Veranstaltungsreihe Ressourcengerechtigkeit in Dresden

Veranstaltungsreihe Ressourcengerechtigkeit in Dresden

Programm als PDF (6 MB)

Lithium, Gold, Coltan, Kupfer. Die Erde birgt eine Fülle von Rohstoffen, die wir täglich nutzen. Rohstoffe, die zum Teil nicht nachwachsen und deren Abbau untragbare Folgen für Menschen und die Umwelt hat.

Wieviel brauchen wir wirklich? Wann gehen wir zu weit? Welche sozialen und ökologischen Folgen verantworten wir in den Abbauländern? Wer profitierte damals vom Rohstoffabbau und wer heute? Wie können wir Ressourcen schonen?

Es ist Zeit, Verantwortung zu übernehmen: Um irreversible Umweltveränderungen zu vermeiden, müssen die ökologischen Belastungsgrenzen des Planeten respektiert werden. Der aktive Schutz der Natur und ihrer Ökosysteme und die Sicherung der Existenzräume und –rechte der ansässigen Bevölkerung gehören beim Abbau von Mineralien ganz oben auf die Agenda.

Unfairhandelbar – Die Rolle von Nachhaltigkeit und Menschenrechten in der Digitalisierung

Mi. 18.10.2017 Podiumsdiskussion
18 Uhr - Stadtteilhaus Äußere Neustadt, Dachsaal - Prießnitzstraße 18

Industrielle Produktion verzahnt sich mehr und mehr mit modernster Informations- und Kommunikationstechnik. Aufgrund dieser Entwicklung wird der weltweite Ressourcenverbrauch extrem steigen. Die Folgen zeigen sich schon heute für Menschen und Umwelt in den Rohstoffabbauländern. Gemeinsam wollen wir mit Politik, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft diskutieren, wie man trotz des Prozesses der Digitalisierung eine neue Form der Rohstoffversorgung aus den rohstoffreichen Ländern des globalen Südens gestalten kann.         

  • Partner: AYNI e.V.
  • Oscar Choque (AYNI e.V., Fachpromotor für Fachpromotor für Rohstoffmärkte, Entwicklungen
  • und Migrationsbewegungen – Sachsen)
  • Dr. Jana Pinka (Die LINKE, Fraktion im sächsischen Landtag)
  • Prof. Dr. Edeltraud Günther (TU Dresden, Professur für BWL, insb. Betriebliche Umweltökonomie)

       

Arm und abhängig trotz Reichtum? Ursachen des „Ressourcenfluches“ und Strategien seiner Überwindung

Sa. 21.10.2017 Fachvortrag
16 Uhr - Japanisches Palais - Palaisplatz 11

Warum sind zahlreiche Gesellschaften, die über große Rohstoffvorkommen wie Öl, Gas und Gold verfügen, oft ärmer, korrupter oder gewaltintensiver als rohstoffarme Gesellschaften? Und weshalb gelingt es einigen anderen Staaten, ihren Rohstoffreichtum so zu verwalten, dass breite Bevölkerungsschichten davon profitieren?

Die Veranstaltung führt aus politökonomischer Perspektive in die Problematik des „Ressourcenfluchs“ ein. Beleuchtet werden die Ursachen sowie die gesellschaftlichen Folgen eines (Mis-)Managements von Ressourcenreichtum, der oft nur einer kleinen Elite zugutekommt. Zudem werden Strategien diskutiert, wie Ressourcenreichtum positiv zu gesellschaftlicher Entwicklung beitragen kann.

  • Partner: Umundu - Festival Dresden
  • Sebastian Hoppe (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Lehrstuhl für Internationale Beziehungen, Universität Leipzig)

Titicaca und die verschwundenen Gesichter von Heeder Soto Quispe

Mo. 23.10.2017 Filmvorführung
20 Uhr - Kino im Kasten - August-Bebel-Straße 20

Der Film „Titicaca und die verschwundenen Gesichter“
handelt von den sozialen Konflikten in der peruanischen
Region Puno am Titicacasee sowie auf der bolivianischen Seite des Sees, ihren Ursachen und Konsequenzen.
Er verdeutlicht anhand von Zeitzeugenberichten, wie es zu Menschenhandel kommt und wie Flüsse durch Bergbau
vergiftet werden. In einem Schwenk nach Deutschland nimmt der Film in Interviews mit deutschen Aktivist*innen Bezug zum Widerstand gegen den Braunkohleabbau.

Anschließende Diskussion mit Kerstin Kastenholz, Geografin und Mediatorin. Sie hat die letzten Jahre als Beraterin und Friedensfachkraft zu sozialen Konflikten in der Ombudsbehörde in Puno/Peru gearbeitet.

  • Partner: TUUWI und Umundu - Festival Dresden

 

Erzählcafé und Praxisworkshop: Ressourcenschonung konkret.

Di. 14.11.2017 Erzählcafé
18 Uhr - #Rosenwerk - Jagdweg 1-3

Reduce – Reuse – Rethink – Was bedeutet das und wie geht das im Alltag? Menschen, die sich mit diesen Fragen beschäftigen, erzählen aus ihrem Leben. Ihre Lösungen sind vielfältig: Ein Haus nur aus ausgemusterten Rohstoffen
bauen? Das kaputte Handy einfach selber reparieren?
Werkzeug und Geräte gemeinsam nutzen?
Andere Menschen zu einem ressourcenschonenden Leben inspirieren?

Wie das geht, erfahren wir an diesem Abend. Im Anschluss möchten wir in einem Workshop selber anpacken und aus unserem Plastikmüll neue, nützliche Dinge herstellen. Bitte mitbringen: den eigenen Kunststoffabfall der letzten 24 Stunden! Für einen kleinen Imbiss und Getränke ist gesorgt. Um Anmeldung wird gebeten.

  • Partner: Konglomerat e.V.
  • Fridolin Pflüger, Konglomerat e.V.
  • Adrian Rinnert, Eine Spinnerei e.V.
  • Hanna Poddig, Vollzeitaktivistin

Plünderung der Tiefsee – Welthunger nach Rohstoffen

Di. 21.11.2017 Gesprächsrunde
19 Uhr - Dreikönigskirche Raum 3.20 - Hauptstraße 23 

Der steigende Ressourcenbedarf führt dazu, dass Staaten zunehmend danach streben, auch schwer zugängliche Bodenschätze in der Tiefsee zu bergen. Trotz der massiven Bedenken von Wissenschaft und Nichtregierungsorganisationen, die durch den Tiefseebergbau einen gewaltigen Eingriff in die Ökosysteme der Meere und Küstengebiete befürchten, werden die Planungen und Erkundungen
vorangetrieben – insbesondere im Pazifik. Dieser Abend führt in die Problematik des Tiefseebergbaus ein und diskutiert dessen weitreichende Folgen für die Rohstoff-, Umwelt- und Meerespolitik.

  • Partner: Ozeanien Dialog und Weiterdenken - Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen
  • Jan Pingel (Ozeanien Dialog, Koordinator)
  • Klaus Schilder (MISEREOR, Referent Verantwortliches
    Wirtschaften / Asien)

          

Koloniale Spuren im Rohstoffsektor: Kontinuität und Wandel der Rohstoffabhängigkeit am Beispiel Lateinamerikas

Do. 23.11.2017 Fachvortrag                                                    
19 Uhr - Deutsches Hygienemuseum, Seminarraum 2 - Lingnerplatz 1

Seit der Kolonialzeit ist Lateinamerika durch den ‚Export von Natur‘ gekennzeichnet. Die Rohstofforientierung brachte stetige Wachstumsraten. Es zeigte sich jedoch, dass die einseitige Ausrichtung auf den Export natürlicher Ressourcen Entwicklung eher behindert. Dennoch avancierte das Rohstoffexportmodell zu Beginn des 21. Jh. erneut zu einem Hoffnungsträger vieler Regierungen der Region. Als Konsequenz schlitterte Lateinamerika mit dem Verfall der Rohstoffpreise erneut in eine wirtschaftliche Krise.

Der Vortrag analysiert Lateinamerikas Extraktionsmodelle. Dabei werden Gründe für die Rohstoffabhängigkeit der Region, sowie deren wirtschaftliche, soziale und ökologische Folgen diskutiert. Die Verbindungen zum Lebensstil im Globalen Norden werden illustriert und alternative Ansätze diskutiert.

  • Partner: SEBIT
  • Dr. Stefan Peters (Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Fachgebiets
    internationale und intergesellschaftliche Beziehungen, Universität Kassel)



Gefördert durch ENGAGEMENT GLOBAL mit Unterstützung des