Grundlohn Kambodscha ─ No more excuses!

Ein Existenzlohn ist ein zentrales Arbeits- und Menschenrecht, um ein Leben in Würde führen zu können. In den meisten Produktionsländern von Bekleidung und Textilien sind die Löhne der NäherInnen jedoch meilenweit von einem existenzsichernden Lohn entfernt.

In Kambodscha beträgt der gesetzliche Mindestlohn 61 US-Dollar (ca. 47 Euro) pro Monat. Dazu kommen 10 US-Dollar Anwesenheitsbonus und 7 US-Dollar als Beitrag für Transport- und Mietkosten. Der gesetzliche Mindestlohn wurde nach einem sektorweiten Streik im Jahr 2010 von 56 US-Dollar auf 61 US-Dollar angehoben.

Durch steigende Nahrungsmittelpreise, höhere Kosten für Transport, Energie und Miete haben die ArbeiterInnen am Ende des Monats aber heute noch weniger Geld zur Verfügung als vor dem Lohnanstieg.

Die Regierung hat den neuen Mindestlohn, der am 1. Oktober 2010 in Kraft trat, zudem bis 2014 eingefroren. Sie tat dies obwohl mit einer durchschnittlichen Inflation von fünf bis sieben Prozent und somit mit einem weiteren Lohnverlust gerechnet wird.

Hungerlöhne haben direkte Auswirkungen auf die ArbeiterInnen und ihre Familien: extrem lange Arbeitstage, Mangelernährung, schlechte Wohnbedingungen, ungenügende medizinische Versorgung. In kambodschanischen Fabriken sind in den letzten Jahren Hunderte von ArbeiterInnen vor Hunger und Erschöpfung kollabiert, allein im Jahr 2011 wurden rund 2.400 Ohnmachtsanfälle bekannt.

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