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Was steckt in deinem Schuh?

Ob schick, sportlich oder einfach bequem - unsere Schuhe tragen uns durch die Welt. Aber hast Du Dich schon einmal gefragt, wer deine Lieblingsschuhe genäht, geklebt oder gegerbt hat, bevor du sie im Laden kaufst? Wenn Du in den allseits beliebten Schuhläden unterwegs bist, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass in Deinen Schuhen unwürdige Arbeitsbedingungen, Hungerlöhne und giftige Chemikalien stecken.

Unwürdige Arbeitsbedingungen

In der Leder- und Schuhproduktion wird tagtäglich gegen international vereinbarte Menschen- und Arbeitsrechte verstoßen. Theoretisch haben laut der UN-Organisation ILO ArbeiterInnen weltweit ein Recht auf Versammlungs- und Vereinigungsfreiheit und dürfen keinerlei Form von Diskriminierung, Zwangs- und Kinderarbeit ausgesetzt sein. Davon können ArbeiterInnen in der Leder- und Schuhindustrie nur träumen: Sie sind z.B. Zwang zu Überstunden ausgesetzt, erfahren Strafen zur Disziplinierung und andere Formen des Missbrauchs. Auch dürfen sich in vielen Ländern häufig nicht organisieren und Streiks werden z.T. gewaltsam niedergeschlagen.

Hungerlöhne

Die ArbeiterInnen, die unsere Schuhe herstellen, bekommen den mit Abstand geringsten Teil vom Ladenendpreis ab. So gehen bei einem 120€-Schuh nur etwa 2,5€ an die ArbeiterInnen, dafür aber 45€ an den Einzelhandel und 26€ an die Schuhmarke. Nach Berechnungen der Asia Floor Wage Alliance und der Kampagne für saubere Kleidung ist das ein Lohn, von dem die ArbeiterInnen trotz geringerer Lebenshaltungskosten ihre Grundbedürfnisse und die ihrer Familie kaum decken können. Sie bleiben also trotz Überstunden und sehr harter Arbeit arm.

Giftige Chemikalien

Gerbereien stehen in der Liste der weltweit giftigsten Arbeitsplätze auf Platz 4, denn in der Lederproduktion wird eine Vielzahl an Chemikalien verwendet. So werden 85% aller weltweit produzierten Lederschuhe mit Chrom III gegerbt. Chrom III kann sich während des Gerbprozesses zu Chrom VI verwandeln und ist dann höchst gesundheitsgefährdend für ArbeiterInnen und z.T. auch KonsumentInnen. Insbesondere, wenn Sicherheitsvorkehrungen nicht eingehalten werden und Schutzkleidung nicht ausreichend vorhanden ist, klagen ArbeiterInnen in Gerbereien und Schuhfabriken über Hautausschläge, Augenschädigungen, Atemwegserkrankungen und sogar Krebs.

Zudem entstehen beim Gerben unglaubliche Mengen an giftigen Abfällen, die zu gravierenden Gesundheits- und Umweltproblemen für umliegende Gemeinden werden. So verbleiben bei der Produktion von 200 kg Leder: 250 kg von nicht-gegerbtem Abfall, 200 kg von gegerbtem Abfall (inkl. 3 kg Chrom) und 50.000 kg verschmutztes Wasser (inkl. 5 kg Chrom). Diese Abfälle werden oft nicht sachgemäß entsorgt und das giftige Wasser fließt ins Grundwasser, sodass viele Menschen in den umliegenden Gemeinden die gleichen Krankheitssymptome wie Leder- und SchuharbeiterInnen aufweisen. Letztlich werden bei der Produktion von Lederschuhen unglaubliche Mengen an Wasser, Land und CO2 (für die Kuhhaltung und das Tierfutter) verbraucht. Die Lederindustrie ist also alles andere als umwelt-, tier- und menschenfreundlich!

Medienberichte zur Schuh- und Lederproblematik

Leder aus Indien” (br Kontrovers, 2015, 16:57 min)
Made in Italy - Ausbeutung mitten in Europa” (br Kontrovers, 2016, 5:12 min)
Massenware Tierhaut - Das Geschäft mit dem Leder” (WDR, 2016, 45:41 min)
Giftiges Leder” (arte, 2015, 51:04 min)  
Der Preis der Turnschuhe - Billiglohn für schicke Treter” (SWR, 2017, 44:22 min)
Schicke Schuhe - schmutzige Produktion” (ARD mittagsmagazin, 2016, 5:00 min)
Pflanzliche Gerbung” (ARD mittagsmagazin, 2016, 5:12 min)

Making-Of

Das Video „Was steckt in Deinem Schuh?“ wurde im Rahmen des Aktionsworkshop „Change Your Shoes” 2015 von INKOTA und der Kampagne für Saubere Kleidung entwickelt. Mit der Unterstützung durch die Filmemacherin Sarah Klare (www.sarah-klare.com) wurde der Clip realisiert. Hier haben wir ein paar Fotos vom Making-Of auf Facebook zusammengestellt.

Transparenz statt Versteckspiel! – Schuhmarken und Händler müssen über die Einhaltung der Menschenrechte berichten.

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