setzt sich dafür ein, dass die Einhaltung von Menschenrechten in Rohstofflieferketten gesetzlich festgeschrieben wird.